Prozess Vasella gegen Kessler nach Eklat abgebrochen
Von Fahrettin Calislar . Aktualisiert am 26.08.2010 43 Kommentare
Das Gericht hat noch kein Urteil gefällt. Die Richter wollen erst das 170-seitige Plädoyer des Angeklagten Erwin Kessler lesen und dann entscheiden. Der Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) hatte zuvor sein Material eingepackt und war gegangen. Dies, weil ihm das Gericht die Vorführung eines Videos verwehrt hatte. Kessler ist von Novartis (NOVN 51.35 0.69%) und ihrem Verwaltungsratspräsidenten Daniel Vasella wegen Ehrverletzung angeklagt.
Als Reaktion auf einen Anschlag auf Vasellas Tiroler Ferienhaus im Sommer letzten Jahres warf Kessler diesem Abzockerei und Novartis Tierquälerei vor. Die Kläger wiederum hielten Kessler vor, dass er sie mit Hitler und dem Naziregime vergleiche. Das sei «krass rufschädigend», sagte Novartis-Anwalt Thomas Meyrat. Dabei setze Kessler Tierquälerei mit dem Holocaust auf eine Stufe. Er solle deshalb wegen Verleumdung verurteilt werden. Das Gesetz sieht dafür eine Geld- oder Freiheitsstrafe vor.
«Verurteilung nur, weil Gegenseite zu mächtig» sei
Kessler nahm den Prozess zum Anlass, seine Sicht zu Tierversuchen darzustellen. Verbrechen gegen Tiere seien mit Verbrechen gegen Menschen gleichzusetzen. Die meisten Tierversuche seien unnötig. Grundsätzlich gelte: «Ich distanziere mich nie von meinen Äusserungen.» Mit dem Anschlag habe er nichts zu tun. Auch beim Hitler-Vergleich gehe es nicht um Vasella. Er hielt fest, dass er mit dem Abzocker-Vorwurf die öffentliche Meinung hinter sich habe. Sollte er in diesem Fall verurteilt werden, dann nur deshalb, weil die Gegenseite zu mächtig sei. Angesichts der verwehrten Videovorführung sei ein allfälliges Bülacher Urteil ohnehin nichtig.
Kessler hatte gedroht, wenn ihm die Vorführung des Videos verwehrt werde, wolle er bis zum nächsten Tag weiterplädieren. Das Gericht liess sich nicht auf diese Forderung ein. Dies auch, weil unklar sei, in welchem Zusammenhang die Filme mit dem vorliegenden Fall stünden. Die Richter würden sich die Videos anschauen, wenn sie sich mit der Verteidigungsschrift befassten. «Es ist meine Sache, was ich vortrage», entgegnete Kessler. Er warf den Richtern Willkür und Verfahrensmängel vor. Schon einmal war das Bezirksgericht Bülach in einem Kessler-Fall wegen Verfahrensmängeln verpflichtet worden, einen Prozess zu wiederholen.
Bülach als Gerichtsstand
Der aktuelle Fall steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Bezirk Bülach. Doch das Bundesgericht wollte, dass Prozesse gegen Kessler am gleichen Ort stattfinden sollen. Die Wahl fiel auf Bülach. So wurde auch das letzte Verfahren Ende Januar in Bülach verhandelt. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach wegen Rassendiskriminierung hat Kessler ans Obergericht weitergezogen. Dessen Entscheid steht noch aus.
