Ein «Salto» für Zürichs neuen Stadtteil

Im Gebiet Manegg entsteht derzeit Wohnraum für über 2000 Menschen. Die Stadt baut eine Schulanlage für das neue Quartier. Heute stellte sie das Siegerprojekt vor.

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Auf dem rund acht Hektaren grossen Areal der ehemaligen Sihlpapierfabrik zwischen der Zürcher Allmend und Leimbach entsteht ein neuer Stadtteil. Der Grundstein für die sogenannte Greencity wurde im September 2015 gelegt. Über 2000 Personen werden dereinst dort leben. Da der Standort mit seinem hohen Anteil an gemeinnützigem Wohnraum für Familien attraktiv ist, hat die Stadt Zürich auf dem Areal eine 4500 Quadratmeter grosse Parzelle für den Bau eines Schulhauses erworben. Heute stellte sie den Sieger des Architekturwettbewerbs vor.

Angesichts der relativ engen Platzverhältnisse seien die 90 Wettbewerbsteilnehmer gefordert gewesen, sagt Stadtrat André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements, vor den Medienvertretern. In der neuen Schulanlage sind neben einer Primarschule samt Kindergarten und Betreuungsangebot auch Räume für die Heilpädagogische Schule, eine Einfachturnhalle sowie ein Gymnastikraum untergebracht. Das Projekt «Salto» des Teams von Studio Burkhardt aus Zürich und Pirmin Jung Holzbauingenieure aus Rain im Kanton Luzern hat diese Aufgabe am besten gemeistert.

Schmaler Bau mit viel Holz

Bei der Jurierung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Aussenräume gerichtet. Es galt, auf der begrenzten Fläche öffentlichen Raum und dadurch einen Mehrwert fürs Quartier zu schaffen, sagt Jury-Vorsitzende Wiebke Rösler Häfliger, Direktorin Amt für Hochbauten. «Beim Projekt ‹Salto› wird der östliche Bereich der Parzelle gesamthaft vom Baukörper besetzt. Dadurch wird auf dem westlichen Teil mehr Platz frei.» Neben dem mit Obstbäumen bepflanzten Pausenplatz lobt die Jury-Vorsitzende den Allwetterplatz auf dem Dach der Schulanlage als «elegante Lösung» im dichten Quartier.

Im Innern der Schulanlage prägen hohe Räume, grosse Fensterfronten und viel helle Holzoberflächen das Bild. So werde für die Schulkinder und die Lehrerschaft eine angenehme Lernatmosphäre geschaffen. Insbesondere das flexible Raumprogramm des schmalen Längsbaus überzeugte. Neben Klassenräumen auf der Westseite des Schulhauses befinden sich auf der Ostseite kleinere Räume für die Arbeit in Gruppen.

Züri-Modular-Pavillons zur Überbrückung

250 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren werden dereinst in der Schule Allmend unterrichtet und betreut. Auch während der Bauzeit werde die Stadt genügend Schulraum bereitstellen – unter anderem mit dem Einsatz von Züri-Modular-Pavillons, versichert Schulvorsteher Gerold Lauber. Geplant ist zudem die Auslagerung von Fachschulzimmer für Werk- und Musikunterricht ins ehemalige Gemeinschaftszentrum Leimbach, um in den umliegenden Schulhäusern Leimbach und Falletsche Unterrichtszimmer für vier bis fünf weitere Klassen zu Schaffen. Kindergartenkinder besuchen die Kindergärten in der Überbauung Avaloq im südwestlichen Teil der Manegg, bis das Schulhaus Allmend fertiggestellt ist.

Die Baukosten für die neue Schulanlage, in der auch eine Mensa und Aufenthaltsräume für die unterrichtsfreie Zeit untergebracht sein werden, belaufen sich auf 39 Millionen Franken. Im Frühjahr 2020 wird das Zürcher Stimmvolk über den Baukredit entscheiden. Im Kredit eingeschlossen sind 2,5 Millionen Franken für die Errichtung einer neuen Passerelle. Der sogenannte Haspelsteg ermöglicht eine sichere Querung der Allmendstrasse und der SZU-Geleise, welche das neue Quartier durchschneiden. Die Projektierung des Stegs war ebenfalls Teil des Architekturwettbewerbs für das Schulhaus Allmend. Die Passerelle verfügt zwar aus Platzgründen nicht über eine Zufahrtsrampe, Velos können aber per Lift oder über eine abgeschrägte Fläche bei den Treppen auf die Brücke transportiert werden.

Sagen die Zürcherinnen und Zürcher Ja zum Bau der neuen Schulanlage und der Passerelle, ist die Fertigstellung bis im Sommer 2023 geplant. Die Eröffnung ist für das Schuljahr 2023/24 vorgesehen.

Sämtliche Projekte sind vom Dienstag, 7. Februar, bis Sonntag, 19. Februar 2017, im Ausstellungsraum des Amts für Hochbauten der Stadt Zürich im Pavillon Werd an der Morgartenstrasse 40 ausgestellt. Öffnungszeiten sind vom Montag bis Freitag, 16 bis 20 Uhr und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.02.2017, 12:09 Uhr

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