5000-mal Koks verkauft: Polizei schlägt zu
Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 26.11.2008 68 Kommentare
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Kommentar
Dealer endlich ausschaffen
Von Stefan Hohler
Ausländische Drogenhändler im Zürcher Langstrassenquartier führen den Rechtsstaat regelrecht an der Nase herum. Obwohl sie von der Polizei unzählige Male aufgegriffen werden, sind sie nach kürzester Zeit wieder auf freiem Fuss. Den «Kügelidealern» kann meist nur der Verkauf von Kleinstmengen nachgewiesen werden. Die monatelange Überwachung von drei «Kügelidealern» durch die Stadtpolizei zeigt jetzt aber deutlich: Kleinvieh macht auch Mist. Die Männer haben innerhalb von mehreren Monaten knapp zwei Kilogramm Kokain im Wert von 160'000 Franken verkauft. Also keine Rede von kleinen Fischen: Das sind Grossdealer.
Der Aufwand, den Polizei und Staatsanwaltschaft betreiben müssen, um diese Machenschaften aufzudecken, ist absurd hoch. Die Chance, dass diese notorischen ausländischen Kriminellen ausgeschafft werden können, ist gering: Bei Jahresaufenthaltern ist eine Verurteilung mit einem Strafmass von zwei Jahren nötig, bei Niedergelassenen sogar drei Jahre. Damit ist die Abschreckungswirkung auf diese Leute lächerlich klein.
Darum müssen sich das Bundesgericht und das kantonale Migrationsamt die Frage stellen, ob sie die Latte für eine Ausschaffung tieferlegen sollen. Wer allein für schmutzige Geschäfte bei uns ist, hat sein Aufenthaltsrecht verwirkt.
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Es ist immer das gleiche Schauspiel: Die Polizei fasst einen Drogendealer; dieser hat höchstens ein paar wenige Gramm Kokain bei sich – oder schluckt die Portionen noch während der Verhaftung. Die Strafe fällt entsprechend tief aus: Nach wenigen Stunden sind die Dealer oft wieder draussen auf der Strasse und verkaufen ihre «Kügeli». Die abschreckende Wirkung bleibt aus. Derzeit dominieren vor allem Schwarze den Kokainmarkt im Langstrassengebiet.
Jetzt hat die Zürcher Stadtpolizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft II eine neue Strategie gegen die Dealer eingesetzt: Während der letzten Monate haben Fahnder einige Händler gefilmt und ihre Verkäufe protokolliert – ohne einzugreifen. Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei, bestätigt die Recherchen des TA: «Wir wollten so aufzeigen, dass die Händler eben keine Kleindealer sind, sondern gross im Geschäft». Einige Hundert Drogenübergaben haben die Fahnder mit Kameras so dokumentiert. Ausserdem hat die Polizei die identifizierten Käufer der Drogen befragt. Viele von ihnen belasteten laut Cortesi die Dealer und gaben an, schon lange Kunden zu sein.
Fast zwei Kilogramm Kokain
Aufgrund des Beweismaterials hat die Polizei bisher drei Männer festgenommen: einen 30-jährigen Nigerianer, dem über 1000 Drogenverkäufe zur Last gelegt werden, einen 31-jährigen Mann aus Nigeria mit rund 3000 Verkäufen und einen Schweizer nigerianischer Herkunft, auf dessen Konto 1250 Drogenhandel gehen sollen. Insgesamt haben so fast zwei Kilogramm Kokain den Besitzer gewechselt. Cortesi beziffert den Wert der Ware auf rund 160'000 Franken. Die Festgenommenen seien «nur teilweise geständig». Einer der Dealer hat eine Jahresaufenthalts-, der andere eine Niederlassungsbewilligung. Gemäss Polizei ein häufiges Bild. Anders als Händler mit Flüchtlingsstatus kann die Polizei diese Dealer nicht mit einem Rayonverbot fernhalten. Das soll sich mit dem neuen Polizeigesetz ändern, das voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft tritt. Dann können Personen von einem Ort weggewiesen werden, wenn sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden oder Dritte erheblich belästigen. Die Maximaldauer einer solchen Fernhalte-Massnahme beträgt 14 Tage.
Ob es sich um eine einmalige Aktion handelt oder ob mit weiteren Kameraobservationen zu rechnen ist, will Cortesi aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen. Er spricht aber von «mehreren neuen Taktiken». Das Quartier begrüsst das Vorgehen. «Die Situation hat sich in den letzten Monaten merklich beruhigt», sagt ein Anwohner. Ihm ist aufgefallen, dass die Polizei ihre Präsenz stark erhöht hat. An der Brauerstrasse, an einem der Umschlagsplätze, habe es viele Kontrollen gegeben. Im September waren die Anwohner auf die Strasse gegangen, um gegen die steigende Gewaltbereitschaft der Dealer gegenüber den Anwohnern zu demonstrieren. Inzwischen habe die Aggressivität nachgelassen, sagt der Anwohner. Auch Rolf Vieli, Leiter des städtischen Projekts Langstrasse Plus, streicht die Wirksamkeit der verstärkten Polizeipräsenz und der neuen Strategieansätze heraus. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.11.2008, 07:02 Uhr
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68 Kommentare
Was regen sich hier alle auf? Der Kampf gegen die Drogen kann man nicht gewinnen. Selbst mit totaler Repression wird es immer einen Schwarzmarkt geben. Wer Drogen haben will, kriegt sie auch. Dazu kommt noch die Beschaffungskriminalität. Wieso legalisieren wir den Drogenkonsum nicht? Die Leute sollen endlich ihre Eigenverantwortung wahrnehmen. Wer den goldenen Schuss will, kann ihn haben, legal. Antworten


































