Anti-WEF: Militante Aktionen in Zürich angekündigt

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 19.01.2009 20 Kommentare

Der Farbanschlag auf die UBS war erst der Anfang. «Es wird auch militante Aktionen gegen das WEF geben», kündigt die Linksaktivistin Andrea Stauffacher an.

Widerstand gegen das WEF: Zürcher Linksaktivisten planen militante Aktionen. (Bild: Michael Wuertenberg)

Widerstand gegen das WEF: Zürcher Linksaktivisten planen militante Aktionen. (Bild: Michael Wuertenberg)

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Eigentlich sollte es während des Weltwirtschaftsforums (WEF) dieses Jahr ruhig bleiben in Zürich. Während Politiker und Konzernchefs in Davos über die Wirtschaftskrise diskutieren, beschränkt sich das Gegenprogramm in der Stadt auf die Tanzveranstaltung «Die Finanzwelt schlottert in Davos – wir feiern in Zürich». Die grosse Demonstration gegen das WEF ist am 31. Januar in Genf geplant. Weitere Veranstaltungen sind in Basel, St. Gallen und Winterthur angekündigt.

In Zürich sind keine offiziellen Aktionen gegen das WEF vorgesehen. «Bis jetzt ist kein Gesuch für eine Demonstration eingegangen», sagt Marco Cortesi, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei. Auch habe er keine Hinweise, dass noch eine Anfrage eingereicht würde.

Militante Aktionen geplant

Ruhig wird es in Zürich trotzdem nicht bleiben. Die Linksautonomen planen zahlreiche Aktionen. «Der Fächer der Handlungen ist sehr breit, neben den Tanztreffen und Spassaktionen gibt es auch Militantes», erklärt die Linksaktivistin Andrea Stauffacher gegenüber Tagesanzeiger.ch. Einen Vorgeschmack haben Linksautonome bereits in der Nacht auf Sonntag geliefert, als sie die Fassade der UBS am Paradeplatz rot und grün einfärbten. Der Anschlag auf die UBS ist erst der Anfang. Sie kenne viele, sagt Andrea Stauffacher, die so etwas machen wollten.

Noch nie haben sich in Davos so viele Teilnehmer angekündigt wie dieses Jahr, die Wirtschaftskrise hat Politiker und Konzernchefs aufgeschreckt. Diese Verunsicherung wollen jetzt auch die Kapitalismusgegner für ihre Zwecke nutzen. «Gegen das WEF zu mobilisieren bietet eine gute Gelegenheit aufzuzeigen, dass der Kapitalismus keine Fehler hat, sondern der Fehler ist», sagt die Linksaktivistin Andrea Stauffacher.

Die Polizei warnt vor Guerilla-Aktionen

Auch der Polizeisprecher Cortesi gibt keine Entwarnung. «Wir müssen damit rechnen, dass es zu weiteren Guerilla-Aktionen kommen wird, am Paradeplatz oder an anderen sensiblen Orten.» Für das nötige Personalaufgebot ist gesorgt: «An den WEF-Wochenenden gehen wir mit Ferien und Urlaub zurückhaltend um», sagt Cortesi. «Wir schauen, dass wir genügend Leute zur Verfügung haben.» Beschädigungen wie am Paradeplatz lassen sich damit trotzdem kaum verhindern. «Wir können nicht vor jedes Gebäude einen Polizist stellen», sagt Cortesi. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2009, 14:28 Uhr

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20 Kommentare

Lorenz Amstutz

19.01.2009, 21:49 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Interessant, wie sich Menschen über ein paar Farbflecken enervieren können und Schadenersatz, harte Strafe usw. fordern. Diejenigen hinter den verfärbten Fassaden haben Milliarden mutwillig in den Sand gesetzt und uns allen einen Riesenschaden zugefügt. Aber das stört keinen und wird auch für keinen davon Folgen haben. Da ist wohl einigen das Augenmass für Verhältnismässigkeit abhanden gekommen. Antworten


Hans Wurster

21.01.2009, 16:03 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Einfach mal damit es klar ist für alle hier. Klar haben die jugendlichen einen seich gemacht. Aber ist der Schaden den die Banken anrichteten und der Staat aus Angst vor diesen Gaunern unsere Steuergelder einsetzt nicht viel schlimmer. Ich finde die Aktion auch nicht gerade das gelbe vom Ei. Aber angesichts dessen was uns noch erwarttet ist es ein klacks. Die UBS war nur die Spitze des Eisbergs... Antworten



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