Zürich
Fettere Pfeile gegen Geisterfahrer stossen auf Kritik
Von Daniel Schurter. Aktualisiert am 01.09.2010 2 Kommentare
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Jede zweite Geisterfahrt auf Schweizer Autobahnen beginnt bei einer Ausfahrt. Geisterfahrer zu stoppen, bevor sie richtig in Fahrt kommen: Das ist das Ziel des Bundesamtes für Strassen (Astra). Denn Zusammenstösse mit korrekt fahrenden Autos enden fast immer mit Schwerverletzten und Toten.
Letzten Herbst hat der Bund zusätzliche Strassensignalisationen veranlasst, um die Sicherheit bei den Ein- und Ausfahrten zu verbessern. Im Juli sind die entsprechenden Arbeiten auf dem Nationalstrassennetz abgeschlossen worden.
Vielen Unterländer Verkehrsteilnehmern ist es bereits aufgefallen: Neu verdeutlichen vier rote Schilder mit dem weissen Strich, dass die Einfahrt verboten ist. Bisher waren es zwei. Zudem sind die «Einfahrt verboten»-Schilder um 50?Prozent vergrössert worden. Weiter prangen nun dicke weisse Richtungspfeile auf dem Boden. Diese Markierungen sind mehr als doppelt so dick wie die alten Pfeile. Zudem gibts laut Astra pro Ausfahrt mindestens drei Pfeile.
Alle Ein- und Ausfahrten der 420 Autobahnanschlüsse sind inzwischen nachgerüstet worden, dazu 120 Rastplätze und 40 Raststätten. Die Aktion kostet den Steuerzahler rund fünf Millionen Franken. «Als Eigentümer und Betreiber der Nationalstrassen ist es unsere Aufgabe, ein möglichst sicheres Hochleistungsnetz anzubieten», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach.
Die neue Signalisation sei keine Anpassung an EU-Normen. Für die Markierung der Richtungspfeile wurde eine spezielle Markierungsfarbe verwendet. Sie bleibe auch bei Regen griffig. «Die Pfeile weisen bei Nässe praktisch den gleichen Reibwert wie die Fahrbahn auf.» Dieselbe Farbe werde auf den Autobahnen beim Markieren der Seitenlinien verwendet, sagt der Astra-Sprecher.
Auf Kritik stossen die Strassenmarkierungen bei Swiss Moto, dem Verband der Schweizer Motorradfahrer. «Die Pfeile sind zu gross», sagt Philippe Hauri, der die verbandsinterne Verkehrssicherheitskommission präsidiert. Grössere Markierungen bedeuteten eine erhöhte Rutschgefahr für die Töfffahrer. Schlecht sei auch, dass Pfeile in Kurven platziert wurden und in der Strassenmitte lägen.
Dem pflichtet der Bülacher Christian Weber, Präsident des Chopper-Clubs Phoenix, bei. Der passionierte Töfffahrer spricht von «unnötigem Schabernack». Die Wirksamkeit sei fraglich, es gebe bereits zu viele Markierungen.
Fahrlehrer Mario Koch aus Regensdorf erachtet die Signalisationen als sinnvoll. Die Rutschgefahr für Töfffahrer nehme wohl tatsächlich zu. Doch spiele es kaum eine grosse Rolle, wenn ein Pfeil einige Zentimeter breiter sei. Den angehenden Motorradlenkern werde in der Fahrschule beigebracht, Bodenmarkierungen grundsätzlich zu meiden.
Oder doch Nagelbänder?
Statistisch betrachtet, muss in der Schweiz mit jährlich bis zu 30 schweren Geisterfahrerunfällen gerechnet werden. Den Anlass für die zusätzlichen Signalisationen gab eine Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) aus dem Jahr 2006. Die Studie nannte zwei Risikogruppen: junge Lenker, die betrunken waghalsige Manöver ausführen, und Senioren, die in der Nacht Ausfahrten mit Einfahrten verwechseln.
Doch lassen sich damit längst nicht alle Falschfahrer aufhalten. Braucht es nicht eher automatische Nagelbänder wie in Österreich? Der Astra-Sprecher winkt ab. Das sei ebenfalls geprüft worden. Autopneus aufschlitzende Anlagen seien fehleranfällig und gefährlich. Zudem gebe es Fahrzeuge, die «rückwärts» auf die Autobahn fahren dürfen. So etwa Polizei und Feuerwehr. Und schliesslich gebe es einen intensiven Winterdienst.
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Erstellt: 31.08.2010, 19:46 Uhr
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2 Kommentare
schlimmer finde ich eigentlich bei besagter Ausfahrt ein paar Meter weiter vorne das eingelassene Magnetband, sofern es eines ist für die Verkehrszählung etc. da fahre ich regelmässig drüber und jedes mal rutscht mir das Vorderrad leicht auf die Seite. Dies ist meiner Meinung nach gefährlicher, gerade wenn es nass ist und man das schwarze nicht gut sieht. Die weisser Pfeil sind ja gut sichtbar. Antworten




ralph kocher
Müssen Motorradfahrer immer am Limit brettern? Auf Alpenstrassen fahren sie der Mittellinie entlang, sodass in der Kurve bei entgegenkommenden Bussen jeweils um Haaresbreite nur ausgewichen werden kann. Letzthin beim Alpabzug kam Regen auf. Die Kuhfladen in der Kurve waren nicht auszumachen. Dafür aber die Schleifspuren von abgerutschten Töffs. Eine tolle Mäsch heisst nicht, dass man fahren kann! Antworten