Zürich
ZSC prüft Stadion in Opfikon
Von Daniel Schurter. Aktualisiert am 28.11.2008
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Planen die Kloten Flyers und die ZSC Lions ein gemeinsames Stadion in Glattbrugg? Für Roland Habisreutinger, Geschäftsleitungsmitglied der EHC Kloten Sport AG, ist das Zukunftsmusik. «Wir sind von den Lions kontaktiert worden», bestätigt er die Aktivitäten des Stadtzürcher Rivalen, der nach einem Standort für ein neues Stadion sucht. Aber ein gemeinsames Projekt mit dem Unterländer Eishockeyclub? «Wir halten uns sämtliche Optionen offen», meint der Flyers-Sportchef vielsagend.
Während sich eingefleischte Fans beider Lager verwundert die Augen reiben, laufen hinter den Kulissen Verhandlungen. Recherchen des «Tages-Anzeigers» bestätigen einen Bericht des «Blicks»: Im Fokus der ZSC Lions steht ein Grundstück im Industriegebiet zwischen Opfikon und Rümlang. Der Opfiker Stadtpräsident, Walter Fehr, erklärt, dass der Stadtrat das Thema kürzlich behandelte. Die Behörde habe eine interessante Projektstudie eines Architekturbüros angeschaut. Diese habe ein Eishockeystadion mit gedecktem Innenfeld und einem Trainings-Aussenfeld umfasst, kombiniert mit einem Einkaufszentrum. Dabei sei auch der Name Coop gefallen. Namentlich nicht bekannt ist der private Investor, der dahintersteht.
Zwei Drittel auf Opfiker Boden
Das Grossprojekt würde laut Angaben aus Rümlang und Opfikon zu zwei Dritteln auf dem Stadtgebiet von Opfikon und zu einem Drittel auf Rümlanger Gemeindegebiet realisiert. Das Land ist heute durch die Europa-Strasse geteilt.
Auf dem Land, auf dem das Stadion gebaut würde, steht heute ein Bauernhof. Er ist das Zuhause von Walter und Madeleine Roth. Ende 2009 läuft ihr Pachtvertrag aus, den sie mit dem Landbesitzer, dem Kanton Zürich, abgeschlossen haben. Ob der Hof, den das Ehepaar seit fast vier Jahrzehnten bewirtschaftet, einer Sportanlage weichen muss, ist offen. Der Geschäftsführer der ZSC Lions, Peter Zahner, will sich nicht zu einem konkreten Standort äussern. Er verrät nur so viel: «Wir führen Gespräche und prüfen verschiedene Möglichkeiten.»
Entwicklungsschub erhofft
Was sagt der Kanton als Eigentümer des Grundstücks? Das kantonale Immobilienamt konnte gestern keine Auskunft geben, weil der zuständige Projektleiter abwesend war. Dafür erzählt der Rümlanger Hochbauvorsteher, Heinz Lusti, dass der Kanton das Landstück im Baurecht an einen privaten Investor abgeben wolle. Das hätten Gespräche zwischen Gemeinde und Kanton gezeigt. Über allfällige Stadionpläne dürfe er sich nicht äussern. Es sei Stillschweigen vereinbart worden. «Wir sind informiert, was studiert wird.» Die Bedeutung des Landes auf Rümlanger Boden sei für die Gemeinde nicht gross. Wichtiger sei das Landwirtschaftsland, das nördlich an die Birchstrasse grenzt. Dort wünsche sich der Gemeinderat eine Umzonung in Gewerbeland.
Grundsätzlich würde es die Gemeinde begrüssen, wenn sich das Gebiet im Grüt weiterentwickelt. «Heute haben wir eine Haltestelle der Glattalbahn auf grüner Wiese.» Der Gemeinderat erhoffe sich vor allem durch den Anschluss an den öffentlichen Verkehr einen Schub.
Auf der anderen Seite der Europa-Strasse sind die Opfiker mit der Frage konfrontiert, wie es im bestens erschlossenen Gebiet baulich weitergehen soll. Was die Stadionpläne betrifft, spricht Walter Fehr von einer «sehr grossen Zurückhaltung». Der Stadtrat habe die Vor- und Nachteile diskutiert und sei in einer ersten Stellungnahme zum Schluss gekommen, dass man einem solchen Projekt eher ablehnend gegenüberstehe. Die Stadtväter befürchten negative Auswirkungen rund um die Eishockeyspiele. «Wir sind skeptisch, weil es nach den Partien jeweils zu wüsten Szenen und Ausschreitungen kommt», so Fehr. Vom Namen her habe Opfikon nichts von einem solchen Projekt. «Wir haben sieben Stadtpolizisten, die sich anderen Dingen widmen sollen als gewalttätigen Fans.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.11.2008, 08:40 Uhr
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