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Oberer Letten: Frauendeck bleibt

Der Stadtrat ändert seine Pläne: Das Frauendeck in der Badi Oberer Letten bleibt bestehen. Die Quartierbewohner freuts.

Die Frauen haben weiterhin ihr eigenes Deck: Badeanstalt Letten.

Die Frauen haben weiterhin ihr eigenes Deck: Badeanstalt Letten.
Bild: Nicola Pitaro

Umfrage

Braucht die Badi ein Frauendeck?

Ja klar, die Frauen brauchen Privatsphäre.

 
19.5%

Nein, heutzutage sind gemischte Bäder üblich.

 
61.3%

Egal, es soll bleiben wies ist: Frauendeck am Tag, Lounge am Abend.

 
19.2%

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Public Viewing, Restaurant Pier 7, Spielplatz Artergut: Der neue Stadtrat hat in den vergangenen Wochen mehrere Male dem Druck der Bevölkerung nachgegeben und geplante Projekte über den Haufen geworfen oder modifiziert. Auf Volkes Stimme hört er nun auch bei der Badi Oberer Letten, die das Sportamt der Stadt Zürich für 6,12 Millionen Franken sanieren will. Sekundiert von Gemeinderäten der Grünen und AL, haben über 4000 Personen eine Petition zur Erhaltung des Frauendecks unterschrieben. Sie befürchten, dass «die Eventmeile am Fluss nochmals ausgebaut wird».

Geplant war, die Petition vor der nächsten Gemeinderatssitzung zu übergeben. Am kommenden Mittwoch wird das Parlament über einen Zusatzkredit abstimmen, der auch den Letten-Umbau beinhaltet. Die Quartierbewohner wollen eine Mehrheit des Rats für eine Ablehnung des Kredits gewinnen. Ihr Widerstand hat sich bereits gelohnt: Der Stadtrat verzichtet darauf, das heutige Frauendeck aufzuheben. Er will es während der Badezeit «in seiner Form und Exklusivität» beibehalten und weiter nur im Abendbetrieb auch für Männer öffnen; dies hat er gestern mitgeteilt.

Fragen bleiben offen

Die Spitzkehre des Stadtrats löst nicht nur Jubel aus. «Das Bekenntnis zum Frauendeck ist zwar erfreulich», sagt Rayelle Niemann von der Interessengemeinschaft Frauendeck Oberer Letten. Es bleiben aus ihrer Sicht aber viele Fragen offen, speziell mit Blick auf die geplanten Neuerungen. Gemäss Stadtrat soll ein Gastrokiosk zusammen mit einer gedeckten Gästeterrasse vor dem Frauendeck platziert werden. Den Kiosk am heutigen Standort zu belassen, würde Mehrkosten von mehreren Hunderttausend Franken generieren, schreibt der Stadtrat. Niemann fragt sich, ob die neue Lösung einen Anbau beinhalte und wie gross dieser wäre. Fragen dieser Art gelte es jetzt zu klären. Die IG sucht deshalb das Gespräch mit der Stadt.

Als weitere gewichtige Neuerung will der Stadtrat die Zahl der Tische und Sitzgelegenheiten reduzieren. Das Mitteldeck soll als reine Liegefläche dienen. Geplant ist ferner eine mobile Theke unter dem bestehenden Vordach. Aus Sicht der Denkmalpflege werde das Flussbad dadurch nicht beeinträchtigt, schreibt der Stadtrat. Die Kosten für die Theke müssen die Pächter des Restaurants Pier West, Stephan Roth und Dragan Vojnovic, übernehmen. Roth will dazu erst Stellung nehmen, wenn er die neuen Pläne im Detail studiert hat.

Die beschlossenen Änderungen haben keine Auswirkung auf die Kredithöhe und den Fahrplan des Umbaus, der bis zur nächsten Badesaison abgeschlossen sein soll. Mit Ausnahme des Limmatschwimmens werden auf dem Areal der Badi auch künftig keine weiteren Events stattfinden. Unverändert bleibt auch das Betriebskonzept. Der Stadtrat ist überzeugt: Der Grossteil der Bevölkerung schätze tagsüber den «ruhigen Badebetrieb» und abends die «gemütliche Zone in einem wunderbaren Ambiente». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.07.2010, 10:05 Uhr

