Winterthur denkt über Frauenquoten nach

In Bern setzte das Parlament gegen den Willen des Stadtrates eine 35-Prozent-Frauenquote für das Kader der Stadtverwaltung durch. Nun schlagen Winterthurer Gemeinderäte eine 40-Prozent-Quote vor.

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Nach Bern, Basel und Zürich wird nun auch in Winterthur über die Einführung einer Frauenquote auf Verwaltungsebene nachgedacht. Die GLP-Gemeinderätin Katrin Cometta-Müller reichte zusammen mit ihrem Fraktionskollegen Michael Zeugin eine schriftliche Anfrage an den Stadtrat ein. Dieser soll dem Gemeinderat aufzeigen, mit welchen Massnahmen der Stadtrat die Ziele der Gleichstellung verfolge und wie insbesondere männerdominierte Verwaltungszweige wie das Bauamt zu mehr Kaderfrauen kommen könnte, schreibt der «Landbote» (Artiekl online nicht verfügbar).

Cometta-Müller und Zeugin wollen vom Winterthurer Stadtrat ausserdem wissen, ob er sich eine Frauenquote von 40 Prozent vorstellen könnte.

Quotenregelung: «Das ist doch Quatsch»

In der höchsten Kaderstufe der Winterthurer Stadtverwaltung sind lediglich acht von 40 Angestellten Frauen. Das ist ein Anteil von 20 Prozent. Ins Auge sticht, dass sich der Frauenanteil in den letzten zehn Jahren kaum verändert hat.

Cometta-Müller wollte kein stärkeres parlamentarisches Instrument wählen, weil sie nicht überstürzt auf die Quoten-Welle aufspringen wollte, sagt sie dem «Landboten». Parteiintern ist sich die GLP noch nicht sicher, wie sie die Idee der Quotenregelung bewerten soll. Dem Winterthurer SP-Gemeinderat Christoph Baumann ist die Schützenhilfe aus Grünliberalen Kreisen willkommen: Man freue sich immer, wenn andere Parteien ein Kernthema der Sozialdemokraten aufgreifen.

Die SVP-Fraktionspräsidentin Christa Kern ist weniger begeistert von Cometta-Müllers Interesse für eine Quotenregelung: «Das ist doch Quatsch», sagte sie auf Anfrage des «Landboten». Das Geschlechtergleichgewicht werde sich von allein einstellen. (lcv)

(Erstellt: 05.11.2012, 08:25 Uhr)

40 Prozent Frauen in den Winterthurer Verwaltungen: Die GLP-Gemeinderätin Katrin Cometta-Müller will vom Stadtrat wissen, ob das möglich ist. (Bild: zvg)

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