Zürich
Ratten fühlen sich wohl in Winterthur
Leben vorwiegend von Abfall: Ratten in Städten. (Bild: Keystone)
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Im Zentrum der Stadt Winterthur werden zur Zeit vermehrt Ratten gesichtet, wie SBB-Sprecher Daniele Palecchi am Montag eine Meldung im Winterthurer «Landboten» bestätigte. Von einer eigentlichen Rattenplage könne man allerdings nicht sprechen.
Die ungeliebten Nager halten sich vorab in der Umgebung des Bahnhofs auf. Deshalb beteiligt sich die SBB zusammen mit der Stadt Winterthur an der Bekämpfung, die einer privaten Firma übertragen wurde: Es werden spezielle Boxen ausgelegt, in welchen - für Kinder, Hunde und Katzen unerreichbar - vergiftete Köder liegen.
Litteringbekämpfung und Kontrolle
Für Palecchi ist klar: «Wo es Littering gibt, da gibt es Ratten» - herumliegende Abfälle laden die Nager ein. Das sei auch mit regelmässigem Reinigen nicht zu vermeiden. Nur ein korrektes Abfallverhalten jedes einzelnen könne hier Abhilfe schaffen.
Damit in dicht besiedelten Gebieten wie Städten die Zahl der Ratten unter Kontrolle gehalten werden kann, ist neben einer gezielten Littering-Bekämpfung auch die ständige Kontrolle wichtig.
Köderboxen ausgelegt
Mit diesem Vorgehen habe man laut Gabi Müller, Wissenschaftliche Leiterin der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung des Stadtzürcher Umwelt- und Gesundheitsschutzes, das Rattenproblem im öffentlichen Raum «ziemlich im Griff».
An einschlägigen Orten - vor allem entlang der Gewässer, wo in der warmen Jahrezeit viele Menschen picknicken - sind permanent Köderboxen ausgelegt. Die Orte werden laut Müller regelmässig kontrolliert. Sobald Spuren von Ratten auftauchen, werden die Boxen mit vergifteten Ködern bestückt.
Und in der Stadt St. Gallen nutzt man die Videoüberwachung der Kanalisation, um gegebenenfalls auf eine Zunahme des Rattenbestandes zu reagieren. Dies ist zurzeit nicht nötig. Laut Roman Kohler, Sprecher der Stadt, wird zwar hin und wieder eine Ratte gesichtet, die Nager stellten aber kein Problem dar.
Ernste Gefahren
Ratten werden nicht nur von viele Menschen als abstossend empfunden. Sie können auch ernste Gefahren mit sich bringen. Bekannt sind sie etwa als Krankheitsüberträger und als Bedrohung für Nahrungsvorräte.
So brach Anfang Jahr aufgrund einer Ratteninvasion auf Madagaskar die Beulenpest aus, die durch den Biss des Rattenflohs übertragen wird. Und im Nordwesten Burmas löste eine Rattenplage eine ernste Versorgunskrise aus: Die Nager hatten rund drei Viertel der Ernten in dem Gebiet vernichtet. (ep/sda/)
Erstellt: 07.09.2009, 14:08 Uhr
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