«Die Präzision dieser Kornkreise ist unglaublich»
Von Sarah Sidler . Aktualisiert am 13.07.2010 32 Kommentare
Es herrscht eine friedliche Stimmung, beinahe feierlich mutet sie an. Um die zehn Personen befinden sich im Hochfelder Kornfeld zwischen dem Bauernhof der Familien Heidelberger und der Glatt. Sie zeigen sich schwer beeindruck von den Kornkreisen, die donnerstags dort entdeckt wurden.
Seit Freitagmittag finden sich immer mehr Schaulustige vor Ort ein. Den Autokennzeichen nach, reisten sie aus der ganzen Deutschschweiz an. Der Ansturm hält sich jedoch in Grenzen: «Wir haben die Situation einigermassen im Griff», sagt der Landwirt Peter Heidelberger. Entgegen seinen Befürchtungen wurde das rund fünf Hektaren grosse Feld durch die Schaulustigen nicht noch mehr zerstört: «Die Leute halten sich überraschend gut an den mit Absperrbändern gezogenen Pfad.» Weil das Feld besichtigt werden kann, sollte die Neugier rasch gestillt sein, so der Bauer.
Spenden sollen Schaden decken
Kurz nach der Entdeckung der Kornkreise sei es ihm jedoch nicht ganz wohl gewesen: «Wir hatten keine Ahnung, was passieren wird.» Es gab sogenannte Experten, die ihm sagten, dass Tausende von Menschen anreisten. Andere haben gar geraten, das ganze Feld abzusperren. «Wir haben spannende Menschen kennen gelernt», sagt Heidelberger.
Die Bauernfamilie verlangt zur Besichtigung keinen Eintritt, hat jedoch eine Kasse hingestellt. Wer will, kann einen freiwilligen Beitrag für den Ernteausfall leisten. Der Schaden wird auf rund 2000 Franken geschätzt. Genauere Zahlen weiss man nach der Ernte, die in rund einer Woche beginnen wird.
Rätselhafte Begebenheiten
Kaum jemand betritt das Feld, ohne vorher etwas Kleingeld gespendet zu haben. So auch Michelle Meier mit ihrer Familie: «Wir leben in Hochfelden und kamen hierher, weil das Feld in der Nähe liegt», sagt sie. Die Kornkreise seien im Dorf ein Thema. Man rätselt, wie sie entstanden sein könnten. Doch die meisten nähmen das Phänomen locker, so die Einheimische.
Auch Vanessa Furrer aus Hochfelden ist vor Ort. Gemeinsam mit Martin Obrist aus Embrach. Beide beschäftigen sich seit längerer Zeit intensiver mit Kornkreisen. «Es gibt Zeichen, die deuten darauf hin, dass sie durch Strahlen entstanden sind», sagt Obrist. Obwohl der Akku seiner Kamera frisch aufgeladen sei, habe er im Feld plötzlich nicht mehr funktioniert. Dasselbe sei gleichzeitig bei einer anderen Person in der Nähe passiert. «Abgebrochene Halme im Feld und ungleichmässige Kreise deuten wiederum auf menschliche Spuren hin», sagt der Embracher. Nicht nur die Tatsache, dass die Nacht von Donnerstag auf Freitag extrem dunkel gewesen war, gibt Hansueli Strehle aus Schafisheim zu denken. «Ich bin Vermesser und kann mir die Konstruktion eines so symetrischen Musters schwer vorstellen.» Er ist positiv beeindruckt von der friedlichen Stimmung vor Ort. «Ich befürchtete einen Massenauflauf.» Auch Monika Müller und Yvonne Geiler aus Bülach sind beeindruckt: Sie können sich nicht vorstellen, dass dieses Muster von jemanden über Nacht geschaffen wurde. «Die Präzision ist unglaublich.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.07.2010, 23:22 Uhr
Kommentar schreiben
32 Kommentare
Regt Euch wieder ab leute. Das ist bloss ein harmloser protest gegen den rücktritt Moritz Leuenbergers und gegen die erderwärmung . . . Eine wesentlich heftigere protest-form kommt dann, wenn an seiner stelle ein SVP-mann – mit industie-erfahrung – (wieder) in den bundesrat gewählt wird ! Antworten



