Winterthur will millionenteures Glasfasernetz
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St. Gallen baut eins, Zürich ist an der Arbeit und auch in Basel oder Bern wird in den nächsten Jahren ein Glasfasernetz entstehen. Nicht zu den Glasfaserpionieren gehört Winterthur. Erst zwei Wohnüberbauungen und rund hundert Geschäftshäuser sind an das kleine Netz der Stadtwerke angeschlossen.
Das wollte SP-Gemeinderat Fredy Künzler ändern. Gemeinsam mit 37 Mitunterzeichnern reichte er im August eine Interpellation ein, die den Bau eines leistungsfähigen Datennetzes verlangt. Wie der «Landbote» berichtet, steht der Stadtrat dem Vorhaben positiv gegenüber. Stadtrat Matthias Gfeller (GP) bestätigte, dass die Regierung einen Kreditantrag vors Volk bringen wolle. «Das könnte noch in diesem Jahr der Fall sein.» Sämtliche Häuser in den dichtbesiedelten Stadtgebieten sollten innert acht Jahren an die Datenautobahn angeschlossen werden.
Ungewisse Kosten
Wie viel Winterthur dafür investieren muss, wollte Gfeller noch nicht beziffern. Das vergleichbar grosse St. Gallen, das als erste Stadt der Schweiz den Bau eines Glasfasernetzes beschlossen hat, rechnet mit Kosten von 78 Millionen Franken. In der Stadt Zürich bewilligten die Stimmbürger einen Kredit über 200 Millionen. Der «Landbote» schätzt den Aufwand für Winterthur deshalb auf rund 100 Millionen Franken.
Dieser Kostenrahmen dürfte sich jedoch verändern, nachdem sich die Elektrizitätswerke und die Swisscom, die das ganze Land mit Glasfasern ausrüsten will, an einem runden Tisch geeinigt haben, gemeinsam vorzugehen. Geplant ist, jeden Haushalt mit vier Glasfasern statt nur einer zu versehen. Dadurch sollen verschiedene Anbieter gleichberechtigten Zugang zu den Konsumenten bekommen. (cal)
Erstellt: 19.02.2010, 09:35 Uhr



