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Journalisten jagen Polanskis Anwalt

Vor dem Eingang zum Bezirksgericht Winterthur spielen sich dramatische Szenen ab. Der Schweizer Anwalt Polanskis, Lorenz Erni, musste sich seinen Weg durch die versammelten Reporter erkämpfen.

Run auf den Anwalt: Die versammelten Journalisten versuchen, eine Stellungnahme von Lorenz Erni zu bekommen.

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Der Fall Polanski

Die US-Justiz erliess bereits 1978 einen Haftbefehl gegen den Starregisseur Roman Polanski, weil er im Jahr zuvor in den USA ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt hatte. Seit 2005 ist Polanski international zur Verhaftung ausgeschrieben. Am 26. September wurde er am Flughafen Zürich verhaftet, als er am Filmfestival Zürich einen Preis für sein Lebenswerk entgegennehmen wollte. Seither sitzt er im Winterthurer Bezirksgericht in Auslieferungshaft.

In den nächsten Tagen soll Polanski aus der Auslieferungshaft entlassen werden. Das Bundesstrafgericht hatte am Mittwoch entschieden, den polnisch-französischen Starregisseur gegen eine Kaution von 4,5 Millionen Franken in die überwachte Freiheit zu entlassen. Polanski muss seine Reisepapiere abgeben und mit einer elektronischen Fessel versehen in seinem Gstaader Chalet den Hausarrest antreten.

Polanski lebt in Frankreich und ist seit 1989 mit der Schauspielerin Emmanuelle Seigner verheiratet. Mit ihr hat er zwei Kinder. (fsc)

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Kurz nach 9 Uhr am Freitagmorgen fuhr Lorenz Erni, der Schweizer Anwalt von Starregisseur Roman Polanski, vor dem Bezirksgericht Winterthur vor. Noch unbemerkt von den Journalisten gelangte er ins Gebäude.

Als er nach 10 Uhr wieder aus dem Gefängnis herauskam, standen die anwesenden internationalen Medienschaffenden bereits in den Startlöchern. Der Anwalt wurde regelrecht gejagt. Mikrophone schossen in seine Richtung, Kameramänner bedrängten ihn und versuchten, sein Bild zu erhaschen, Fotografen liessen ein gewaltiges Blitzlichtgewitter auf Erni niederprasseln. Der Anwalt zog seinen Kopf ein und flüchtete in sein Auto. Ohne einen Kommentar abzugeben, fuhr er weg.

Mittlerweile ist bekannt geworden, dass Roman Polanski das Wochenende noch im Bezirksgefängis verbringen muss. Der Regisseur werde nicht vor Anfang nächster Woche aus der Auslieferungshaft entlassen, sagt Folco Galli, Sprecher des Bundesamts für Justiz (BJ), am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2009, 13:23 Uhr

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