Zürich

Zauberwasser in der Badi bringt Stadtrat zum Kochen

Aktualisiert am 21.05.2010 49 Kommentare

Im Becken der Winterthurer Badi Wolfensberg wird das Wasser vom «Magnetgenerator» eines österreichischen Erfinders belebt. «Quacksalberei», sagt der Chef des Sportamts und will nun dem Bad die Beiträge kürzen.

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Erfrischt und belebt: Das Wasser in der Winterthurer Badi Wolfensberg. (Bild: PD)

Dieser Mann bringt Leben ins Wasser: Der Tiroler Erfinder Johann Grander. (Bild: PD)

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Das sagt das Kantonale Labor

Im Kantonalen Labor Zürich, das zweimal pro Jahr in allen Schwimmbädern die Verkeimung und den Einsatz von Desinfektionsmitteln amtlich prüft, läuft das Grander-Prinzip gemäss «Landboten» unter dem Titel: Nützt es nichts, so schadet es nichts.

«Es darf die Wasserqualität nicht nachteilig beeinflussen», sagt der stellvertretende Kantonschemiker Martin Brunner. Neben der Chemie und der Menge Frischwasser hätten Sonnenschein und Regenfälle sowie die Zahl der Badegäste Einfluss auf die Wasserqualität. Brunner sieht zudem beim Einsatz von Chemie und Frischwasser Spielraum für den Betriebsleiter. «Es ist möglich, die nötige Qualität zu erreichen, egal ob man täglich oder alle zwei Tage den Wasserhahn öffnet», lässt er sich zitieren.

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Wer im Winterthurer Schwimmbad Wolfensberg in die Fluten taucht, badet nicht in ganz normalem Wasser. Dieses Wasser ist «belebt». Ein sogenannter «Magnetgenerator» verwandelt das Jochberger Quellwasser in Grander-Wasser, benannt nach dem Erfinder des Generators, Johann Grander.

Der vife Tiroler Tankstellenpächter hat eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe die Moleküle von regulärem Leitungswasser sofort mit Belebungsinformationen angereichert werden. Das Wasser wird hierzu lediglich an einem Kästchen vorbeigeführt, das von Grander entwickelt wurde. So sei es länger haltbar und qualitativ besser, verspricht die Vertriebsfirma. Wie das genau funktionieren soll, bleibt ein Geheimnis.

Positives Echo auf das Zauberwasser

Die Schwimmbadgenossenschaft Wolfensberg hat diese «Informationstechnologie» bereits 2009 probehalber in die Badeanlage einbauen lassen, wie der «Landbote» schreibt. Gleich mehrere Kästchen beleben seither das Wasser in der Badi. Gekostet hat der Einbau, von dem nur vier Personen wussten, 47'000 Franken.

Und die Badileitung ist zufrieden mit dem Resultat der Probephase. «Es ist extrem, wie sich das Wasser verändert hat», sagt Ruedi Anneler, Präsident der Genossenschaft. Im Schwimmbad sei in der Folgesaison weniger Frischwasser und weniger Chemie und Aufwand für die Reinigung nötig gewesen. Auch die Rückmeldungen seien ausgesprochen positiv ausgefallen. Jetzt soll aus dem Probebetrieb Standard werden. «Den Ausschlag gab das Echo», sagt Anneler gegenüber dem Landboten, «wir wären ja blöd gewesen, etwas wieder zu entfernen, das so gut funktioniert.»

Die Betreiber müssen Rechenschaft ablegen

Dieser Entscheid hat nun den neuen Winterthurer Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) auf den Plan gerufen. Er bezeichnet den Umstand, dass die Genossenschaft über genügend Kapital verfügt, um einen Grander-Filter einzubauen, als Alarmsignal. «Solche Methoden grenzen an Quacklsalberei», sagt er im Gespräch mit dem «Landboten». Der Vorsteher des Schul- und Sportdepartements stellt nun die Höhe des städtischen Beitrags für das Schwimmbad in Frage – die Badi Wolfensberg erhält von der Stadt Winterthur 125'000 Franken im Jahr. Fritschi will nun von der Genossenschaft wissen, warum sie eigenmächtig eine so hohe Summe investiert hat. «Die Betreiber müssen Rechenschaft ablegen, warum die Stadt nicht informiert wurde.» (tif)

Erstellt: 21.05.2010, 10:37 Uhr

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49 Kommentare

Ulrich Rusch

21.05.2010, 10:53 Uhr
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Lustig: Niemand weis wie es funktioniert - und trotzdem zeigt es Wirkung. Vielleicht sollte die Allgemeinheit offener sein gegenüber solchen Neuerungen welche wissenschaftlich nicht erklärbar sind. Bis heute. Morgen werden wir über unsere gestrige Rückständigkeit lachen. Die Erde war ja schliesslich auch mal rund. Weniger Chemi und weniger Frischwasser amortisieren diese Anlage sicherlich. Antworten


Rolf Schumacher

21.05.2010, 10:50 Uhr
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Granderwasseranlagen gibt es in den Schwimmbädern Konolfingen und Lagnau i.E. schon lange, mit Erfolg. Viele Hotels haben ebenfalls das Granderprinzip eingebaut. Jedenfalls hat man, wenn man so ein Kästchen einbaut immerhin etwas handfestes in den Fingern fürs Geld. In der Finanzbranche wird ja Geld mit nichts verdient, da ist mir Grander noch lieber. Antworten



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