«Ich habe Calmy-Rey ein wütendes Mail geschrieben»
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 21.09.2009 51 Kommentare
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Sperrung aus SBB-Sicht
Der Bahnhof Bassersdorf wurde um die Mittagszeit «aus Sicherheitsgründen» während 25 Minuten für den Publikumsverkehr gesperrt. Vier S-Bahnen konnten nicht anhalten. Es wurden aber Ersatzbusse eingesetzt.
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Der Staatsbesuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew führte auch nach Bassersdorf. Nachdem Medwedew vor dem Mittag am Flughafen Zürich gelandet war, führte ihn ein Konvoi nach Bassersdorf. Dort stieg der russische Präsident in einen Sonderzug Richtung Bern. Dafür wurde der Bahnhof Bassersdorf grossräumig abgesperrt. Die Gemeinde wurde über die Sperrung nicht informiert. Bei der Verwaltung gingen besorgte Anrufe ein: «Ich machte mich selber auf den Weg zum Bahnhof, um herauszufinden was los ist. Dabei liess man mich nicht einmal durch», ärgert sich der Bassersdorfer Gemeindepäsident Franz Zemp.
Besonders sauer aufgestossen sei ihm, dass das EDA mit Bassersdorf vorgängig keinen Kontakt aufgenommen hat: «Ich habe Micheline Calmy-Rey ein wütendes Mail geschrieben. Mit uns wurde überhaupt nicht kommuniziert. Das ist respektlos. Die Gemeinden muss man in einem solchen Fall berücksichtigen», so Zemp weiter. Beim EDA hiess es auf Anfrage lediglich, Bassersdorf sei «keine offizielle Reiseetappe gewesen, sondern lediglich ein Verladungsort». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.09.2009, 15:32 Uhr
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51 Kommentare
@ Olaf Zimmerli: Das ist eine unwürdige Bagatellisierung der Verhältnisse in China! Ein paar Leute aus Bassersdorf mussten einen Bus statt den Zug nehmen weil der Bahnhof 20 Minuten gesperrt war. Das nennen Sie eine "massive Einschränkung" während in China ungebetene Bürger in Gefängnisse gesteckt werden, wenn Staatsgäste anreisen. Einfach peinlich von Ihnen! Antworten
@ Ruedi Kramer: Nein, nur weil die Mehrheit der Kommentare sich nicht mit Ihrer Meinung deckt, ist die Diskussion hier nicht aus dem Ruder gelaufen. Ich finde es ein sehr gutes Beispiel mit umweltfreundlicher Bahn zu fahren statt mit Helikoptern durchs Land zu düsen! Antworten
Das zeigt doch wieder ganz deutlich, wie abgehoben, arrogant diese Politiker sind. Sobald sie gewählt sind, leben sie in einer andern Welt, meilenweit weg vom Volk. Was interessiert diese hochnasigen Menschen, dass es noch Leute gibt, die auf die Bahn angewiesen sind. Aber das sind halt total gewöhnliche Leute....die schuften, um solche Sicherheitsmassnahmen mit Steuern bezahlen zu können ! Antworten
@ alle Grundrechtsvertreter: In den letzten Tagen wurde meine Bewegungsfreiheit arg gebeutelt. So konnte ich mich z.B. wegen der UNIA Demo nicht frei bewegen, heute nun der Staatsempfang und schon bald werde ich den Antifa's wegen ihrer Demo ausweichen müssen. Nun denn, wenn ein jeder auf sein Recht beharrt, stimmts dann auch für alle? Antworten
Das sind ja chinesische Verhältnisse! Wenn ein ausländischer Staatsgast so sehr geschützt werden "muss", dass es die Menschen in der Schweiz in ihrer Freiheit massiv einschränkt, dann sollte man sich überlegen, ob solche Staatsgäste überhaupt willkommen sein sollten. Es gehört meiner Meinung nach zudem zu den Pflichten eines anständigen Staats seine Bürger zu informieren, dass der Bahnhof zu ist. Antworten
STOP! Diese Diskussion ist endgültig aus dem Ruder gelaufen! Natürlich ist die Verärgerung in Bassersdorf absolut berechtigt und verständlich. Solange es Touristen-Helikopterflüge gibt, sollte Medwedew eigentlich auch aus Sicherheitsgründen per Helikopter "verladen" (!!!) werden. Unangekündigte VIP-Sperren sind bis heute nur aus Diktaturen bekannt. Dies sollte meiner Ansicht nach auch so bleiben! Antworten
Medwedew ist ein gut beschützer Staatsmann -ob man ihn mag oder nicht- und die Schweiz hat für seine Sicherheit zu sorgen. Da glaubt doch dieser Stammtischpolitiker Zemp nicht wirklich, dass man ausgerechnet ihm mitteilen wird, wann und wo genau Medwedew durchreisen wird. Das hat nichts mit Bundesrätin Calmy-Rey zu tun, sondern mit sicherheitstechnischen Überlegungen. Antworten