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Erstellt: 25.08.2010, 22:42 Uhr
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43 Kommentare
Herr Marillo sind sie etwa Mitarbeiter bei der Novartis, oder haben ein persönliches Problem mit dem Tierschutz? Ich hoffe, dass sie, oder ihre Nachkommen, nie solche Qualen über sich ergehen lassen müssen wie es die Tiere in den Versuchlabors der Novartis erleiden. Jedes Lebewesen hat Anrecht auf Unversehrtheit, zumindest sollen wir ernsthaft dafür streben. Antworten
Kessler ist ein Feigling, der einen wegen Lappalien verklagt und dann seinen Anwalt vorschickt und einem nicht mal persönlich ins Gesicht sehen kann. Selbst erlebt. Hier ist er nur aufgetaucht, weil er wusste dass ein Prozess gegen Vasella Medienaufmerksamkeit erregt. Antworten
Gibt es einen Schmerz, den Tiere empfinden und einen Schmerz, den Menschen empfinden? Ich hoffe, viel mehr Menschen beginnen bald, ihren Grössenwahn den Tieren gegenüber abzulegen. Es gibt keine überlegene Art, es gibt nur unterschiedlich geformte Lebewesen. Immerhin ist der Mensch das einzige Lebewesen, der es fertig bringt, seine Lebensgrundlage zu zerstören. Und das als "Krone der Schöpfung" Antworten
Vasella ist als Novartis-Chef mitschuldig, dass Tierversuche gemacht werden. Dass Tierversuche keine Tierquälerei sein sollen ist ein schlechter Witz. Zudem sind Tierversuche überhaupt nicht nötig: Der medizinische Fortschritt ist grösstenteils klinischen Studien zu verdanken. Es gibt immer mehr Möglichkeiten mit menschlichen Zellen und chemische Verfahren. Wann sind Tierversuche endlich verboten? Antworten
Es ist verwerflich, wenn ein Gericht mit dermassen repressiven Mittel gegen Leute vorgeht, die sich mutig im Kampf gegen die Ausbeutung der Tiere zum Wohle unserer Gesellschaft befinden und sich gegen Ungerechtigkeiten wehren. Tötet man einen Menschen, ist das hochkriminell. Tötet einer Millionen von unschuldigen Lebewesen ist das Wirtschaftlichkeit. Und der Staat schützt noch solche Vergehen! Antworten
Was soll das denn es kann doch nicht sein die Vorführung verboten wurde Das ist was Novartis niemandem zeigen das sie obwohl es bereits öfter bessere Methoden gibt man trotzdem bei Tierversuchen bleibt nur weil diese billiger sind. Novartis ist zu geizig alternative Methoden zu benutzen weil es etwas mehr kosten würde. Antworten
Sehr geehrter Herr Magno , sehr geehrter Herr Karrer , bzw. liebe weitere Pharma Konzern PR Mitarbeiter von Agenturen die von Novartis übermässig bezahlt werden. Ich hoffe sehr, dass Sie beide nie unter solchen Umständen gehalten werden wie die vielen Tiere in unserem "Tierschutz"-Land ! Danke für Ihren Mut Herr Kessler . Wir sind leider keine Vegetarier, im Gegenteil grosse Fleich- und BBQ Fans! Antworten
Es ist tragisch was sich die Industrie im Namen der sog. gutgemeinten Gesundheit erlaubt. Scheinbar ist das ein Freipass um tun und lassen können was einem immer gefällt . Die Gier nach Geld und Macht des Menschen ist grenzenlos, Ich hoffe, dass Herr Kessler Recht bekommt und weiterhin die Kraft hat, vielen Menschen die Augen zu öffnen in Bezug auf die Ungerechtigkeit der Tiere und Tierquälereien. Antworten
Ich finde es gschämig, dass so ein Multimillionär und Industriekapitän wie Vasella sich zu einer Klage gegen einen hinreissen lässt, der formal gelegentlich über die Stränge schlägt, inhaltlich aber beispielhaft ethisch ist. Das zählt und nicht ob man sich "korrekt" ausdrückt. Man kann juristisch "korrekt" die grössten Lausbubereien machen. Die letzten Jahre haben's gezeigt. Antworten
Der Fleischesser ist von seiner Raubtiernatur her falsch und hinterhältig. Die freundlichen Gesichter sind nur Fassade. Herr Kessler ist eines der wenigen reinen Wesen auf unserem Planeten. Ich wünsche ihm nur das Beste für diesen Prozess und alle weiteren Unterfangen. Antworten
Hätte das Bezirksgericht Bülach auch Herrn Vasella das Zeigen eines Films verboten? Werde das Gefühl nicht los, dass man hier mit verschiedenen Massstäben misst. Wenn es Gerechtigkeit gibt - irgendwann vielleicht mal - werden sich wohl einige schämen, entwerder das Tierleid nicht erkannt zu haben oder Menschen wie Erwin Kessler nicht geholfen zu haben, das Leid zu stoppen oder zu lindern. Antworten
Wenn Herr Kessler sachlich bliebe und nicht alles in einen Topf werfen würde,hätte er meine Hilfe und sicher eine Mehrheit hinter sich.Gerade wenn es um Herr Vasella geht.Ist dieser doch sehr umstritten.Aber in erster Linie wegen seinen immensen Bezügen.Wer so radikal vorgeht wie Herr Kessler oder die Täter im Tirol,schadet sich nur selber.Da herrscht einfach nur Unverständnis. Antworten
