Grosse Nachfrage nach Bachser Biofischen rechtfertigt Aufwand
Von Sarah Sidler. Aktualisiert am 04.08.2010 1 Kommentar
Richtig romantisch mutet die Fischzucht der Familie Glauser im Bachsertal an: Zwischen Wiesen und hohen Bäumen züchtet sie mit einem Angestellten rund 150?000 Forellen in 17 Naturweihern. Jeder misst rund 50 Quadratmeter. Es ist still. Ab und zu hört man einen springenden Fisch ins Wasser eintauchen. Türkisfarbene Libellen schwirren am Ufer des Wassers, das vom Fisibach abgeleitet wird.
Doch der Schein trügt. «Der Betrieb ist mit viel Aufwand verbunden», sagt Fischwirt Heinz Glauser. Seine Familie hat die Zucht 1993 übernommen. Seit 2001 produziert sie auf dem 1,3 Hektaren grossen Betrieb nach biologischen Richtlinien. Um diesen zu entsprechen, kontrolliert der Bachser seine Fische täglich. Das ist besonders im Sommer notwendig: «Die Wassertemperatur liegt derzeit bei 17?Grad. Wärmer sollte sie nicht werden», sagt Glauser. Während der Sommergewitter schaut er sogar alle zwei Stunden nach dem Betrieb: Der Zufluss in die Weiher muss ständig gewährleistet sein. Die Fische benötigen ständig frischen Sauerstoff. «Im Moment läuft alles bestens», sagt Glauser.
Noch vor einem Jahr sah alles anders aus: Nach starken Regenfällen wurden die Teiche überflutet, Glauser verlor rund 70?000 Fische. Doch er hatte Glück im Unglück: Die Versicherung bezahlte grosszügig einen Teil des Schadens.
Erweiterung nicht möglich
Der Stolz der Fischzucht sind die 120?Muttertiere. Die Saiblinge, Gold-, Regenbogen- und Bachforellen wiegen bis zu 7 Kilogramm und werden 10 Jahre alt. «Für die Zucht verwenden wir die Fische mit den schönsten Zeichnungen», sagt der Fischwirt. Sie lassen sich besser verkaufen. Für die Zucht werden den Muttertieren einmal jährlich die Eier abgestreift. Dazu werden sie in einem separaten Becken mit Nelkenöl kurz betäubt. Nach drei Monaten im Bruttrog werden die rund 4 Zentimeter kleinen Fische im obersten Weiher ausgesetzt. Bis sie 18?Monate alt sind, durchschwimmen sie alle 17?Teiche. Die Tiere dürfen erst in diesem Alter geschlachtet werden.
Leben zuerst bis 20'000?Fische in einem Teich, nimmt die Anzahl mit wachsender Grösse bis auf 5000?Fische ab. Gemäss den biologischen Produktionsrichtlinien dürfen pro Kubikmeter Wasser jährlich 20?Kilogramm Fische produziert werden. «Produziert man Fische im konventionellen Rahmen, sind bis zu 100 Kilogramm in derselben Wassermenge erlaubt», erklärt Glauser.
Sind die Tiere im letzten Becken angelangt, werden sie aus dem Wasser genommen und mit einem kurzen, harten Stockschlag zwischen die Augen getötet. Glauser nimmt die Tiere einen Tag vor Verkauf aus und lagert sie bei 2 Grad. Einige Tiere werden geräuchert, über Nacht getrocknet und am nächsten Tag filetiert: «Geräucherte Fische laufen momentan sehr gut», sagt Glauser. Am meisten verkauft er aber Regenbogenforellen. Pro Woche setzt er bis zu 350?Kilogramm Fische ab, das sind knapp 20?Tonnen pro Jahr.
Dreimal pro Woche verkauft die Familie ihre Fische an Wochenmärkten in Zürich. Die Hälfte der Produktion geht an Restaurants in der Region: «Der Bedarf nach Biofischen ist gestiegen», freut sich Glauser. Selbst Grossverteiler würden gerne Fische aus Bachs beziehen. Doch Glauser ist es nicht möglich, sie zu beliefern: «Ich kann nicht ausbauen, weil mir nur eine bestimmte Wassermenge zusteht.» Was ihn aber mehr schmerzt, ist die Verweigerung der Baubewilligung für eine Besenbeiz. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 03.08.2010, 20:33 Uhr
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1 Kommentar
einem chrampfer wie ihm, könnte man es nicht verwehren, eine besenbeiz zu führen. es ist immer wieder interessant, solche storys zu lesen. und ja: geräuchere fisch ist in der tat zum abheben. vor allem geräucherte filetstücke vom fisch. nicht so ölig, sondern fast steakartig. hmm. weiterhin alles gute in ihrem betrieb und hoffentlich bekommen sie ihre bewilligung doch noch. Antworten



