Vorbestrafter Danowski hat neun Nummern, ist aber nicht erreichbar
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 26.01.2009 35 Kommentare
Zu Hause bei Dauerkandidat Danowski: Niemand erreichbar. (Bild: Simon Eppenberger)
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Vorbestraft für den Verkauf von Nazischriften
Pikantes Detail im Vorfeld der Wahl des Brüttener Friedensrichters: Der einzige Kandidat auf den offiziellen Wahlzetteln Marian Danowski ist vorbestraft. Im Jahr 1997 wurde er vom Zürcher Bezirksgericht für den Verkauf von zwei Nazibüchern verurteilt.
Er habe einen Beitrag zur Forschung leisten wollen und nicht gewusst, dass diese Schriften verboten seien, sagte Danowski noch Jahre später gegenüber der Weltwoche. Vom Vorwurf der Wahl- bzw. Unterschriftenfälschung im Vorfeld der Stadtratswahlen 2003 wurde Danowski freigesprochen.
Harmloser waren andere Aktionen, die ihn zum Behördenschreck machten. Er kandidierte für Dutzende Ämter in Zürich, Chur und Bern sowie den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen – obwohl er vielerorts aus rechtlichen Gründen gar nicht wählbar war.
Bis heute bringt der immer wieder Schreiben bei der Stadtkanzlei in Zürich vorbei. Doch er ist derzeit nicht mehr so aktiv wie zu den Spitzenzeiten: Einmal unterbreitete er dem Kantonsrat an einem Tag 54 Vorschläge. (ep)
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Der Behördenschreck Danowski hat grosse Chancen, Friedensrichter von Brütten zu werden. Die Hälfte der Wahlzettel sind bereits abgegeben worden und eine Konkurrentin hat sich erst heute Freitag gemeldet. Unter diesen Umständen könnten ihm bereits wenige Stimmen für einen Sieg reichen. Wird der Literaturagent tatsächlich in das Amt gehoben, hat er eine neue Verpflichtung: Er muss gut erreichbar sein.
Das ist im Moment nicht der Fall. Bereits in der Vergangenheit schlugen die Versuche fehl, ihn telefonisch zu erreichen. Unter dem Namen Marek Danowski (wie sich der als Marian geborene nennt) gibt es zwar neun Einträge im Telefonbuch. Von Basel, Bern, Luzern und St. Gallen führen die Nummern der «Übersetzungsgemeinschaft für Polnisch, Russisch, Tschechisch» nach Zürich an den Wydlerweg 17.
«Hallo. Ha»
Dort verhallen die Anrufe ungehört – bis auf einen Versuch am Freitag Vormittag. Plötzlich meldet sich eine Stimme: «Hallo. Ha» . «Guten Tag, spreche ich mit Herrn Danowski?» «Ha.» Zack, der Hörer wird aufgelegt, das Gespräch ist unterbrochen.
Auch das wiederholte Klingeln an der Türe in Albisrieden bleibt erfolglos. Im Innern der grauen Überbauung regt sich nichts. Im Hof prasselt der Regen auf den Pingpong-Tisch. Ansonsten ist es ruhig, einzig eine alte Dame geht gebückt am Stock Richtung Migros.
Beim Nachbarn unbekannt
Angesprochen auf seinen bekannten Nachbarn, meint ein Mann, er sehe Danowski praktisch nie. Auch der Schumacher im nahen Albisriederdörfli kennt den Dauerkandidaten nicht. Einsicht in seine Welt gewährte der 56-Jährige letztmals vor Jahren. Damals war zu lesen, er habe eine alte Druckerpresse im Keller, mit denen er seine (Propaganda-) Schriften selber drucke.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.01.2009, 08:27 Uhr
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35 Kommentare
Herr Danowski hat sich mehrere krumme Touren geleistet, einige sind hier bereits erwähnt worden. Herr Danowski ist unfähig, auch nur einen Satz in korrektem Deutsch zu verfassen. Seine Slogans sind derart miserabel formuliert, dass ich den Eindruck habe, sein Niveau liege unter dem eines Viertklässlers. Dass so jemand zum Friedensrichter gewählt werden kann, wirft ein schlechtes Licht auf das Wahlgesetz. Nicht nur peinlich, sondern ärgerlich ist die Unbedarftheit des Brüttener Gemeindepräsidenten Graf: Statt Unsinn zu verlautbaren, sollte er sich entweder zuerst informieren oder schweigen rsp. kleinlaut zugeben, dass er sich nicht auskennt. Meiner Meinung nach sollte ein Gemeindepräsident über die Konsequenzen des Wahlverfahrens Bescheid wissen, damit er so eine Katastrofe wie die Wahl Herrn Danowskis frühzeitig verhindern kann. Antworten


































