Die Besorgten vom Zürichberg schreiben an Mauch

Die Pläne für das Hochschulquartier sprengen den Rahmen, kritisieren Anwohner in einem offenen Brief. Sie verlangen Korrekturen vom Stadtrat.

Widerstand gegen Pläne: In den kommenden 30 Jahren sollen im Uniquartier neue, grössere Gebäude, Parks und ein Boulevard entstehen.

Widerstand gegen Pläne: In den kommenden 30 Jahren sollen im Uniquartier neue, grössere Gebäude, Parks und ein Boulevard entstehen. Bild: Dominique Meienberg

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Seit die einschneidenden Pläne des Kantons für die baulichen Veränderungen im Zürcher Hochschulquartier oberhalb des Centrals bekannt geworden sind, gibt es Kritik – vor allem aus den betroffenen Quartieren. Nun hat die Arbeitsgruppe «Besorgte Bürger Zürich» einen offenen Brief an Stadtpräsidentin Corine Mauch geschrieben.

Seit Anfang April liegen sowohl die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung als auch die Gestaltungspläne von Universitätsspital, ETH und Universität öffentlich auf. Mitte März hatte der Kantonsrat dem revidierten Richtplan Hochschulgebiet zugestimmt. Dies markiert den Beginn einer jahrzehntelangen, grossen Umgestaltung des zentral gelegenen Gebiets von Universität und ETH einschliesslich des Universitätsspitals.

In ihrem offenen Brief vom Montag fordert die Arbeitsgruppe nun den Stadtrat auf, Korrekturen am Richtplan einzufordern. Denn mit dem Richtplanentscheid im Kantonsrat sei «der demokratische Teil abgeschlossen», und in den öffentlich aufgelegten Plänen sei «keinerlei Nachbesserung» zu erkennen.

Als Regierungsrat und Baudirektor Markus Kägi (SVP) und Stadtrat André Odermatt (SP), der das Hochbaudepartement führt, kürzlich an einer Veranstaltung des Gewerbevereins Kreis 7/8 aufgetreten seien, so steht es im Brief, habe sich «ein richtiges Gewitter von Voten empörter und enttäuschter Stadtbewohner» über ihnen entladen.

Die Arbeitsgruppe fordert nun vom Stadtrat, dass er eine Einigungsverhandlung verlangt, um vor der Festsetzung der Gestaltungspläne Einwendungen vorzubringen. So sei es im kantonalen Planungs- und Baugesetz im Rahmen öffentlicher Gestaltungspläne vorgesehen.

Grosse Umgestaltung

In den kommenden 30 Jahren sollen im Uniquartier neue, grössere Gebäude, Parks und ein Boulevard entstehen. Dafür werden zahlreiche Gebäude abgerissen. Bauliche Einschränkungen für die Neubauten hatte die bürgerliche Seite des Kantonsrates weitestgehend verhindert. Über die Umsetzung entscheiden wird in erster Linie die kantonale Baudirektion.

Für die Modernisierung des Universitätsspitals sind mehrere Varianten im Gespräch: Vom horizontalen Riegelbau bis hin zu einem Sockelbau, auf dem ein Hochhaus thront. (sda)

Erstellt: 08.05.2017, 14:06 Uhr

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