Ineichen sucht für Studer den Dialog
Von Alexander Lanner. Aktualisiert am 15.10.2009
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Otto Ineichen
Der 68-jährige Luzerner FDP-Nationalrat hat sich mit dem Detailhandelsunternehmen Otto's einen Namen als gewiefter Unternehmer gemacht. 2001 übertrug er die Leitung an seinen Sohn Mark und übt seither nurmehr die Funktion des VR-Präsidenten aus. Als Mediator will er nun zwischen Studer und deren Besitzerin, dem US-Elektronikriesen Harman International, vermitteln.
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Das traditionsreiche Audiotechnologie-Unternehmen Studer kämpft bereits seit längerem gegen die Verlagerung der Produktion nach England. Nun engagiert sich auch der Luzerner FDP-Nationalrat Otto Ineichen für die Erhaltung der Arbeitsplätze in Regensdorf. Er wird als Mediator versuchen, die «verhärteten Fronten» aufzuweichen. Wie Ineichen an der gestrigen Medienkonferenz in Zürich, bei der Vertreter der Gewerkschaft Unia sowie mehrere Führungskräfte von Studer zugegen waren, erklärte, kann er sich nicht vorstellen, «dass ein Unternehmer eine solche «Perle» wie Studer hergeben will». Die Harman-Spitze sei wahrscheinlich nicht richtig informiert.
Sinnlose Verlagerung
Die Geschäftszahlen von Studer sprechen eine deutliche Sprache. Zwar blieb das Unternehmen nicht von der Finanzkrise verschont und musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Rückgang des Gewinns vor Steuerabzug von 11,3 auf 3,1 Millionen Franken hinnehmen. Trotzdem arbeite Studer seit Jahren hochprofitabel.
Weil jedoch Harman selbst von der Krise stark betroffen ist und an allen Ecken und Enden sparen muss, soll die Produktion von Regensdorf zur Konzerntochter Soundcraft verlagert werden. Eine Idee, die überhaupt keinen Sinn habe, wie die anwesenden Studer-Mitarbeiter unisono betonten. Das seit Jahrzehnten erlangte Knowhow gehe verloren, die Qualität der Studer-Produkte sei in Zukunft nicht mehr zu gewährleisten. Die enge und notwendige Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion, wie sie bislang in Regensdorf gegeben war, sei mit der Verlagerung nicht mehr möglich. Dies wirke sich ebenfalls negativ auf die Produkte aus.
Die speziell auf Kundenwünsche zugeschnittenen Studer-Anlagen könnten nicht einfach mit den in China gefertigten Serienfabrikaten von Soundcraft gleichgesetzt werden, so der allgemeine Tenor. Vom Label «Swiss Made», das für Studer nicht genug hoch eingeschätzt werden könne, sei danach nichts mehr übrig, sagte Ineichen.
Die Unia befürchtet, dass mit der Verlagerung nach England neben den bereits ausgesprochenen 35 Kündigungen in der Produktion die restlichen 65 Arbeitsplätze in den übrigen Abteilungen ebenfalls gefährdet sind.
Standort Regensdorf erhalten
Die ersten Gespräche mit dem in den USA beheimateten Harman-Konzern hätten bereits am Montagmorgen stattgefunden. Die Bereitschaft zur Diskussion sei dabei herauszuspüren gewesen, so Ineichen. Das erklärte Ziel sei, die Verantwortlichen zu überzeugen, dass Regensdorf als Standort weiterhin bestehen bleiben kann und die Arbeitsplätze gesichert sind. Dies soll der Inhalt der Medienkonferenz von nächster Woche im Studer-Hauptsitz in Regensdorf sein.
Sollte das Unterfangen scheitern, will sich Ineichen bei der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion oder beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement Rückendeckung verschaffen. Als letzte Option zieht Ineichen zusammen mit einer Investorengruppe ein Management-Buyout in Betracht.
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(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.10.2009, 04:00 Uhr



