Krise und besserer ÖV gefährden Taxihalter
Von Christian Wüthrich. Aktualisiert am 07.05.2009 8 Kommentare
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Die Taxichauffeure am Flughafen mussten in den ersten vier Monaten dieses Jahres einen deutlichen Rückgang der Fahrgäste hinnehmen. Serge Cuendet, Präsident der IG Flughafentaxi, spricht von teilweise bis zu einem Viertel weniger Kunden an den Taxistandplätzen am Flughafen. Zwar habe sich das Kundenaufkommen momentan wieder etwas verbessert, es liege aber noch immer rund 15 Prozent unter dem üblichen Wert, so der Taxiunternehmer aus Dänikon.
Hauptsächlich Geschäftskunden
Dem Taxigewerbe mache in erster Linie die Wirtschaftskrise zu schaffen. Denn wie Cuendet sagt, seien 80 Prozent der Fahrgäste am Zürcher Flughafen Geschäftskunden, und diese blieben in konjunkturell schwachen Zeiten aus, weil nicht mehr so viel geflogen und stattdessen vermehrt gespart werde. «Wir spüren das jedes Mal besonders stark.»
Gemäss einer anderen Beobachtung des Taxi-Unternehmers lassen sich in letzter Zeit immer mehr Leute vom Flughafen abholen. Nach gewissen Abendankünften, auf die es sich früher noch zu warten lohnte, würden jetzt fast keine Kunden mehr an die Taxistände kommen.
«Falls sich nichts ändert und der Kundenschwund weitergeht, müssen wir innerhalb der IG Flughafentaxi wohl etwa zehn Konzessionen stilllegen», sagt Cuendet. Damit verbunden wäre auch die Entlassung von rund 30 bis 40 Chauffeuren.
Für die sieben Taxihalter, welche mit den 130 Unique-Konzessionen vom Flughafen aus arbeiten, ist der negative Trend sehr bedrohlich.
Preise seien durcheinander
Verstärkt haben dürfte sich dieser nicht zuletzt auch wegen anderer Faktoren. Hohe Fahrpreise, mangelnde Freundlichkeit und fehlende Ortskenntnisse sind nur einige davon. Nachdem Tagesanzeiger.ch/Newsnetz bereits früher über den sich massiv verschlechterten Geschäftsgang bei den Taxiunternehmen am Flughafen berichtet hatte, gab es ein grosses Echo mit über zwei Dutzend Reaktionen, die mehrheitlich genau das kritisierten. Der IG-Flughafentaxi-Präsident zeigt für die Kritik teilweise Verständnis, verteidigt aber gleichzeitig sein Gewerbe. Bei den Preisen herrsche «leider ein Durcheinander», sagt Cuendet. Er gibt zu bedenken, dass alle Tarife der Flughafentaxis zuerst dem Preisüberwacher vorgelegt und danach von den zuständigen Ämtern der Stadt Zürich und Kloten genehmigt worden seien. «Die Preise sind abgesprochen», bestätigt er. Externen Chauffeuren ist es nicht gestattet, am Flughafen zu arbeiten, es sei denn, sie seien von Kunden bestellt worden.
Von freiem Markt im Taxigewerbe, wie er in Reaktionen auf den Onlinebericht gefordert wird, hält IG-Präsident Cuendet nichts. «In Genf gingen deswegen sehr viele Taxihalter in Konkurs.» Ein freier Markt führe dazu, dass mit Dumpingpreisen operiert werde, was am Ende zu einem «unfairen Verdrängungskampf» führe, so Cuendet. Zudem müsse man auch bedenken, dass eine Unique-Konzession für ein Fahrzeug am Flughafen rund 10 000 Franken koste und man die Fahrpreise bei wechselnden Bedingungen nicht einfach beliebig anpassen könne. «Als im letzten Sommer der Benzinpreis plötzlich auf zwei Franken anstieg, konnten wir dies nicht auffangen.» Ohnehin hätten die Taxihalter «nicht viel Spielraum zum Schrauben».
Mit der Freundlichkeit sei es so eine Sache, meint Cuendet weiter. Wenn man Deutsch beherrsche, etwas Englisch könne und bereit sei, sich mit den Fahrgästen zu unterhalten, würden diese das auch zu schätzen wissen. Gute Leute zu finden, sei aber gar nicht so leicht. «Schweizer sind meistens nicht mehr bereit, diesen Job zu machen», fügt der Taxihalter an.
Unerwarteter Erfolg fürs Tram
Eine weitere Erklärung für die ausbleibenden Taxikunden ist die immer bessere Erschliessung des Flughafens durch den öffentlichen Verkehr. So verzeichnen die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) markant höhere Frequenzen, als sie erwartet hatten. Seit die im letzten Dezember eröffnete Tramlinie 10 vom Zürcher Stadtzentrum via Glattpark direkt zum Flughafen fahre, seien werktags 50 Prozent mehr Fahrgäste zu verzeichnen. Und auch an Wochenenden liege man 20 Prozent über dem bisherigen Mass. Aber auch die VBG-Busse seien deutlich besser ausgelastet, sagt Thomas Kreyenbühl, Leiter Angebot der VBG.
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Erstellt: 07.05.2009, 20:14 Uhr
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8 Kommentare
Ja, lieber Herr Cuendet, es wundert mich nicht, dass man keine Schweizer resp. gutausgebildete Schweizer mehr findet in Ihrem Gewerbe. Vielleicht sollte das Taxigewerbe auch einmal existenzsichernde Löhne bezahlen, und akzeptable Sozialleistungen anbieten, dann wäre das Problem wohl gelöst. Das RAV bezahlt die Taxi-Ausbildung nicht, weil man von diesem Job schlicht nicht leben kann!!! Antworten
Entscheidend wäre die Geschwindigkeit. In der Stadt Zürich sollten endlich alle Busspuren für Taxis freigegeben werden. Dann lohnt es sich auch Taxi zu fahren. Voraussetzung wäre aber eine bessere Ausbildung der Taxifahrer - wer einmal ein Taxi am Bahnhof Zürich nehmen musste, weiss wovon ich spreche. Die Taxifahrer dort sind schlichtweg unzumutbar. Antworten


































