Giftige Keramikware auf Zürcher Märkten

Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 18.06.2010

Das kantonale Labor warnt vor Keramikgeschirr, das an Marktständen verkauft wird. Manche der Schalen und Töpfe können die Gesundheit gefährden, wie eine Kontrolle an Afro-Pfingsten zeigte.

Zu viel Blei: Tajine-Topf vom Afro-Pfingsten-Markt.

Kantonales Labor Zürich

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Das Keramikgeschirr ist praktisch: Die einen bereiten in den Töpfen afrikanisches Essen zu oder servieren die Speisen in den Schalen. Andere füllen sie mit Früchten und stellen sie auf. Mit Keramikgeschirr, das auf Märkten angeboten wird, sollte man dabei allerdings vorsichtig sein, wie das kantonale Labor Zürich bei einer seiner Kontrollen feststellte.

Die Chemiker haben während der letzten Afro-Pfingsten an den Marktständen mehrere Keramikgegenstände untersucht. Die Analysen ergaben bei einem sogenannten Tajine-Topf eine Bleiabgabe, die um ein Vielfaches über dem gesetzlich festgelegten Wert lag.

Besser als Deko verwenden

Laut Martin Brunner, dem stellvertretenden Kantonschemiker, zeigen solche Proben immer wieder zu hohe Werte auf. «In handwerklichen Kleinbetrieben wird in manchen Ländern immer noch in holzbefeuerten Brennöfen gebrannt», erklärt Brunner. Wegen der tiefen Brenntemperaturen werde nicht alles Blei mit der Glasur gebunden. Die Folge: Das Blei löst sich, wenn es mit sauren Lebensmitteln in Kontakt kommt. Als Beispiele nennt Brunner Sauerkraut, Tomatensauce, Fruchtsäfte oder auch mit Zitronensaft zubereitete Speisen. Er empfiehlt deshalb: «Solches Keramikgeschirr sollte besser als reiner Dekorationsgegenstand verwendet werden.»

Während zu hohe Blei- und auch Cadmiumwerte laut Brunner früher in Keramikgeschirr an der Tagesordnung waren, stellt sich die Problematik heute vor allem noch bei Produkten, die in kleinen Serien von Marktbetreibern importiert werden - oder bei Souvenirs, die Touristen in Afrika oder Asien auf Basaren kaufen. «Bei den grossen Geschäften weiss man inzwischen um die Gefahren.» Blei und seine Verbindungen sind giftig, auch wenn sie in nur kleinen Mengen, aber über längere Zeit, eingenommen werden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.06.2010, 12:26 Uhr

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