Zürich

Bahnhofplatz wird ein Jahr gesperrt

Damit in Winterthur das umstrittene Pilzdach gebaut werden kann, klafft ab Juni 2011 ein grosses Loch.

Neuer Blick in die Altstadt: Das geplante Pilzdach

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Während der nächsten Jahre verbaut die Stadt Winterthur rund um den Hauptbahnhof Winterthur 84 Millionen Franken. Dafür haben die Stimmberechtigten im Herbst vergangenen Jahres einen Rahmenkredit gutgeheissen.

Ein zentrales Projekt ist die Neugestaltung des Platzes zwischen Bahnhof und Altstadt, der heute mit halbrunden Plexiglasdächern der Bushaltestelle verstellt ist. An deren Stelle wird künftig ein riesiges trapezförmiges Pilzdach den Platz überspannen. Der Stiel des Pilzes steht auf der Insel in der Platzmitte und beherbergt die Billettverkaufsstelle von Stadtbus Winterthur. Von dort aus spannt sich das asymmetrische Dach bis hinüber zum Coop City. In Richtung Altstadt wird es weniger weit ausladen.

Dach aus Glas und Lochblech

Der umstrittene Pilz des Architekturbüros Stutz, Bolt und Partner war im Dezember 2008 als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen. Kritiker hatten Angst vor einem Betonklotz, der den Platz verstellt. Andere monierten, ein Teil der Buspassagiere würde im Regen stehen gelassen.

Inzwischen hat die Stadt das Projekt überarbeitet. Der Pilz ist als Stahlträgerkonstruktion mit Glasdach und Aluminiumlochblechverkleidung konzipiert, soll also transparent wirken. Das Dach wird etwas grösser als im ersten Entwurf. Es überspannt 1500 Quadratmeter und ist damit fast so gross wie ein Eishockey-Spielfeld. Auf der Seite Altstadt sind zwei 10 Meter lange separate Dächer geplant.

Gestern hat Stadtrat Walter Bossert (SP) nebst den neuen Plänen auch den Zeitplan präsentiert: Noch in diesem Jahr soll der Grosse Gemeinderat über das Projekt befinden. Geplanter Baubeginn ist im Juli 2011, gerade nach dem Albanifest. Und vor dem Albanifest 2012 soll alles vorbei sein. «Wir müssen Vollgas geben», sagte Bossert.

Während der ein Jahr dauernden Bauarbeiten wird der gesamte Platz gesperrt. Bossert hat auch eine Teilsperrung geprüft, aber wieder verworfen. «Wenn wir alles sperren, sind wir schneller, brauchen weniger Provisorien und bloss einen Spezialfahrplan für Stadtbus», sagte der Vorsteher des Departements Bau. Von 2011 bis 2012 werden die Buslinien umgeleitet, umbenannt und zum Teil ganz neu geführt. Für die Fussgänger aber sollen Wege rund um die Baustelle offen bleiben.

Velostation ab Sommer

Die Eröffnung des neuen Bahnhofplatzes wird Walter Bossert nicht mehr als Stadtrat erleben. Er tritt zurück und hat Anfang Mai seinen letzten Arbeitstag. Kurz zuvor, am 29. April, kann er ein anderes Bauwerk am Bahnhof einweihen: Die erste Etappe der Verbindung zwischen Bahnhoplatz und Sulzer-Areal.

Im kommenden Sommer wird der Neubau der SBB auf der anderen Bahnhofsseite fertig, in den die Raiffeisenbank und ein Migrolino als Mieter einziehen werden. In dessen Untergeschoss befindet sich die Velostation mit 800 Abstellplätzen, Velovermietung, Putzservice und Schliessfächern. Sie wird am 17. Juni eingeweiht. Der Zeitplan für die geplante Velounterführung Nord ist noch offen, ebenso jener für den Bahnhofplatz Nord.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.03.2010, 09:35 Uhr

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4 Kommentare

Silvio Näf

29.03.2010, 12:40 Uhr
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Ja, ich zahle gerne Steuern. Vor allem wenn es darum geht, den hässlichen Bahnhof aufzuwerten. Mein Tipp an Sie: zügeln Sie nach Seuzach. Da haben Sie ebenfalls einen hässlichen Bahnhof und zahlen erst noch weniger Steuern. Antworten


Res Zaugg

22.03.2010, 07:30 Uhr
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@u.schneider: Gut gebrüllt Löwe. Aber nicht laut genug. Wie man zu solchen Prestige-Obiekten Ja sagen kann bleibt wohl immer ein Rätsel, umsomehr in Winterthur ein Millionenloch in der Kasse klafft. Aber es soll ja Leute geben, die freudig ihre Steuern zahlen. Antworten


Urs Schneider

19.03.2010, 17:32 Uhr
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@Res Zaugg: Bitte informieren Sie sich, bevor Sie einen Kommentar abgeben. Die 84 Millionen sind nicht für das "pilzförmiges Kunstwerk", sondern für die ganze Umgestaltung rund um dem Bahnhof. Des weiteren werden die meisten öffentlichen Projekte im finanziellen Rahmen abgewickelt (Und zum Teil sogar darunter) . Dass lesen Sie in den Zeitungen natürlich nicht. Sondern nur wenns mal nicht klappt. Antworten


Res Zaugg

19.03.2010, 14:48 Uhr
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84 Millionen Franken! Für ein pilzförmiges Kunstwerk. Ja, das Stimmvolk hat ja gesagt zu diesem Werk. Man merke sich diese Zahl und vergleiche sie dann dereinst mit den effektiven Kosten, inklusive dem Unvorhersehbaren. Antworten



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