Zürich
Verstorbener 29-Jähriger war «mehrere Wochen» im Hungerstreik
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 22.03.2010
Artikel zum Thema
- Nigerianer starb vor den Augen des neuen Bundesamt-Chefs
- 500 Demonstranten fordern Ausschaffungsstopp
- Ausschaffungshäftling gestorben: Bund stoppt alle «Sonderflüge»
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Der 29-Jährige war offenbar vor seinem Tod - anders als die Behörden in einer Mitteilung schrieben - nicht erst seit ein paar Tagen im Hungerstreik gewesen: «Wir wissen, dass das Opfer mehrere Wochen im Hungerstreik war, nicht wie von offizieller Seite behauptet, erst ein paar Tage. Wir wissen, dass er gefesselt wurde und sich gewehrt hat, das Flugzeug zu besteigen. Wir gehen davon aus, dass das Opfer in der Folge der Zwangsmassnahme erstickt ist», ist auf der Homepage des Vereins Refugees Welcome zu lesen.
Rainer Angst, Sprecher der untersuchenden Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland kann diese Angaben nicht bestätigen: «Wir wissen, dass er sicher einige Tage die Nahrungsaufnahme verweigerte. Die Dauer des Hungerstreiks und die genaue Todesursache werden untersucht.» Der Nigerianer verstarb am 17. März am Flughafen Zürich während der Ausschaffung durch die Polizei. Er hatte sich der Rückführung widersetzt und war gewaltsam gefesselt worden.
Fünf bis zehn essen nichts
Um den Häftlingen ihre Solidarität zu bekunden, versammelten sich rund 150 Menschen gestern Sonntagnachmittag zu einem spontanen Protestmarsch, der vor dem Flughafengefängnis endete. Dabei riefen gemäss einer Medienmitteilung der Menschenrechtsorganisation Augenauf verschiedene Häftlinge aus den Zellenfenstern, viele von ihnen befänden sich seit vergangenen Mittwoch im Hungerstreik – aus Protest gegen Zwangsausschaffungen.
Auch der Verein Refugees Welcome hat von der Solidaritätsaktion erfahren, sagt Sprecher Michael Stegmaier: «Wir haben die Information erhalten, ein grosser Teil der Ausschaffungshäftlinge des Flughafengefängnisses sei im Hungerstreik.»
Beim Amt für Justizvollzug beobachte man die Situation genau: «Fünf bis 10 Ausschaffungshäftlinge schicken die angebotenen Mahlzeiten zurück», sagt Rebecca de Silva, Mediensprecherin des Amts für Justizvollzug Kanton Zürich auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch. Von einem flächendeckenden Hungerstreik könne jedoch nicht die Rede sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.03.2010, 12:27 Uhr
Zürich
- 10:56Vignette führt zum gestohlenen Velo
- 10:01Hunde des Grenzwachtkorps fanden 200 Liter K.-o.-Tropfen
- 09:01Politiker bekommen kalte Füsse
- 08:40Langstrasse-Unfall: Lenker in U-Haft
- 07:24Immer mehr Buslinien behindert, Dutzende Unfälle auf den Strassen
- 06:32Gericht pfeift Kanton zurück: Abgewiesener Asylbewerber darf nicht heiraten



