Leupi warnt Koch-Areal-Besetzer

Stadtrat Daniel Leupi hat genug: Die Besetzer müssen ihr Verhalten ändern, sonst wird er Anzeige einreichen.

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Nachdem die Besetzer des Koch-Areals in Albisrieden während längerer Zeit die Nachbarschaft mit massivem Lärm zur Verzweiflung gebracht und die Gespräche mit ihnen zu wenig Verbesserung der Situation gebracht haben, reagiert Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) auf die Kritik in den Medien und von bürgerlichen Parteien.

Als politisch Verantwortlicher für das Areal werde er den Besetzern klare Grenzen setzen, sagte Leupi auf Anfrage. Zu den genauen Details und Bestimmungen will sich Leupi nicht äussern. Er macht aber klar: «Wird die rote Linie übertreten, werde ich als Vorsteher des Finanzdepartements und zuständig für die städtischen Liegenschaften bei der Stadtpolizei Anzeige erstatten.» Leupi sagt aber auch, es sei nach wie vor nicht das Ziel des Stadtrats, das Areal zu räumen.

Leupis klares Statement steht im Gegensatz zu der Aussage von Richard Wolff (AL), welche der Polizeivorsteher am Freitag gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet ausrichten liess. Die Polizei setze nach wie vor auf Dialog mit den Besetzern. Dabei vermied es Wolff, von einer «roten Linie» und «von Grenzen setzen» zu sprechen. Stattdessen liess er ausrichten, «dass das Einverständnis der politischen Seite für sicherheitspolizeiliche Interventionen (z.B. bei Lärmklagen, allgemein Ruhe und Ordnung) zurzeit nicht vorliege.»

Dass die Gespräche zwischen der Stadt und den Besetzern in der Vergangenheit wenig gebracht haben, beweist die Anzahl der Reklamationen von Anwohnern bei der Stadtpolizei und beim Statthalteramt: Über 170 sind in diesem Jahr bereits eingereicht worden.

Derzeit 30 Häuser besetzt

Gemäss «NZZ am Sonntag» sind in der Stadt aktuell rund 30 Liegenschaften besetzt – in der Regel läuft es störungsfrei. Anders auf dem Koch-Areal, wo schätzungsweise 100 bis 150 Menschen leben. Während es unter der Woche mit Café oder auch Filmvorführungen einigermassen ruhig zu und her geht, überbordet das Ganze an Wochenenden mit Konzerten und Partys mit jeweils gegen 500 Besuchern immer wieder.

Deshalb fordert die Stadtzürcher SVP gar die sofortige Räumung des besetzten Areals. Die Partei erwägt demnach eine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat. Support erhält sie von der FDP. Mit Blick auf die vielen Lärmklagen und der feuerpolizeilich nicht geprüften Situation sei die Frage der Verhältnismässigkeit einer Räumung kein Thema mehr, sagt FDP-Präsident Severin Pflüger.

Das Koch-Areal gehört der Stadt Zürich. Sie will dort Wohnungen, Gewerberäume und einen Park bauen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.09.2016, 11:57 Uhr

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