Die Piraten der Karibik entern Embrach
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Heute um 17 Uhr betreten die ersten Gäste die Tortuga Music Bar. Nach der Ausweiskontrolle beim Türsteher werden die Besucher über eine kleine Holzbrücke laufen. Auf der rechten Seite plätschert ein künstlicher Wasserfall in einen kleinen Teich, der unter der Brücke hindurch zu einer Schatztruhe mit Skelett führt. Nach der Brücke erwartet die Gäste das DJ-Pult in Form eines Piratenschiffs. Rund herum ist die Bar gebaut.
Im hinteren Teil des Lokals sind aus Dutzenden Holzfässern Tische und Hocker entstanden. Diese Lounge ist ab Mai ein abgetrenntes Fumoir. Das gesamte Lokal ist mit Totenschädeln, Gewehren, Säbeln, Papageien, Bambusstangen und Palmblättern dekoriert.
Verantwortlich für diese bis ins kleinste Detail durchdachte Einrichtung sind zwei aus der Partyszene bekannte Unterländer. Der Embracher Gemeinderatskandidat Roman Hablützel (33) veranstaltet seit zehn Jahren das Bar-und-Pub-Festival in der Bülacher Tennishalle. Mitgründer Olivier Ayer (42) führte das Glasshouse in Bülach. Dieses schloss Anfang 2009 seine Türen. «Wir suchten zusammen nach einem neuen Standort für ein Projekt, welches mehr als eine einfache Bar, aber nicht ein Klub sein sollte», erklärt Hablützel.
Musik und warmes Essen
Herausgekommen ist die Tortuga Music Bar, in der immer Musik läuft und von Donnerstag bis Samstag ein DJ auflegt. «Tortuga ist die Pirateninsel aus dem Disney-Film «Pirates of the Caribbean», sagt Hablützel. «Wir fanden dieses Thema spannend und zeitgemäss.» Das Angebot wird von einer Speisekarte abgerundet, welche über die übliche Tiefkühlkost hinaus geht. «Das warme Essen wird vom lokalen Lieferdienst frisch zubereitet.»
Die Räumlichkeiten mussten die Unterländer etwas länger suchen. Dem Embracher Hablützel wurde dann ein Lokal im Embraport angeboten, welches schon früher eine Bar beherbergt hatte. Zusammen mit Mitgründer Yvo Braunschweiler (32) mieteten die Unterländer den Raum und legten los.
Holzige Einrichtung
Ayer und Hablützel arbeiteten in den letzten fünf Monaten Vollzeit an der Bar. «Der grösste Teil der Einrichtung ist aus Holz, und wir haben 90 Prozent davon selber gebaut», sagt Hablützel nicht ohne Stolz. Der gelernte Elektromonteur Hablützel und der ehemalige Bülacher Bade- und Eismeister Ayer hatten dazu Unterstützung von einem Plattenleger. «Das meiste machten wir nach dem Prinzip Learning by Doing», verrät Hablützel. Das Ergebnis wird noch manchen Gast staunen lassen.
«Unser Wunschpublikum für die Bar ist über 20 und zivilisiert», sagt Hablützel. Lärm, Sachbeschädigungen oder Gewalt seien kein Thema: «Ein solches Publikum sprechen wir nicht an. Hier wird es keine Besäufnisse geben.»
Hans Künzi, Leiter der Polizei- und Gesundheitsabteilung der Gemeinde Embrach, schaut der Eröffnung der Tortuga Music Bar ebenfalls gelassen entgegen. «Wir erwarten, dass die erfahrenen Betreiber ihre Sache im Griff haben werden», sagt er. Die Gemeinde werde sicher ein Auge auf die Bar haben. Allgemein freut man sich in Embrach über den neuen Klub. Und weil wohl heute nicht alle Gäste in der rund 280 Personen fassenden Bar Platz finden, wird die Eröffnung gleich bis Ostersonntag gefeiert.
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(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.04.2010, 04:00 Uhr
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