Neuer Zollfrei-Shop bringt bis zu 40 Millionen Franken Umsatz
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 01.06.2011 7 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Winston Smokers Lounge und das WC haben Konkurrenz bekommen: Seit heute Mittwoch können sich Passagiere, die auf die Kofferausgabe warten, die Zeit mit Shopping verkürzen. Gleich gegenüber von den Gepäckbändern hat der Flughafen Zürich einen sogenannten Arrival Duty Free eröffnet: Auf 650 Quadratmetern funkeln Flakons, glitzern Schnapsflaschen, warnen Zigarettenstangen vor einem frühen Tod – und das alles zollfrei.
Der Flughafen und die Shopbetreiberin Nuance Group erhoffen sich ein Millionengeschäft. Auf bis zu 50 Millionen Franken pro Jahr wird der Umsatz geschätzt, der in Genf und Kloten erzielt werden soll. Wie gross die Mehreinnahmen in Zürich sind, wollte der Europa-Chef von Nuance, Andrea Belardini, nicht verraten. Der Flughafen schätzt die Zahl auf 30 bis 40 Millionen.
Schmaleres Sortiment
Im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch liess sich Belardini jedoch entlocken, dass der Quadratmeterumsatz – die wichtigste Messgrösse im Detailhandel – im neuen Shop signifikant tiefer sein wird als im Duty-free-Bereich vor dem Abflug. Das hat vor allem mit dem Zeitbudget der Passagiere zu tun. Die Einkaufszeit im Laden darf nur gerade 10 bis 15 Minuten dauern. Auf Kleider und Ähnliches wurde deshalb bewusst verzichtet.
Laut Belardini ist es ein grosser Vorteil, dass in Zürich die Zeit bis zur Anlieferung der Koffer auf Monitoren angegeben wird. «Dadurch weiss man, wie lange man warten muss.» Obwohl längere Wartezeiten das Geschäft ankurbeln würden, plane man keine Drosselung der Gepäckbänder, scherzte der Italiener.
Nur in Norwegen und der Schweiz
Dafür, dass die Kassen auch nach der Landung klingeln, wurde lange gekämpft. Bereits seit zehn Jahren arbeite man daran, erklärte Flughafen-CEO Thomas Kern. Vier Gesetze hätten geändert werden müssen. Quer gestellt hatte sich vor allem die Oberzolldirektion, die um ihre Einnahmen fürchtet.
Hauptverlierer ist aber wohl nicht der Bund, sondern sind die ausländischen Flughäfen. Schnaps ins Flugzeug zu schleppen, erübrigt sich für die Passagiere, wenn sie auch noch in der Schweiz einkaufen können. Gleichziehen kann die europäische Konkurrenz nicht: Arrival Duty Free ist in der EU verboten. Lediglich Norwegen kennt die gleichen Regeln. Wegen der exorbitanten Steuer in den staatlichen Alkoholläden können die Passagiere dort noch viel mehr sparen.
Neu ist auch die Möglichkeit, Waren beim Abflug aus Kloten oder per Internet zu bestellen und nach der Rückkehr abzuholen – «buy and collect», wie es in der Flughafensprache heisst. Im Moment ist das zollfreie Einkaufen erst bei der Ankunft 2 möglich. Eine zweite Arrival-Duty-free-Zone wird am 19. Juli bei der Ankunft 1 eröffnet. Mit 1100 Quadratmetern ist sie fast doppelt so gross wie die heute eröffnete und hinter der Migros der zweitgrösste Laden im Flughafen. Insgesamt investieren die Betreiber rund 8,4 Millionen. Mit den beiden Läden werden rund 60 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.06.2011, 13:31 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
7 Kommentare
Leider ist der Duty-free in Zürich überteuert und das Angebot ist absolut mager! Suchen Sie beispielsweise mal einen spanischen Brandy. Sie werden in allen Läden lediglich ein unbefriedigendes Standard - Sortiment vorfinden. Auch Schweizer Spirituosen sind entweder billige Massenware oder völlig unverhältnismässig im Preis. N Hunderter für ein kleines Fläschchen Etter-Kirsch. Danke bestens! Antworten

Bitte warten