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11 Kommentare

Dinara Khuraki

16.07.2010, 16:13 Uhr
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Ich finde es wichtig, dass man uns Frauen auch eine gewisse Privatsphäre lässt. Schlussendlich kann ich nirgends mehr "oben ohne" baden, ohne dass ich von allen Männern angestarrt werde. Mein Freund Ulo ist hier zwar nicht meiner Meinung, doch wer nicht immer nach dem "Lustprinzip" lebt, sollte dies verstehen. Ich finde es gut, dass es getrennte Bereiche gibt - dank dem sozialen Stadtrat. Antworten


schnell andreas

14.07.2010, 13:55 Uhr
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ich fühle mich diskriminiert, ausgegrenzt und nicht ernstgenommen, was sind das für revierkämpfe die hier aufgetragen werden? einerseits die volle gleichstellung, andererseits... wenn... aber... nur.... nein... wir...nicht ernste fragestellung, wo ist hier gleichberechtigung? wo leben wir eigentlich? muss dies in strassbourg eingeklagt werden? Antworten


Ueli Baumberger

12.07.2010, 10:26 Uhr
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Ich war gestern im Seebad Utoquai und habe mich masslos darüber geärgert, dass faktisch die halbe Badi für gemischte Gruppen gesperrt ist. Wieso gibt es in Zürich überhaupt noch getrennte Badis? Wie zeitgemäss finden das wohl unsere tiefroten Stadträte? Lieber Geschlechtertrennung statt Partymeile, da zeigt die einst so fortschrittliche Linke eindrücklich, wie Rückwärtsgewandt sie in Wahrheit ist. Antworten


Leo Ullmann

11.07.2010, 22:27 Uhr
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Lieber Carlo Müller,das mit den "Extrawürsten" hat Die Natur so eingerichtet. Seien Sie doch stolz darauf! Antworten


Elisabeth Niederer

08.07.2010, 21:59 Uhr
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Der Stadtrat will weiterhin den hinteren Bereich des Oberen Letten als Partymeile nutzen mit der Konzession, dass tagsüber das Frauendeck bleibt.Weiterhin würden ab 18 Uhr Passantenströme den Badibetrieb stören. Die Hygienemängel, dass hunderte von Leuten jeden Abend mit Strassenschuhen die Liegebereiche als Trottoir benutzen, ist noch nicht gelöst.Der Gemeinderat sollte den Kredit ablehnen, damit wirklich eine Denkpause möglich ist und eine seriöse, verbindliche Nutzungsplanung unter einbezug von Badegästen und Quartier gemacht wird. Antworten


albert bänziger

08.07.2010, 19:46 Uhr
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warum umbauen? so wie die badi jetzt ist ist sie doch wunderschön. verstehe nicht wiso die stadt da wieder millionen verschleudern will.die sanitären anlagen sind in ordnung und sauber. Antworten


marie berner

08.07.2010, 11:13 Uhr
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ich finde es etwas bedenklich, wie wenig der stadtrat den draht zur bevölkerung hat. da wird munter an den bedürfnissen der bewohner vorbeipolitisert: public viewing verbot bis hin zur spitzkehre im oberen letten. sind die damen und herren gar doch nicht so volksnah, wie ihre marketingfachleute vor den wahlen versuchten zu suggerieren? Antworten


Nils Leuzinger

08.07.2010, 10:46 Uhr
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@Müller Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht. Allerdings ist es immer ein verschwindende Minderheit der Frauen die "rumschreit". Die meisten Frauen, die ich kennen, sind völlig vernünftig wollen ganz einfach gleichberechtigt sein und interessieren sich weder für Quoten noch affige Sprachregelungen. Aber irgendwie müssen die überflüssigen Gleichstellungsbeauftragten ihr Dasein ja begründen... Antworten


John Tobler

08.07.2010, 10:23 Uhr
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danke carlo meine rede. Antworten


Gianin May

08.07.2010, 08:38 Uhr
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Weiso muss immer alles topmodern sein, ich finde es so wie es jetzt ist viel besser Antworten


Carlo Müller

08.07.2010, 06:37 Uhr
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Sehr erfreulich, dass der neue Stadtrat vermehrt auf die Anliegen der Bevölkerung eingeht. Aber der Fall Frauendeck wirft noch eine ganz andere Frage auf: Weshalb brauchen die Frauen eigentlich immer Extrawürste? Zumal im umgekehrten Fall gern und schnell 'Diskriminierung!' geschrieen wird... Antworten



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