Zürich

«Stopfed de Mac voll»

Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 12.05.2010

Eine Facebook-Gruppe will im McDonald's Winterthur 1225 Hamburger vertilgen. Die Polizei findets nicht lustig.

10'355 Burger wurden 2008 bei der Erstürmung einer McDonald's-Filiale in Berlin verzehrt – in Winterthur sollen es heute Mittwochabend immerhin 1225 Stück sein.

10'355 Burger wurden 2008 bei der Erstürmung einer McDonald's-Filiale in Berlin verzehrt – in Winterthur sollen es heute Mittwochabend immerhin 1225 Stück sein.
Bild: Bernd Friedel (ecopix)

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Nein, es geht nicht um Sinn und Unsinn, nicht um Vitamine und schon gar nicht gegen die Globalisierung. Drei Winterthurer Oberstufenschüler hatten bloss die Schnapsidee, den in Basel aufgestellten Hamburger-Reinstopf-Schweizer-Rekord zu brechen. Sie haben in jugendlichem Übermut auf Facebook die Gruppe «Stopfed de Mac voll» gegründet. Heute Mittwochabend um 18 Uhr sollen möglichst viele Leute die McDonald's-Filiale am Untertor stürmen und reinstopfen, was der Magen – und das Portemonnaie – hält. In Basel hatten am 24. August 2008 rund 200 Leute 1224 Burger reingehauen. Schweizer Rekord! Und für Basel insofern ein Triumph, als der Zürcher Rekord bei mickrigen 200 Macs stand.

Was die drei Winterthurer Schüler nicht bedacht hatten, wie der Winterthurer «Stadtanzeiger» berichtet: Die einheimische Polizei tummelt sich auch auf Facebook. Und so bereitet die Stadtpolizei nun ein Abwehrdispositiv vor wie ihre Zürcher Kollegen am 1. Mai. Die Beamten haben McDonald's und auch die umliegenden Läden gewarnt. Denn bis jetzt haben 1142 Facebookler ihre Teilnahme angekündigt. Die meisten sind jung oder sehr jung.

Administratoren haben sich gelöscht

Nun fürchten die Läden und die Stadtpolizei eine negative Gruppendynamik, Sachbeschädigungen und andere Vergehen. Auch wenn im Aufruf steht: «NixX kaput mache!» Und so hat die Polizei mit dem 14-jährigen Facebook-Gruppengründer Kontakt aufgenommen und ihn auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen. Er habe «quasi zu einer unbewilligten Demonstration aufgerufen und müsste als Urheber seinen Kopf hinhalten», sagte Marcel Bischof vom Jugenddienst der Stapo gemäss dem Bericht.

Die Jugendlichen haben es inzwischen mit der Angst zu tun bekommen und sich als Administratoren der Fress-Facebook-Gruppe gelöscht. Auch dies war nicht sehr weitsichtig: Die Gruppe irrlichtert nun weiter auf Facebook herum, die Gründer können sie aber nicht mehr löschen und steuern. Vier Mails an die Facebook-Administratoren blieben unbeantwortet.

McDonald's nimmt's gelassen

Wesentlich gelassener als die Stadtpolizei reagiert McDonald's. «Man muss das mit Humor nehmen», sagte Pressesprecherin Nicole Schöwel. Bisher seien solche Flashmobs – sinnlose, pseudospontane Massenaufläufe – immer problemlos verlaufen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.05.2010, 08:36 Uhr

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