dieser vemeintliche tierschützer kessler stellt sich mit seinen provokativen aussagen ja immer wieder ins rampenlicht. er gehört in die selbe kategorie wie religiösen extremisten. seine ungeheuerlich menschenverachtenden aussagen anlässlich des schrecklichen todes der zwei fischer am bürkliplatz sprechen für sich. schade dass man ihn deswegen nicht einklagen und zu fronarbeit verurteilen kann. Antworten
Wer Tiere mit Menschen gleichsetzt - als Prinzip; kann ich nicht ernstnehmen. Entweder können wir dann alle Menschenrechte und Sozialeinrichtungen auflösen oder Schweine in städtische Wohnungen einquartieren und einen Lohn zahlen für's Eierlegen (Hühner z.B). Ich vermute bei extremen Tierschützern sowieso genug Gewaltpotenzial um sie vorsorglich in Verwahrung zu nehmen. Antworten
Herrn Vasella sei Dank, dass er als vermögender Mann die längst fällige Investition tätigt, welche es ermöglicht, den agitatorischen und im höchsten Masse unanständigen Erwin Kessler in den Senkel zu stellen. Man darf und soll den Tieren vorzüglichen Schutz bieten und allfällige Delinquenten bestrafen. Das rechtfertigt aber Kesslers miserables Benehmen in keiner Weise. Strafe soll sein! Antworten
Ich finde die Kommentare hier insgesamt sehr treffend. Wer etwas erreichen will, muss glaubhaft bleiben und darf sich nicht zur Lachnummer machen. Andererseits darf der Anschein nicht aufkommen, es gelte in unserem Land die Gleichung Geld = Gerechtigkeit. Herr Kessler sollte sich mässigen mit seinen Äusserungen und Auftritten und Herr Vasella sollte sich mässigen mit seinem Einkommen... Antworten
Nur Mut, lieber Erwin Kessler, Sie werden gewinnen - wenn nicht vor Gericht, so einmal mehr moralisch wie so oft. Wer Menschenrechte einfordert, muss dasselbe bei Tieren tun, will er/sie glaubwürdig bleiben. Wer dies nicht tut, lässt vielleicht eine masochistische Ader erkennen. Antworten
Es erstaunt immer wieder, wie intelligente Menschen auf plumpe Provokationen von Fanatikern reagieren. Ob der selbsternannte Tierschützer mit seinen Provokationen den Tieren oder hauptsächlich sich selbst hilft indem ihm persönlich nur so die gesuchte, permanente Medienpräsenz garantiert ist? Vielleicht sollte emotionslos, in aller Ruhe und Gelassenheit darüber nachgedacht werden. Antworten
Tatsache ist, dass Herr Vasella seine Fr. 40'000'000.-- pro Jahr auch mit dem massenhaften Leid von unschuldigen Versuchstieren "verdient". Weniger klar ist, warum Vasella bei seiner für Novartis so ungeheuren Wichtigkeit bei einem STUNDENlohn von Fr. 16'000.-- (!!!) überhaupt Zeit findet, um gegen einen harmlosen Tierschützer sinnlose Prozesse zu führen. Antworten
Kessler hat völlig recht . Es geht nicht nur um Abzockerei und Tierquälerei . Mit dem Teufelskreis Medikamente -Nebenwirkungen - Auswirkungen der Nebenwirkungen - Medikamente - usw., wird langsam aber sicher auch die Menschheit vergiftet . Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit was sich die Pharma und ihre Verantwortlichen leisten . Antworten
Kessler ist doch schon lange nicht mehr ernst zu nehmen. Es geht Ihm nur noch um sein grenzenlos riesiges Ego. Und das schlmmste ist, dass er von Spendengeldern lebt und diese vor allem auch in seinen unzähligen, teilweise tierschutzsachfremden Verfahren verpulvert. Eine Gerichtsverhandluing ist kein Videoabend und vor allem keine Plattform für seinen fanatischen Ansatz von "Tierschutz". Antworten
Na hallo- es ist immer das Gleiche > die welche Macht haben regieren die Schweiz. Dazu kommt noch dass die heutigen Richter keinen Mut mehr beweisen und auch Beweisunterlagen nicht zulassen obwohl solche von Bedeutung wären. Klar Vasella zahlt hohe Steuern wovon Staatsangestellte lohnmässig profitieren. Herr Kessler nur nicht aufgeben und zeigen Sie diesen Tierquälern die Zähne. Viel Erfolg! Antworten
Wenn es doch nur mehr Menschen geben würde wie Kessler, wäre die Welt ein besseres Plätzchen. Ausserdem verlor Kessler schon viele Male vor CH Gerichten doch jedesmal bekam er im Nachhinein Recht von einer höheren Instanz! Als CH schäme ich mich, dass Kessler vor Gericht gezerrt wird wegen sowas, anstatt die Pharmamultis wegen begangenen Massenmordes und Schändung von Lebewesen!!! Antworten
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Christian Keller
Der Vorwurf der Tierquälerei trifft zu, denn Novartis führt in grossem Stil Tierversuche durch und zwar, sobald der Boden in der Schweiz zu heiss wird, im Ausland wo die Gesetze lascher sind. Ganz Unrecht hat Kessler nicht, aber seine Mittel sind zur Durchsetzung seiner Ziele ungeeignet. Antworten