Private unterstützen Migros in Bassersdorf
Von Thomas Borowski. Aktualisiert am 28.04.2009 1 Kommentar
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«Der Bassersdorfer Gemeinderat hat wenig Verständnis für die Bedürfnisse der Bevölkerung», und er betreibe «eine Verhinderungspolitik»: Mit diesen markigen Aussagen macht diese Woche ein Flugblatt in allen Bassersdorfer Briefkästen gegen die Lokalpolitik Stimmung. Urheber des Flugblattes ist die Anfang April von zehn Bassersdorferinnen und Bassersdorfern gegründete Interessengemeinschaft Attraktives Bassersdorf (IGAB). Kopf der Gruppe ist der Bassersdorfer Rechtsanwalt und FDP-Mitglied Andreas Künzli.
Laut Künzli, Ex-Gemeinderat und ehemaliger Bauvorstand von Bassersdorf, wolle die IGAB verhindern, dass der Gemeinderat mit einem «planerischen Schnellschuss» den vorgesehenen Neubau von Grossverteiler Migros an der Pöschenstrasse vereitelt. Denn der Gemeinderat beantragt an der Gemeindeversammlung vom 23. Juni eine Änderung der Bau- und Zonenordnung. Wird die Änderung vom Volk angenommen, kann die Migros ihre Neubaupläne im Industriegebiet südlich vom Bahnhof Bassersdorf begraben.
Grössere Migros erwünscht
Als Begründung für die beantragte Änderung der Bau- und Zonenordnung führt Gemeinderätin und Bauvorsteherin Doris Meier–Kobler keineswegs einen Schnellschuss an, sondern die bereits seit rund sieben Jahren laufende Zentrumsplanung: «Unsere Strategie ist es, das Ortszentrum und die publikumsintensiven Nutzungen im Kern zu stärken.» Die beantragte Änderung der Bau- und Zonenordnung sei nur eine Etappe in diesem Prozess und solle verhindern, dass auch die Bassersdorfer Peripherie von Einkaufszentren verbaut werde, wie das in Nachbargemeinden bereits der Fall sei.
Der Argumentation des Gemeinderates kann IGAB-Vertreter Künzli wenig abgewinnen. Er attestiert dem Gremium und seiner Amtsnachfolgerin zwar tadellose Arbeit. Trotzdem glaubt er zu wissen, dass der Gemeinderat nie die Bevölkerung befragt habe, welche Zentrumsplanung eigentlich erwünscht sei. Diesem Manko wolle die IGAB nun mit einer öffentlichen Umfrage Abhilfe schaffen. Auf der eigens dafür eingerichteten Internetsite wird bis Mitte Mai gefragt, welche Einkaufsmöglichkeit gewünscht wird. «Sollte unsere Umfrage ergeben, dass die von der Migros geplante Einkaufspassage beim Bahnhof erwünscht ist, fordern wir den Gemeinderat auf, seinen Antrag vor der Gemeindeversammlung zurückzuziehen», sagt Künzli.
Dass die Interessengemeinschaft mit ihrem Anliegen weder die Interessen eines Grossverteilers noch von eines allfällig betroffenen Grundeigentümers vertritt, beteuert Künzli. Es gehe einzig und allein um die Interessen der Bevölkerung. Und diese scheint vom Anliegen ebenfalls überzeugt. Wie befragte Passanten vor der Bassersdorfer Migros-Filiale einhellig bestätigen, würde eine grössere Migros-Verkaufsstelle begrüsst.
«Die jetzige Migros ist viel zu klein, und besonders am Samstag ist hier kaum ein Durchkommen», sagt die Bassersdorferin Gabriela Göldi, «deshalb würde ich einen grösseren Laden begrüssen.» Für Astrid Künzler wäre eine Vergrösserung der bestehenden Migros zwar die naheliegendere Lösung, aber sie unterstützt auch den Neubau, wie sie sagt: «Denn für Grosseinkäufe muss ich immer nach Kloten in die grössere Migros fahren.» Für Grosseinkäufe ebenfalls nach Kloten weicht das ältere Ehepaar aus, welches sich für den Migros-Neubau beim Bahnhof ausspricht und dafür den Gemeinderat kritisiert, der «nicht immer überall reinreden soll».
Gemeindeversammlung stellt Weichen
Der Dialog mit der Bevölkerung ist für Bauvorsteherin Meier-Kobler der nächste Schritt, wie sie sagt. An der Gemeindeversammlung am 23. Juni wolle der Gemeinderat die jetzt von der IGAB geschürte Diskussion mit den Bassersdorfern führen: «Die Gemeindeversammlung wird dann die Weichen stellen.»
Welche Pläne die Migros in Bassersdorf weiterverfolgt, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden. Auskunft wurde für heute in Aussicht gestellt.
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Erstellt: 28.04.2009, 20:31 Uhr
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1 Kommentar
Das einzige das uns in Bassersdorf fehlt, ist ein Migros in dem man sich auch an einem Freitag oder Samstag noch bewegen kann. Der geplante Bau beim Bahnhof waere wohl das Idealste das man sich wuenschen kann. Ein Ausbau am bestehenden Standort wuerde den Verkehr im Dorfkern wohl endgueltig zum erliegen bringen. Antworten



