Verwaltungen rüsten sich zum Kampf um Lehrlinge
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Kaum haben die Jugendlichen ihre Lehrstellen auf den Verwaltungen der Unterländer Gemeinden begonnen, suchen die Kommunen schon für den Sommer 2011 die nächsten Kandidaten. In Kloten beispielsweise haben nach den Sommerferien 15 neue Lernende den Schritt in die Arbeitswelt getan; je drei im kaufmännischen Bereich, als Fachmann Betriebsunterhalt und als Fachfrau Kinderbetreuung, je zwei als Fachfrau Betreuung und Fachangestellte Gesundheit sowie je ein Koch- und ein Informatiklehrling. Für das nächste Jahr sind ähnlich viele Stellen ausgeschrieben.
Die Bewerbungsphase ist bereits angelaufen. «Wenn wir länger zuwarten, wären wir verloren», sagt Rolf Aeby vom Personalwesen der Stadt Kloten. Die frühere Fairplayregel, dass KV-Betriebe ihre Lehrstellen erst nach dem 1. November vergeben sollen, hat keine Gültigkeit mehr. «Früher haben wir noch zugewartet. Die Privatwirtschaft hält sich aber längst nicht mehr an dieses Datum. Warum sollten wir es dann tun?», fragt Aeby.
Nicht nur schwache Schüler
Auf eine Klotener KV-Stelle gehen 50 bis 70 Bewerbungen ein. Zu den goldenen Zeiten vor zehn Jahren hätten sich bis zu 200 Interessenten gemeldet. Trotzdem sei der Konkurrenzkampf noch immer sehr gross. «Einige sagen jetzt schon das Bewerbungsgespräch ab, weil sie von einer Bank den Lehrvertrag erhalten haben», erklärt Aeby. Er denkt nicht, dass deshalb nur noch schwächere Schüler übrig bleiben. Aeby kann sich nur an einen Fall in den letzten zehn Jahren erinnern, bei welchem ein Lehrling die Abschlussprüfung nicht bestanden hatte.
In Opfikon sind jedes Jahr zwei bis drei KV-Lehrstellen ausgeschrieben. Und es gebe einige Bewerber, die unbedingt auf einer Verwaltung ihre Ausbildung absolvieren wollten, sagt Willi Bleiker, stellvertretender Verwaltungsdirektor der Stadt Opfikon. «Das Aufgabenspektrum ist enorm gross», führt er aus. Die Auszubildenden erleben die vielen Facetten der verschiedenen Verwaltungsbereiche hautnah. Die Arbeit auf der Finanzabteilung unterscheide sich von der Tätigkeit auf dem Schulsekretariat oder dem Bauamt doch erheblich.
Weiterbeschäftigung möglich
Eine Garantie, dass nach erfolgreichem Abschluss eine Festanstellung auf der Verwaltung erfolgt, gibt es nicht. Mit der Ausbildung sei man aber auch nicht ein Leben lang auf eine solche Stelle angewiesen. «Ein Absolvent hat nach der Lehre gleich zu einer Bank wechseln können», sagt Bleiker dazu.
Auf der Bülacher Stadtverwaltung werden ebenfalls zwei bis drei KV-Lehrstellen pro Jahr besetzt. Erst diesen Sommer hat Gülay Yorulmaz abgeschlossen. Sie würde auch heute wieder eine Ausbildung auf der Verwaltung beginnen. Die Abwechslung hat ihr gefallen: «Nach sechs Monaten wechselte man in eine andere Abteilung.» Wenn die Lehre bestanden und eine Stelle frei sei, sei auch eine Weiterbeschäftigung möglich. Heute arbeitet sie in der Abteilung Management und Dienste. Nicht viele ihrer Freunde, die in einer anderen Branche das KV abgeschlossen hatten, durften im Lehrbetrieb bleiben.
Wenig Zeit für Entscheidung
In Bassersdorf ist der Einsendeschluss für die beiden KV-Lehrstellen auf den 15. September terminiert. Damit kommt man am Ende der Gespräche nahe an den 1. November heran. Für den Ausbildungsverantwortlichen Martin Süss sind die Jugendlichen die Leidtragenden: «Der Druck auf sie hat in den letzten Jahren zugenommen.» Die Privatwirtschaft möchte möglichst früh rekrutieren. Um die Entscheidung für den späteren Werdegang in Ruhe zu überdenken, fehle den Schulabgängern so die notwendige Zeit.
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Erstellt: 07.09.2010, 22:17 Uhr



