Hobbyzüchter verkaufen in Turnhalle Fische aus aller Welt
Von Sarah Sidler. Aktualisiert am 20.03.2010
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Findet die Fisch- und Pflanzenbörse des Aquariumvereins Danio im Schulhaus Worbiger statt, karren die ausstellenden Hobbyzüchter so einiges an Material nach Rümlang: Sie bringen nicht nur ihre Fische mit, sondern auch eigene Aquarien, Lichter, Wasserpumpen und -heizungen. Und Einzelne haben sogar eigenes Wasser für die Fische dabei.
Fische unter Stress
«Fische sind sensible Tiere», erklärt der Organisator der Ausstellung, Hans Iseli. «Sie sind sich an das Wasser ihres Aquariums gewöhnt und nehmen jede Veränderung der Härte und des pH-Werts sofort wahr.» Das könne sich stressend auf die Tiere auswirken. Einzelne Arten reagieren sogar derart empfindlich, dass sie sich nicht vermehren, wenn der pH-Wert ihres Lebensraums nicht stimmt. Ein wichtiger Faktor für die Verkäufer. Denn an der Fischbörse in Rümlang dürfen nur selbst gezüchtete Fische verkauft werden.
«Die knapp 30 Teilnehmer züchten als Hobby, sie sind keine professionellen Händler», sagt Iseli. Zwischen 50 und 800 Fische bieten die einzelnen Verkäufer an. Die Zierfische aus aller Welt kosten zwischen zwei und fünf Franken. 30 bis 50 Prozent dessen, was im Fachhandel verlangt wird. «Ein weiterer Vorteil der Börse ist, dass die Züchter ihre Tiere sehr genau kennen. Sie können Interessenten bestens beraten», sagt der Dielsdorfer. So können sie weitergeben, wie gross ein Aquarium und wie hoch die Wassertemperatur idealerweise sein sollte oder ob sich die gewünschten Fische miteinander vertragen.» Ein wichtiger Faktor, denn Barsche beispielsweise verteidigen ihr Revier erbittert vor Neulingen. Diese Kämpfe können bis zum Tod führen.
Zeitaufwendige Zucht
In den vergangenen Jahren besuchten gemäss den Organisatoren jeweils rund 1000 Personen die Fischbörse. «Rund 70 Prozent aller Fische werden verkauft», weiss Iseli. Als Erste gehen immer die Farbigsten weg. Reich würden die Züchter durch ihr Hobby aber nicht. Wasser, Strom, Futterkosten, Aquarien und Zubehör gehen ins Geld.
Auch in Iselis Wohnung sind Aquarien zu finden, fünf in der Zahl. Dazu kommen diverse kleinere Zuchtbecken. Vor 35 Jahren hat der 59-Jährige sein erstes Aquarium von seiner Frau erhalten. «Dann wurden es einfach immer mehr.» Der Organisator der Fischbörse kann nur schwer erklären, was die Faszination der Zierfische ausmacht: «Die Tiere sind mir ans Herz gewachsen. Sie beruhigen mich.» Die Fischzucht sei halt sein Hobby. Eine Freizeitbeschäftigung, der Iseli seit einigen Jahren nicht mehr nachgehen kann. «Mir fehlt die Zeit», sagt er. Ein Züchter muss nicht nur darauf achten, dass die Wasserhärte stimmt und Frischgeborene sowie Laich von den anderen Fischen getrennt sind. Am meisten Zeit benötigt die Pflege des Lebendfutters für die Fischbabys und das Füttern derselben. So hat Iseli schon 0,3 Millimeter kleine Eier in Salzwasser ausbrüten lassen. Nachdem die winzigen Krebslein geschlüpft waren, trennte er sie mit einem kleinen Netz von den Eierschalen und verfütterte sie den Babyfischen. Dieses aufwendige Prozedere war dreimal täglich notwendig, damit sich die Jungfische entwickeln konnten.
Aufgrund der fehlenden Zuchttiere war Iseli lange Zeit an keiner Fischbörse mehr anzutreffen. Nun freut er sich dafür doppelt auf den 28. März und hofft, einige Freunde aus der Aquaristik-Szene anzutreffen.
Fischbörse Aquariumverein Danio mit Festwirtschaft und Tombola: Sonntag, 28. März, 10 bis 14 Uhr, im Schulhaus Worbiger, Katzenrütistrasse 6, Rümlang.
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(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.03.2010, 04:00 Uhr


































