Endlich erfolgreiche Leuchtröhren

Die Stadt Zürich baut das Angebot der beleuchteten Plakatsäulen auf öffentlichem Raum aus. Die Einnahmen sind beträchtlich. Die Werbewirkung auch.


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Sie sind die Klassiker der Aussenwerbung. Litfasssäulen gibt es seit über 160 Jahren, und das Konzept, Anzeigen auf frei stehenden Säulen im öffentlichen Raum zu veröffentlichen, funktioniert offensichtlich noch heute bestens. Die Stadt Zürich will an neun Standorten neue Plakatsäulen aufstellen, die anders als klassische Modelle über drehbare und beleuchtete Werbeflächen verfügen. Die entsprechende Ausschreibung ist in der heutigen Ausgabe des «Tagblatts der Stadt Zürich» publiziert.

Die Säulen sollen auf Grundstücken gebaut werden, welche die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich betreut. Der Stadtrat hat bereits im März 2015 beschlossen, auf öffentlichem Grund digitale Werbeanlagen aufzubauen. Eine erste Ausschreibung für 20 dieser sogenannten Plakat-Leuchtdrehsäulen erfolgte vor rund einem Jahr. Seit letztem Februar sind sie in Betrieb, und dies nach strengem Reglement – nicht zuletzt, um eine zu starke Ablenkung der Verkehrsteilnehmer zu verhindern: Die Drehgeschwindigkeit der Plakate darf eine Umdrehung pro Minute nicht überschreiten und die Betriebsdauer ist von Tagesanbruch bis 0.30 Uhr beschränkt. Auch die maximale Leuchtdichte pro Anlage, die Werbeinhalte und die Bildabfolge sind vorgegeben.

Begehrte Werbefläche

Trotz dieser Auflagen sind die digitalen Werbeflächen begehrt. An der Ausschreibung für den Betrieb der Leuchtdrehsäulen sowie zehn digitaler Werbebildschirme, welche die Stadt zur gleichen Zeit aufgestellt hat, haben sich vier Firmen beteiligt. Den Zuschlag hat der Meistbietende erhalten – und das war die Clear Channel Schweiz AG. Rund 3,2 Millionen Franken nimmt die Stadt nun jährlich für die Nutzung dieser digitalen Werbemittel auf öffentlichem Raum ein – veranschlagt waren 1,2 Millionen Franken. Die Investitionskosten für die 30 digitalen Anlagen betrugen 1,15 Millionen Franken.

Wer die heute ausgeschriebenen Plakatsäulen dereinst betreiben wird, steht noch nicht fest. Die entsprechende Ausschreibung findet erst statt, wenn die rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Clear Channel ist auch am neusten Angebot der Stadt interessiert, wie Mediensprecherin Franzisca Givotti auf Anfrage sagt. Das Werbeunternehmen betreibt derzeit 27 Leuchtdrehsäulen in der Stadt Zürich, einen Teil davon auf Privatgrund. «Die Säulen erreichen durch ihr hohes, schmales Format, die Beleuchtung und die Drehung um die eigene Achse eine hohe Beachtung – besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit», sagt Givotti.

Das spezielle Format der Plakate, sie sind 118 cm breit und 340 cm hoch, geniesse zudem besondere Beliebtheit bei den Kunden. Die Leuchtdrehsäulen würden sich dadurch klar von den klassischen Formaten abheben und neue kreative Möglichkeiten eröffnen. Ein weiteres Plus dieser Werbeform ist laut Givotti auch das «Full-Branding»: Die Kunden können eine Leuchtdrehsäule mit drei Plakaten exklusiv belegen und erhalten so konkurrenzlose Beachtung ihrer Werbebotschaft.

Stadt Zürich zieht nach einem Betriebsjahr Bilanz

Die Publikation eines Plakates in einer Leuchtdrehsäule während sieben Tagen kostet je nach Standort zwischen rund 18'600 und 20'000 Franken. «Wir sind mit der Auslastung zufrieden. Sie entspricht unseren Erwartungen innerhalb unserer Wachstumsstrategie», sagt Givotti. Umsatzzahlen gibt sie nicht bekannt.

Die Stadt Zürich will nach Ablauf des ersten Betriebsjahres der digitalen Werbeanlagen eine Ökobilanz erstellen, bei der sie einen Vergleich zur konventionellen Werbung im öffentlichen Raum herstellen will. Das Resultat soll als Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat dienen, ob künftig weitere Anlagen dieser Art gebaut werden können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.11.2016, 14:50 Uhr

Auffällige Formate: Eine der neuen Leuchtdrehsäulen von Zürich. (Bild: Clear Channel Schweiz AG)

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