Solar Impulse würde in Kloten vom Winde verweht
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 10.09.2010 5 Kommentare
Artikel zum Thema
Stichworte
Herr Borschberg, Sie haben den Flug nach Zürich bereits zum zweiten Mal abgesagt. Warum?
Es gibt dafür verschiedene Gründe: Einer davon ist die Wetterlage. Die Meteorologen prognostizierten gestern schon für morgen Samstag Nordwestwind. Er frischt aber stärker auf, als sie es erwartet hatten - insbesondere im Raum Zürich. Beim aktuellen Stand unseres Projektes wollen wir den Prototyp unseres Solarfliegers diesem Risiko nicht aussetzen. Wir sind zudem auf einen Hangarplatz in Kloten angewiesen. Hätten wir aus Meteogründen am Sonntagmorgen nicht wieder starten können, hätten wir einen für den Flughafen Zürich bedeutenden Standplatz blockiert. Der Flug ist aber lediglich verschoben, nicht abgesagt.
Sie werden dieses Hangarproblem künftig aber auch lösen müssen.
Ja, wir werden später unseren eigenen, mobilen Hangar haben.
Was ist das Ziel des Fluges von Payerne über Genf-Cointrin nach Kloten?
Bisher sind wir nur von Payerne aus geflogen. Wir planen für 2011 den ersten internationalen Flug und wollen nun Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit internationalen Flughäfen sammeln - die beiden Flughäfen haben uns eingeladen dies bei ihnen zu tun.
Um welche Erfahrungen handelt es sich?
Es geht einerseits um den Flieger. Wir wollen sehen, wie er sich in den Betrieb eines grossen Flughafens integrieren lässt. Es geht aber auch um die Bodencrew, die Zugang zum Flughafengelände haben muss und sich flexibel an verschiedenen Standorten organisieren muss. Gerade für den Prototyp, der ein Experimentalflugzeug ist, muss die Mannschaft immer in der Nähe sein. Er ist in dieser Hinsicht nicht sehr reisefreundlich. Das soll beim eigentlichen Rekordflieger anders sein.
Nun haben Kloten und Cointrin Ihnen ihre Piste offenbar gerne geöffnet. Wie der Ballonflug von Bertrand Piccard gezeigt hat, ist dies in Ländern wie China nicht selbstverständlich.
Gerade mit China haben wir bereits Kontakt. Wir haben die örtlichen Luftfahrtbehörden schon zweimal getroffen. Wir bemühen uns um gute Kontakte auf dem diplomatischen Weg, was gerade in so grossen Ländern wichtig ist. Und wir erklären den Regierungen den Sinn unseres Fluges.
Und wie liefs in China?
Gut. Natürlich gibt es Gebiete, die wir nicht überfliegen sollten - es gilt diese Nationen auch zu respektieren. Im Gegensatz zu einem Ballonflug können wir mit Solar Impulse aber unseren Flugplan mehrheitlich im Voraus selber definieren und sind nicht an Luftströme gebunden.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.09.2010, 15:21 Uhr
Kommentar schreiben
5 Kommentare
Bei allem Respekt fuer solche Spitzenleistungen, muss man schon sehen, was auch nicht Sinn macht. Und das kann man. Klar fuer Piccard steht einiges an "Ehre" an, wenn es ihm gelingt, um die Welt zu fliegen ohne Benzin, nur Sonnenkraft. Aber technisch gesehen ist da nicht viel mehr drinnen als grosse Show, und etwas Sensation mehr nicht. Es amuesieren dabei oft die grossen Worte der Politiker Antworten
Macht es nur den Eindruck oder ist dieses Flugzeug unglaublich sensibel? Wenn es wegen harmlosem Nordwestwind nicht landen kann, wie wird es sich erst bei Scherwinden oder Turbulenzen verhalten? Es ist noch ein sehr weiter Weg, bis ein Solarflugzeug einen 500-plätzigen Grossraumjet ersetzen kann. In 50 Jahren vielleicht? Antworten


































