Pfau Oski von Tier zerfetzt

Von Andrea Söldi. Aktualisiert am 15.03.2010

Oski der Pfau war in Opfikon oft unterwegs. Bei Schülern beliebt, ärgerte er aber auch Autofahrer. Nun ist er tot.

Schön war er einmal: Der Pfau Oski.

Archiv/David Baer

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Seit 20 Jahren gehört Oski zum Schulhaus Halden. Während die anderen Vögel des einstigen Geflügelhofes im Opfiker Schulhaus längst verstorben sind, lebte der Pfau noch Jahre weiter. Doch als die Lehrerin Manuela Wolfer, die Oski betreute, am Freitagmorgen nach ihm schaute, traf sie auf ein wüstes Durcheinander von Federn. Teilweise hafteten noch Fleischstücke daran. «Es sah nach einem brutalen Kampf aus», sagt Wolfer.

Im Schnee seien grosse Spuren zu sehen gewesen. Ob sie von einem Fuchs oder einen Hund stammten, konnte sie nicht sagen. In letzter Zeit seien jedoch immer wieder Hunde unangeleint auf dem Schulhausareal herumgelaufen – trotz der Tafel, die auf ein entsprechendes Verbot hinweist. Hundehalter hätten sich zum Teil uneinsichtig gezeigt. Der Abwart habe kürzlich sogar eine Anzeige erwogen. Nachts habe Oski immer auf einem Baum geschlafen, wo er geschützt war, weiss Wolfer. Und weil Füchse eher nachts unterwegs sind, spricht ihrer Meinung nach mehr dafür, dass ein Hund dem Pfau ein Ende bereitete. Ob nun Schritte unternommen werden, um den Hergang abzuklären, wusste die Lehrerin gestern noch nicht.

Futterverbot für Anwohner

Wegen seiner Spaziergänge in die nähere Umgebung, bei denen er sich nicht immer an die Verkehrsregeln hielt, hatte Oski auch die Opfiker Stadtpolizei wiederholt beschäftigt. Automobilisten hatten sich beschwert, wenn das Tier unvermittelt die Strasse betrat oder aufflog. Nach Gesprächen mit den Schulbehörden durfte der Vogel zwar weiterhin frei herumspazieren; man wollte die Situation aber immer wieder neu beurteilen. In einem Brief hatten die Schulbehörden die Anwohner gebeten, den Pfau nicht zu füttern, damit er weniger Anreiz für Ausflüge hat.

Diese erfreuten sich am prächtigen Tier. Auch die Schüler des Oberstufenschulhauses fragten oft nach Oski. Wenn er vor dem Fenster der Schulhausküche vorbeischaute, steckte ihm mancher einen Leckerbissen zu. Nach den aufreibenden Erfahrungen mit Oski würden nun aber kaum weitere Tiere angeschafft, sagt Wolfer. An die Zeiten, als das Schulhaus auch die Heimat eines stolzen Pfaus war, werden jedoch noch lange all die schönen Federn in den Schulzimmern erinnern.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.03.2010, 04:00 Uhr

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