Wenn Werbeplakate plötzlich sprechen können

Bald erlaubt die Stadt Zürich digitale Aussenwerbung. Gegen die «visuelle Verschmutzung» durch blinkende Plakate wehren sich besorgte Bürger.

2006 wurde das E-Board im Zürcher Hauptbahnhof lanciert, zehn Jahre später erlaubt die Stadt digitale Werbebildschirme auf öffentlichem Grund.

2006 wurde das E-Board im Zürcher Hauptbahnhof lanciert, zehn Jahre später erlaubt die Stadt digitale Werbebildschirme auf öffentlichem Grund. Bild: Daniel Rhis

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Die Digitalisierung ist auch bei den Werbeplakaten auf dem Vormarsch. 2016 erlaubt der Stadtrat zehn digitale LED-Werbebildschirme sowie dreissig Plakatdrehsäulen in Zürich. Die Stadt verspricht sich Mehreinnahmen von 1,5 Millionen Franken. Doch nicht alle sind mit Werbebildschirmen auf öffentlichem Grund einverstanden. Die Interessengemeinschaft Plakat Raum Gesellschaft (IG PRG) hat beim Stadtrat eine Petition mit über 500 Unterschriften gegen die Werbeform eingereicht.

Die blinkenden Bildschirme würden die Stadt visuell verschmutzen, erklärt der Co-Präsident der IG PRG, Christian Hänggi. Er stört sich, dass der Stadtrat die Einführung ohne fundierte wissenschaftliche Abklärungen beschlossen hat. Die durchgeführte Befragung sei manipulativ formuliert. «Die Fragen zielen auf eine positive Bewertung ab», sagt Hänggi. Er sieht die Umfrage als Deckmantel, genau wie die Ökobilanz der Werbebildschirme, welche die Stadt nach dem ersten Betriebsjahr erstellen lassen wird.

Bergler lädt Touristen zum Zvieri ein

Beim Hochbaudepartement ist man anderer Meinung. «Die Befragung wurde nicht von der Stadt, sondern von Demoscope durchgeführt», sagt Marco Lügstenmann von der Medienstelle. Auch die Ökobilanz werde von einer spezialisierten Firma erstellt. Der Betrieb der digitalen Plakate ist laut Hochbaudepartement an strenge Auflagen gebunden. So macht die Stadt etwa Vorgaben zur Dynamik der Bildabfolgen, zur maximalen Leuchtdichte und zur täglichen Betriebszeit.

Zurzeit können sich interessierte Firmen für die Flächen bewerben. Laut Branchenvertretern dürften sich die dominierenden Plakatwerbeunternehmen der Schweiz, APG und Clear Channel, derzeit ein Rennen um die vierzig papierlosen Plakatstellen der Stadt liefern. Über die Vergabe wird die Stadt frühestens Ende August informieren.

Einen Vorgeschmack auf digitale Werbung bietet der Zürcher Hauptbahnhof. Hier zeigt sich, was elektronische Plakatflächen alles können. Kürzlich begann einer der Bildschirme zu sprechen: Ein bärtiger Bündner vor Bergkulisse verwickelte Passanten in Gespräche und lud sie zu einem spontanen Zvieri in den Bergen ein. Wer zusagte, erhielt ein Billett, das in einem Fach unterhalb der Plakatstelle ausgestellt wurde. Dahinter steckten die Werbeagentur Jung von Matt/Zürich und das Tourismusamt Graubünden. Sie hatten für die Aktion ein herkömmliches E-Panel mit Mikrofon, Kamera und Livestream ausgerüstet und ein Kamerateam auf die Alp geschickt.

Link zur Bergler-Werbeaktion (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.07.2015, 11:38 Uhr

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