Herr Zemp täte gut daran, sich zuerst bei seinen Mitarbeitern zu erkundigen, bevor er sich dermassen ins Szene setzt. Als Ersatz für die gesperrte P&R-Anlage wurde von der Gemeinde nämlich die Pöschenstrasse zum Parkieren freigegeben. Die Umleitung dorthin war signalisiert, die Parkverbotschilder abgedeckt. Nebenbei bemerkt: Der Bahnhof war für den Publikumsverkehr gerade mal 20 Minuten gesperrt Antworten
Ich verstehe die Aufregung nicht... Es war vorangekündigt, dass der Bahnhof kurz geschlossen wird und es wurden Ersatzbusse bereitgestellt. Ich kann auch gut verstehen, dass man den "Präsidenten" des Dorfes nicht informiert, da der wohl öfter am Stammtisch hockt als einem lieb ist. Antworten
Aber wehe dem Medwedew wäre was passiert. Dann hätte es dann geheisen die Polzei und das EDA hätten total versagt und wir wären nicht in der Lage einen Staatsgast zu beschützen. Es ist bis jetzt nichts geschehen und das auch weil man nicht jedem dahergelaufenen Gemeindepräsi top secret Infos gibt der das dann ev. noch am Stammtisch rum proletet. Was glaubt der eigentlich wer er ist!?! Antworten
Ist ja schon interessant, alle die hier in ihren Kommentaren die Handlung mit abgesperrten Bahnhof Bassersdorf gutheissen, würden ja lauthals und am meisten fluchen wenn sie an den Bahnhof kämen und er wäre abgesperrt! Soviel mal wieder zum Thema verlogene Schweizer!!! Antworten
...wenn Obama kommt, gibts eine Woche Ausgangssperre - nein Spass beiseite, der Aufwand, alle Schachtdeckel und Häuser zu inspizieren wäre zu gross. Ausserdem hätte der Bürgermeister von Bassersdorf ohnehin alles ausgeplaudert - je mehr Geheimnisse, desto mehr wird palavert. Antworten
waere da einer von euren geliebten Eishockeyplayer zugestiegen oder eben ausgestiegen haette keiner von euch was geschrieben. Der Praesident des groessten Nachbarlandes mit allen nur erdenklichen Rohstoffen, wie Gold, Diamanten, Gas und Oel, Kupfer und Alluminium, Platinum, Palladium, die wir brauchen, ist nun mal fuer unsere Industrie wichtig. Braucht ihr denn keinen Arbeitsplatz Antworten
Bassersdorf also lediglich ein Verladungsort, aber gut genug für eine Sperrung des Bahnhofs! Ist es wirklich zu viel verlangt, die zuständige Person in der Gemeinde vorgängig zu informieren? Offensichtlich sind die Behörden inkl. Polizei sofort überfordert, wenn ein Staatsbesuch ansteht....Hoffen wir nur, dass uns Obama mit dem den USA eigenen übersteigerten Sicherheitsgetue erspart bleibt...... Antworten
Jetzt sind wir also schon so weit, dass es nebensächlich ist, wenn der freie Bürger in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Verladestation hin oder her. Das EDA arbeitet im Auftrag der Schweiz und sollte sich doch wohl bewusst sein, dass man irgendwie die Gemeinde miteinbeziehen muss. Frechheit! Antworten
Herr Schnider: Bloss sind in einem anderen Land die Gemeinden nicht der Grundstein des Selbstbestimmungsrechts des Volkes. Bei uns schon. Dass man es sich zum Prinzip macht, dass die Unverletzlichkeit der Rechte der kleinsten Einheit nicht länger gilt und es jedes mal OK ist, wenn ein Heini in Bern Hollywood spielen will, ist einfach zum heulen. Dieses Gehabe ist der Anfang vom Ende des Anstands. Antworten
Bruno Schnider@: Welche Staaten meinen Sie? Die mit einer Diktatur? Herrn Zemps Reaktion ist durchaus verstaendlich. Er ist der Vorsteher einer Gemeinde und haette informiert werden muessen. Ein weiterer Fauxpas aus dem Department MCR. Und Thomas Borer hat sich ja in der Vergangenheit auch nicht gerade damit ausgezeichnet, die Schweiz weltmaennisch zu vertreten (i.e. Botschafter in Berlin) Antworten
Oh der arme Seldwyler-Gemeindepräsident! Kommt mal hohe Besuch in die Gegend, darf er sich nicht mal in Gala stürzen. Oder BR Merz die Show wieder allein abziehen? Immerhin kam mal einer, der auch klein und ein Treppenhüpfer ist. Allerdings mit mehr Format. Ich hoffe, der Gemeindepräsident wird mal zu einem Znüni nach Bern eingeladen. Mit oder ohne Militärparade. Antworten
Für mich absolut verständlich, anscheinend sieht Herr Zemp den Sicherheitfaktor nicht. Wäre jedem bekannt geworden, dass der Russ. Präsident vor Ort sein würde, hätte eine hunderschaft von Polizei zum Schutze aufgeboten werden müssen und Unsummen von Steuergeldern wären verpufft worden. Nicht jeder kann einem Staatsmann die Hand schütteln, auch Sie Herr Zemp nicht, drückt etwa da der Schuh? Antworten
