«… dann werfe ich den Müll halt auch auf den Boden»
Von Florian Blumer. Aktualisiert am 05.09.2008
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«In meinem Kollegenkreis ist es Sitte, dass man seinen Müll entsorgt», sagt Joy, 19-jährige Schülerin an der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene. Joy macht gerade Mittagspause an der Zürichsee-Promenade. «Wenn weit und breit kein Abfalleimer zu sehen ist», räumt sie dann allerdings ein, «werfe ich den Müll halt auch auf den Boden.» Das sei aber eher in anderen Städten ein Problem, in Zürich gebe es genügend Abfallkübel. Und tatsächlich: Am Uto-Quai steht alle paar Meter ein Müllkorb. Die meisten von ihnen sind randvoll.
«Stadtregierung hat falsch reagiert»
Auf den Treppenstufen neben einem solchen Behälter sitzen sieben Schüler der Kanti Stadelhofen. Einige von ihnen waren letzten Freitagabend am Botellón. Sie sind der Meinung, dass man auf der Blatterwiese selber hätte Mülleimer aufstellen müssen und nicht nur rund um das Gelände. «Und man hätte das Ganze an einen Ort mit Stein- oder Kiesboden verschieben sollen», fügt einer hinzu.
Auch der 25-jährige Wirtschaftsstudent Antoine sitzt mit zwei seiner Kollegen am Seeufer und diskutiert in der Mittagspause über den Botellón. Sie sind sich alle einig, dass Polizeichefin Esther Maurer und die Stadtregierung falsch reagiert haben: «Statt von Anfang an nein, nein, nein zu sagen, hätten sie sich besser frühzeitig um ein Abfallkonzept gekümmert. Verbieten liess sich der Anlass ja sowieso nicht.» Die drei Studenten glauben nicht, dass das Liegenlassen von Abfall eine Zeiterscheinung ist. «Mit 16 oder 17 war ich auch so», meint Christian, «in dem Alter hat man halt andere Sorgen.» Heute störe es ihn selber, wenn Müll herumliegt – also räume er seinen auch weg.
Abfallpauschale oder Abfall-Konfrontation
Eine andere Gruppe Kantonsschüler sieht den Grund für den vielen Abfall auf öffentlichem Grund ebenfalls nicht in erster Linie bei ihrer Generation. «Die ganzen Fast-Food-Verpackungen hat es halt früher nicht gegeben. Heute muss alles schön aussehen, alles ist zum Wegwerfen und Pfand ist auch nirgends mehr drauf», sagt einer von ihnen. Ein anderer schlägt vor, dass man bei einem weiteren Botellón eine Abfallpauschale von zum Beispiel fünf Franken verlangen könnte.
Eine radikalere Idee hat Oliver Künzler, 25-jähriger Publizistik-Student: «Warum lässt man die Wiese nach dem nächsten Wochenende nicht einfach mal eine oder zwei Wochen so, wie sie ist? Das könnte die Müllverursacher zum Nachdenken anregen.» Er kann die Aufregung zwar nicht verstehen: «Getrunken wird sowieso, der Abfall entsteht sowieso. Nun ist für einmal halt alles auf einem Haufen gewesen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.09.2008, 15:35 Uhr
Zürich
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



