Neue Anlaufstelle vermittelt bei Konflikten mit der Kesb

Sechs soziale Institutionen haben in Zürich ein neues Angebot in Leben gerufen. Sie wollen Menschen helfen, die sich mit staatlich verordneten Kindesschutzmassnahmen schwer tun.

Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) sind umstritten: Eine neue Anlaufstelle hilft vor allem verzweifelte Eltern.

Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) sind umstritten: Eine neue Anlaufstelle hilft vor allem verzweifelte Eltern. Bild: Keystone

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Die vor vier Jahren geschaffene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) steht immer wieder in der Kritik. In Teilen der Bevölkerung bestehe nach wie vor ein Misstrauen gegenüber dieser Einrichtung, heisst es in einer Mitteilung der neu gegründeten Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) vom Dienstag.

Dieses Misstrauen erschwere die Zusammenarbeit mit der Kesb, die einen gesetzlichen Schutzauftrag habe. Sechs Organisationen, die im Kindes- und Erwachsenenschutz aktiv sind, haben deshalb die neue Anlaufstelle gegründet, die Betroffenen in Konfliktfällen Hilfe leisten soll. Ziel sei es, Eskalationen zu verhindern und die Kommunikation mit den Behörden wieder herzustellen.

Neutrale Beratung

«Wir verbessern die Situation der Betroffenen pragmatisch, rasch und unkompliziert, ohne dabei die Arbeit der Kesb zu beeinträchtigen», wird Kescha-Präsident Guido Fluri in der Mitteilung zitiert. Auch das Bundesamt für Justiz begrüsse die Schaffung der Anlaufstelle, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Konflikten leisten könne.

Vor allem verzweifelte Eltern, die mit einer Massnahme konfrontiert seien, wünschten sich eine neutrale Beratung. Die nicht staatliche, mit Fachpersonen besetzte Anlaufstelle biete das und leiste so einen wirksamen Beitrag zum Kindesschutz. Die Anfragen bei der Anlaufstelle werden durch das Familieninstitut der Universität Freiburg systematisch ausgewertet. Die Erkenntnisse sollen in die Arbeit der zuständigen Behörden einfliessen.

Laut der Generalsekretärin der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES), Diana Weber, ist zwei Mal jährlich ein Austausch mit der KOKES geplant. Dabei will man - unabhängig vom konkreten Einzelfall - mögliche Verbesserungen in den Abläufen diskutieren.

Bei Bedarf würden die Erkenntnisse auch den zuständigen Aufsichtsinstanzen oder Fachorganisationen weitergeleitet, heisst es in der Mitteilung. Die Anlaufstelle ist als Verein organisiert. Sie hat ihre Büros in Zürich. Das Angebot richtet sich jedoch an alle Sprachregionen der Schweiz. (sda)

Erstellt: 24.01.2017, 12:28 Uhr

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