In Zürich geht «Lies!» weiter

Am nächsten Samstag findet in der Stadt Zürich eine Koranverteilaktion statt. Weitere sollen folgen – obwohl der Kanton davon abrät.

Umstrittene Standaktion: Wie hier auf der Winterthurer Marktgasse werden gratis Korane abgegeben.

Umstrittene Standaktion: Wie hier auf der Winterthurer Marktgasse werden gratis Korane abgegeben. Bild: PD

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Vergangene Woche empfahl der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr den Zürcher Gemeinden, «Lies!»-Standaktionen nicht mehr zu bewilligen. Laut «20 Minuten» soll in der Stadt Zürich aber bereits am Samstag eine Koranverteil-Standaktion von Salafisten mit Verbindungen zur Aktion «Lies!» stattfinden.

«Wir bewilligen Koranverteil-Standaktion vorläufig weiterhin», sagt Mathias Ninck, Sprecher von Sicherheitsvorsteher Richard Wolff. Zuerst werde das Rechtsgutachten des Kantons sorgfältig geprüft und erst dann passe die Stadt – wenn es nötig sei – die Praxis im Umgang mit «Lies!»-Standaktionen an.

Elf bewilligte Verteilaktionen in Zürich

In diesem Jahr hat Zürich bereits elf Gesuche für das Verteilen von religiös muslimischen Inhalten bewilligt. Rund die Hälfte davon wurde vom Islamischen Zentralrat (IZRS) durchgeführt. Der andere Teil wohl von Salafisten mit Verbindungen zu «Lies!».

Bei der Sicherheitsdirektion von Mario Fehr heisst es, dass man es vernünftig finde, dass die Gemeinden das Rechtsgutachten zuerst anschauen. «Wir haben aufgezeigt, was die rechtlichen Möglichkeiten sind. Das Handeln liegt jetzt in den Händen der Gemeinden», sagt Sprecher Urs Grob.

«Kein Grund, Gesuche nicht zu bewilligen»

In Winterthur, wo «Lies!» früher stark aktiv war, sind 2017 keine Standaktionen durchgeführt worden und auch keine Gesuche eingegangen, heisst es bei der Stadtpolizei. «Falls aber eines eingehen würde, müsste man es prüfen. Wenn kein Ausschlussgrund vorliegt, würde man es bewilligen», sagt Sprecherin Bianca Liechti.

(Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von TA). (tif)

Erstellt: 09.05.2017, 09:14 Uhr

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