Zürcher Nachtflugsperre macht Airlines nervös

Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 13.08.2010 60 Kommentare

Das Beispiel des letzte Woche zu spät gelandeten Edelweiss-Airbus zeigt: Ohne Toleranz des Flughafens wären 160 Passagiere gerädert in Zürich angekommen.

Landete zu spät in Kloten: Flieger der Edelweiss. (Bild: Keystone )

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Das Gesetz ist klar: Ohne stichhaltige Gründe dürfen Linienflugzeuge in Kloten seit dem 29. Juli nach 23 Uhr nicht mehr landen. Für Verspätungen gibt’s eine Toleranz bis 23.30 Uhr. Eine Edelweiss-Maschine hatte letzte Woche bisher als einzige eine Ausnahmebewilligung erhalten und durfte um 23.47 Uhr noch landen. Das Forum Bürgerprotest Fluglärm Ost will nun klagen.

Gemäss Edelweiss-Chef Karl Kistler stecken die Airlines in einer sehr schwierigen Lage. «Uns liegt viel daran, die Nachtruhe der Anwohner zu schützen», sagt er. «Aber wir sorgen uns auch ums Wohl unserer Passagiere.» Laut Kistler hätten die 160 Passagiere letzte Woche eine Tortur über sich ergehen lassen müssen, wenn der Flughafen nicht tolerant gewesen wäre. Hätte das Flugzeug in Faro nicht mehr starten dürfen, hätten die Passagiere in einem Hotel übernachten müssen.

Kosten von 20'000 Franken

«Ob wir allerdings um 21 Uhr für alle ein Bett gefunden hätten, ist gar nicht sicher», sagt Kistler. Damit der Airbus um sechs Uhr morgens in Kloten hätte landen können, hätte die Maschine morgens um halb vier in Faro – wo die Leute um diese Zeit auch noch schlafen – starten müssen. Die Passagiere hätten ihr Hotel also bereits um 1 Uhr wieder verlassen müssen. Ein Riesenstress für Crew und Passagiere sowie Übernachtungskosten von rund 20'000 Franken. Kistler ist im Namen seiner Passagiere froh, dass der Flughafen «gesunden Menschenverstand» hat walten lassen.

«Uns geht’s nicht um die 20'000 Franken», sagt Kistler. «Sondern um das Wohl der Gäste und um das Problem des enormen, aber unnötigen Drucks, unter dem die Flugkapitäne stehen.» Jede Verspätung, die ein Flugzeug einfängt, steigere diesen Druck – auch wenn die Verspätung an die nächste Crew weitergegeben wird. «Druck aber ist in der Fliegerei gefährlich», sagt Kistler. Zudem: Wenn ein Flugzeug erst am nächsten Morgen nach Zürich zurückkommt, starten die neuen Rotationen bereits mit Verspätung. Im Falle des verspäteten Flugs letzte Woche sorgte ein Gewitter mit heftigen Blitzen in Venedig dafür, dass der Airbus aus Sicherheitsgründen nicht betankt werden durfte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2010, 15:59 Uhr

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60 Kommentare

werner huber

13.08.2010, 18:26 Uhr
Melden

null Toleranz typisch Schweizer ! was passiert mit denen die so stur sind wenn ihnen mal sowas passiert ? das sind doch die ersten die reklamieren und genau so gerne wieder zu Hause wären nach Flugplan, der jedoch wegen Witterungsverhältnissen nicht möglich ist. Wenn das Sorgen sind schliesst den Flughafen und geht zu Fuss in die Ferien. Traurig,traurig so eine Einstellung Antworten


Bernard Leuenberger

13.08.2010, 17:03 Uhr
Melden

Na und? Die Airlines haben viel zu enge Flugpläne, die keine Verspätungen zulassen. Im letzten Moment fort, um im letzten Moment zu landen. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht ... Antworten



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