Der Grund ist ein einfacher: Es gibt im Flughafen-Bahnhof kein Abstellgleis, auf dem ein Sonderzug hätte warten können. Aus dem gleichen Grund musste die S16 jahrelang nach Bassersdorf fahren und 20 Min. später leer wieder zurück. Da die Gemeinde Bassersdorf sich weigerte, für diese zusätzliche Verbindung zu bezahlen, war der Zug abgeschlossen. Heute braust die S16 in Bassersdorf durch. Antworten
Wenn sich bei einem Staatbesuch derartige Probleme auftun wäre es besser, darauf zu verzichten. Bevor aus solchen Ländern Staatsoberhäupter empfangen werden, sollten diese zuerst einmal die Menschenrechte achten. Uns wird laufend vorgeschrieben, wie wir die ausländische Menschen zu behandeln und zu beschenken haben. Andere Staaten machen diesbezüglich wenig bis nichts. Im Gegenteil bei Meinungsäusserungen müssen sie sogar um Ihr Leben zittern (...). Antworten
Respektlos? Was glauben denn Sie ... Dass man Ihnen im voraus kommunizieren sollte, wann und wo Herr Medwedew umsteigt? Ort und Zeit, na klar... à la Minute! Zeitplan, Fahrplan, alles... Damit jeder im Bild ist. Wer da beleidigt ist ist naïv, und hat keine Ahnung, was die Polizei hier leisten muss. Respektlos ist höchstens Ihr Mail. Antworten
@Walter Kuhn: Schon mal was von Davos und dem Weltwirtschaftsforum oder so gehört. Absperrungen sind üblich und haben nicht spezielles mit Russland oder der unterstellten Mafia zu tun. Auch Blocher liess sich von Bodyguards begleiten, im Gegensatz zu BR Leuenberger, den man wirklich selten mit Leibwache trifft, weder beim Posten noch im Theater. Antworten
Wenn Herr Zemp sich in den Tagen vorher ein wenig im AvecShop am Bahnhof Bassersdorf umgehört, und er 1 und 1 zuzammengezählt hätte, wäre er wohl drauf gekommen was da läuft. Es war ja deklariert worden, dass am 21.7.09 ein "offizieller Anlass" stattfindet... Also Herr Zemp, ein wenig mehr aufpassen was läuft im Dorf, dann brauchen Sie nicht so zu poltern. Freundliche Grüsse Antworten
Es gibt höherrangige Interessen als die Befindlichkeiten eines Gemeindepräsidenten. In jedem anderen Staat werden derartige Sicherheitsvorkehrungen problemlos akzeptiert. Die Schweiz muss ganz im "bismarkschen" Stil Aussenpolitik betreiben. Thomas Borer z.B. gibt dies immer wieder zu erkennen. Wir müssen endlich aus dieser Spielgruppenmentalität der vergangen Jahre herauskommen! Antworten
Herr Zemp ärgert sich völlig zurecht. Die Infozettel am Bahnhof waren keine Zettel der Gemeinde sondern SBB-Zettel, welche die Sperrung der Parkplätze ankündigten. So was würde ich eher bei einer Reinigung erwarten. Als aber heute morgen Polizei und alles mögliche da stand, erfuhr ich nicht mal auf Nachfragen den Grund. Die Gemeinde offiziell zu informieren wäre nichts als anständig gewesen! Antworten
Staatsbesuche sind in der Schweiz immer ein Problem. Das Demokratie- und Gleichheitsverständnis ist in der Schweiz so ausgeprägt, dass jeder einen Staatspräsidenten eines anderen Landes am liebsten duzen und zu sich nach Hause einladen würde. Andererseits kommen solche VIP's nur, wenn sie ein entsprechendes Sicherheitsdispositiv vorfinden und sind sich gewohnt, dass alles abgesperrt wird. Antworten
Gemäss Herr Zemp war die Gemeinde Bassersdorf nicht über den "Besuch" informiert. Allerdings wurden die Pendler / Passanten des Bahnhofes seit etwa einer Woche mit offiziellen Plakaten der Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass am 21. September aufgrund eines offiziellen Anlasses der Parkplatz gesperrt sei sowie auch der Shop zwischen 11 und 13 Uhr nicht geöffnet hat.... Antworten
Herr Zemp - mit Verlaub - das minimale wäre eine Entschuldigung gewesen! An Ihrer Stelle sollte die Gemeinde Bassersdorf sämtliche Bundessteuern auf einem Sperrkonto einfrieren bis man wieder ernst genommen wird. Zudem sollte man der SBB Wegzoll verrechnen, denn diese war ganz sicher instruiert und hat ganz einfach einen wichtigen Kunden (Gemeindebürger von Bassersdorf) wie Dreck behandelt!CR weg! Antworten



Traugott Voser
Habe mich tatsaechlich durch diese 50 Kommentare durchgearbeitet und bin geschockt, wieviele dieser als Schrebergarten-Meinungen betitelt werden muessen. Falls das Volk so ist, wie hier gepostet wird, wundert es mich nicht, dass deren Landesregierung auf internationalem Parkett ueberfordert ist. Antworten