Toter von Weiningen hatte mehrere Hundert Gramm Kokain im Bauch

Die Identität des Mannes, der am Chlaustag in Weiningen tot aufgefunden worden ist, ist geklärt. Der Österreicher war vermutlich ein Schmuggler und starb an einer Kokainvergiftung.

Der 50-jährige Österreicher hatte Kokainfingerlinge im Magen: Röntgenaufnahme. (Archivbild: Grenzwachtkommando VI Genf/Keystone)

Der 50-jährige Österreicher hatte Kokainfingerlinge im Magen: Röntgenaufnahme. (Archivbild: Grenzwachtkommando VI Genf/Keystone)

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Am Sonntagmorgen, 6. Dezember 2015, ist an der Umfahrungsstrasse in Weinigen eine männliche Leiche gefunden worden, die Rätsel aufgab. Nun ist die Identität des Mannes geklärt, wie die Kantonspolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte heute Donnerstag mitgeteilt haben.

Die Ermittlungen unter Einbezug des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich haben ergeben, dass es sich beim Toten um einen 50-jährigen österreichischen Staatsangehörigen handelt, der seit rund 10 Jahren in der Dominikanischen Republik wohnhaft war.

Wer hat die Leiche deponiert?

Bei der Obduktion der Leiche sind mehrere hundert Gramm Kokain im Körper des Mannes sichergestellt worden – geplatzte Fingerlinge. Als Todesursache steht laut den Behörden deshalb eine Kokainvergiftung im Vordergrund. Ein Tötungsdelikt könne damit «weitgehend ausgeschlossen» werden.

Der Mann war wahrscheinlich ein sogenannter Bodypacker, der Kokain schmuggelte, wie Carmen Surber, Sprecherin der Kantonspolizei, bestätigt. Noch sei ungeklärt, seit wann der Österreicher in der Schweiz war und wer den Leichnam in der Nacht vor dem 6. Dezember am Strassenrand deponiert hat. Klar ist nur, dass er nicht dort starb, wo er aufgefunden worden ist, und dass er seit einigen Tagen tot war. Der Mann war bisher nicht polizeilich bekannt.

«Bodypacker nehmen grosses Risiko auf sich»

Die Ermittlungen zum Aufenthaltsort vor dem Tod sowie zum Beziehungsnetz des Mannes sind gemäss Surber nach wie vor im Gange. Natürlich sucht die Polzei im Drogenmilieu nach Anhaltspunkten.

Laut Surber kommt es in der Schweiz sehr selten vor, dass Drogenkuriere wegen geplatzten Fingerlingen im Magen sterben. «Der Fall zeigt aber, dass diese Bodypacker ein sehr grosses Risiko auf sich nehmen – meist für nur wenige tausend Dollars.» (pu)

(Erstellt: 07.01.2016, 10:49 Uhr)

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