Zürich
Eberhard übernimmt die Weiacher Kies AG
Von Sandra Zrinski. Aktualisiert am 04.05.2009
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Die Weiacher Kies AG kommt zum ersten Mal seit ihrem Bestehen in Schweizer Hände. Nach einem misslungenen Versuch zweier Basler Unternehmer, den Weiacher Kies gewerblich abzubauen, übernahm 1962 eine deutsche Firma die Abbau-Konzession. Im Frühling 2004 kaufte das französische Unternehmen Lafarge die Weiacher Kies AG. Nun wird sie Teil der Eberhard-Unternehmungen, die in Kloten zu Hause sind. Im gleichen Zug wird eine weitere Firma, die bisher der französischen Lafarge gehört hat, das Porphyrwerk in Detzeln in Waldshut-Tiengen, in die Eberhard Holding AG integriert. Damit wächst deren Personalbestand um 45 auf 370 Mitarbeitende. Über den Preis der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
Keine Entlassungen
«Die Mitarbeitenden werden alle übernommen», sagte am Montag Heinz Eberhard, Leiter Zentrale Dienste, auf Anfrage. Sowohl jene in Weiach als auch die Angestellten des Transportbetonwerks in Rümlang können ihrem Job wie bis anhin nachgehen. Entlassungen werde es keine geben. Die Standorte würden im bisherigen Rahmen und mit den gleichen Abläufen weiterbetrieben.
Mit dem aktuellen Kauf erweitert die nicht börsenkotierte Eberhard Holding AG ihren Angebotsfächer um ein weiteres wichtiges Glied und mausert sich zu einem Bauimperium: Sie baut nun Kies ab, ist im Tiefbau, im Rückbau und in der Altlastensanierung tätig, macht biologische Bodensanierungen und verfügt in Lufingen über eine Grube, in der sie eine Deponie bauen will. Ein weiterer Zukauf ist gemäss Heinz Eberhard vorläufig nicht geplant: «Zuerst müssen wir diesen sauber unter Dach und Fach bekommen.»
Für die Gemeinde Weiach, wo der Sitz der Weiacher Kies AG bisher war, ändert sich vorläufig nichts. Die Steuern werden weiterhin der Gemeinde zufliessen. Sie machen gemäss Gemeindeschreiber Peter Wunderli rund ein Fünftel der Steuereinnahmen des 1000-Seelen-Dorfes aus. Ausserdem erhalten die Gemeinde und Private für das an die Kiesfirma verpachtete Land pro Kubikmeter gewonnenem Kies eine Entschädigung; das Kiesgeld, wie es in der Gemeinde genannt wird. Die Beträge dafür variieren gemäss Peter Wunderli zwischen 10'000 und 80'000 Franken pro Jahr.
Wechsel zum «Familienunternehmen»
Der Weiacher Gemeindepräsident Gregor Trachsel äussert sich sehr positiv über den Besitzerwechsel der Kies AG. Er hat Einsitz im Verwaltungsrat der Weiacher Kies, denn die Gemeinde verfügt seit je her über 5 Prozent der Aktien. «Die bisherige Besitzerin Lafarge ist ein grosser internationaler Konzern und der Hauptsitz in Paris sehr weit weg», sagt Gregor Trachsel. «Nun geht die Weiacher Kies sozusagen an ein Familienunternehmen über, das man gut kennt.»
Am Montag wurde die Belegschaft der Weiacher Kies AG über den Verkauf informiert. Laut Direktor Materne Guth hat sie die Information positiv aufgenommen. Auch er wertet es als Pluspunkt, dass der Besitzer nun in der Nähe ist. Ausserdem handle es sich bei der Weiacher Kies AG um ein gesundes Unternehmen.
In Weiach können gemäss Richtplan auf einer Fläche von total 45 Hektaren noch 4,7 Millionen Kubikmeter Kies abgebaut werden. Das Unterland und insbesondere das Rafzerfeld gehören zu den wichtigsten Kiesgebieten im Kanton Zürich.
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Erstellt: 04.05.2009, 20:18 Uhr
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