Ein Velo als Lastesel ausleihen

In Zürich und Winterthur gibt es neuerdings Ausleihstationen für Cargobikes. Damit einem beim Schwertransport nicht der Schnauf ausgeht, sind sie elektrisch.

Die neuen Zürcher Cargobikes: Diese Velos sind auch Lastwagen.

Die neuen Zürcher Cargobikes: Diese Velos sind auch Lastwagen. Bild: Doris Fanconi

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Noch stehen alle in Reih und Glied, dann kommt Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP). Er kann es nicht abwarten, bis die nigelnagelneuen E-Cargo-Bikes offiziell übergeben worden sind, und muss eine Runde drehen.

Heute Morgen wurde den Medien auf dem Turbinenplatz hinter dem Schiffbau ein neues Veloausleihangebot namens «Carvelo2go» vorgestellt. Es geht in den Städten Zürich und Winterthur in Betrieb und funktioniert ähnlich wie das Mobility-Autoteilen.

30 Standplätze in Zürich und Winterthur

An 22 Standorten in Zürich und an 8 in Winterthur sind ab sofort Lastenvelos parkiert. In ihnen finden problemlos zwei Kinder oder ein grosser Koffer, aber auch ein kleineres Möbelstück Platz. Damit einem beim Transport nicht zu schnell der Schnauf ausgeht, sind die Bikes elektrifiziert.

In Zürich stehen die Velos bei manchen Poststellen, vor Cafés, Blumenläden, Apotheken. Die Carvelos können über eine Website reserviert werden – bald wird auch eine App dazu aufgeschaltet. Den Schlüssel kann man beim jeweiligen Standort, dem «Host», abholen. Die Buchungsgebühr kostet fünf Franken, pro Stunde werden zwei Franken berechnet.

Entlastung des Strassennetzes

Hinter Carvelo2go stehen die Mobilitätsakademie des TCS sowie der Förderfonds Engagement der Migros. Unterstützt wird das Projekt auch von der Post und dem Bundesamt für Energie mit dem Programm Energie Schweiz.

Erste Erfahrungen in anderen Städten haben ergeben, dass vierzig Prozent der Fahrten, die bei Carvelo2go gebucht werden, zuvor mit dem Privatauto oder Mobility-Wagen getätigt wurden. «Damit trägt dieses Angebot wirklich zur Entlastung des Strassennetzes bei», sagte Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie des TCS.

Damit Umweltschutz Spass macht

Filippo Leutenegger bezeichnete das Angebot als «zukunftsweisend», insbesondere in einer derart hügeligen Stadt wie Zürich. Wobei er sich in Anbetracht der aufziehenden Regenwolken durchaus auch eine überdachte Variante vorstellen könnte.

Und Barbara Günthard-Meier (FDP), Vorsteherin des Departementes Sicherheit und Umwelt in Winterthur, fand: «Dieses Projekt passt perfekt zu den aktuellen Bedürfnissen unserer Gesellschaft.» Man bleibe fit, könne teilen statt zu besitzen und gebe keine Schadstoffe in die Luft ab. «So macht Umweltschutz Spass.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.06.2017, 14:13 Uhr

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