Das Xenix hat Schwierigkeiten

Der Bar und dem Kino auf dem Zürcher Kanzleiareal fehlt Geld. Helfen sollen Woody Allen, neue Mitglieder und das Wetter.

Kino stabil, Bar problematisch: Die Veränderungen im Langstrassen-Quartier haben zu einem Besucherrückgang geführt.

Kino stabil, Bar problematisch: Die Veränderungen im Langstrassen-Quartier haben zu einem Besucherrückgang geführt. Bild: Doris Fanconi

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Die Situation klingt dramatisch: «Im 36. Jahr steht es um die finanzielle Situation des Xenix zum ersten Mal derart schlecht, dass wir dringend schnelle Massnahmen ergreifen müssen, um über den Winter zu kommen.» Der Satz stammt gemäss «20 Minuten» aus einem Brief. Das interne Schreiben hat der Filmclub an seine Mitarbeitenden mit dem Aufruf verschickt, in ihrem Bekanntenkreis Werbung für eine Xenix-Mitgliedschaft zu machen.

Das Xenix, die Bar und das Kino auf dem Kanzleiareal im Zürcher Stadtkreis 4, ist eine Institution. Aber: «Im Winter haben wir immer Probleme, jetzt hat sich die Lage einfach zugespitzt», sagt Xenix-Geschäftsführer Eric Staub. Die Kino-Eintritte seien zwar stabil, aber der Gastrobetrieb, der die Filme quersubventioniere, verzeichne immer weniger Gäste.

Staub erklärt sich den Besucherrückgang unter anderem mit dem Wandel des Langstrassen-Quartiers: «Lange war das Xenix eine der wenigen Subkulturbars im Kreis 4, noch dazu mit einer riesigen Gartenwirtschaft. Davon haben wir gerade in der warmen Jahreszeit enorm profitiert.» Heute allerdings wimmle es Quartier von neuen Gastroangeboten. «Zudem waren die letzten drei Saisons wettermässig eine Enttäuschung, das hat uns zugesetzt», so Staub.

Es braucht mehr Mitglieder

Das Xenix erhält zwar Subventionen von der Stadt, aber 90 Prozent seien gemäss Staub selbsterwirtschaftet. Eine Solidaritätsaktion soll die angespannte finanzielle Situation jetzt entschärfen. Konkret benötigt der rund 1200 Mitglieder zählende Filmclub dringend neue Mitglieder – das kostet pro Jahr je nach Mitgliedschaft zwischen 60 und 500 Franken. Staub: «Bis jetzt läuft es super, bis Ende Monat rechnen wir mit 200 neuen Mitgliedern.» Das verschaffe kurzfristig etwas Luft, aber längerfristig müssten sie versuchen, die jungen Leute wieder fürs Programmkino zu begeistern.

Das Xenix braucht mehr Geld: Umbau des Kinos im Jahr 2007. Bild: Dominique Meienberg

Übernommen und bearbeitet von «20 Minuten».

Erstellt: 06.01.2017, 09:17 Uhr

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