Jeden Monat lassen sich 1000 Deutsche nieder
Von Edgar Schuler. Aktualisiert am 25.11.2008
Der Bevölkerungsstatistiker Hans-Peter Bucher vom kantonalen Statistischen Amt hat gestern eine neue Studie zu den Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Kanton Zürich veröffentlicht. Das herausragende Ergebnis der Studie: Die Zahl der deutschen Zuzüger in Zürich sei letztes Jahr «förmlich explodiert». Damit bestätigt die Studie Zahlen, die der «Tages-Anzeiger» letzte Woche veröffentlicht hatte. Das Bundesamt für Migration in Bern hat allerdings eine eigene Interpretation für die massiv steigenden Zahlen. Das Amt reagierte gestern auf die Veröffentlichung Hans-Peter Buchers mit einer Mitteilung. Darin weist das Migrationsamt wie letzte Woche in einer Stellungnahme zum TA-Artikel darauf hin, dass ein Teil der deutschen Zuwanderer nicht erst im letzten Jahr in den Kanton Zürich gezogen ist, sondern vorher schon da war, etwa mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung. Diese deutschen Staatsangehörigen haben 2007 nur ihren Ausländerstatus gewechselt und verfügen nun über eine Niederlassungsbewilligung.
Statistiker Bucher schränkt deshalb seine Aussage ein: Die Zuwanderung werde dadurch «etwas überschätzt». Genaue Zahlen dazu können weder er noch das Bundesamt für Migration nennen. Bucher bleibt aber bei seiner Grundaussage: «Es gab einen aussergewöhnlichen Boom bei der Zahl der hier niedergelassenen Deutschen.» Er weist auch darauf hin, dass die Zahl anderer Einwanderer aus EU-Ländern nach der schrittweisen Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 nicht derart angestiegen ist, so etwa bei der am zweitschnellsten wachsenden Ausländergruppe, den Portugiesen. Zudem hält der Zustrom von Deutschen unvermindert an: In den ersten acht Monaten dieses Jahres erhöhte sich die Zahl hier niedergelassener Deutscher um 8000 Personen. In seiner Studie verweist Bucher auch auf die positiven Aspekte der deutschen Zuwanderer, deren überwiegende Mehrheit hierher kommt, um zu arbeiten, viele davon in anspruchsvollen Berufen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.11.2008, 22:13 Uhr



















