Mit Kaugummis schiessen

In «Despicable Me 3» muss Gru gegen einen in den Eighties stecken gebliebenen Bösewicht kämpfen.

Auch im dritten Teil fehlen die Minions nicht.

Auch im dritten Teil fehlen die Minions nicht.

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Krawumm! Angepeitscht von Eighties-Klängen, entert der böse Balthazar Bratt das Schiff, legt dessen Besatzung mit gigantischen Kaugummiblasen lahm, sprengt den Safe mit einem diabolischen Jo-Jo und schnappt sich den grössten Diamanten der Welt. Gru und seiner Frau Lucy, Agenten der Anti-Bösewichter-Liga, gelingt es, den Edelstein in ihren Besitz zu bringen, doch Bratt selbst entkommt.

Absolut fulminant ist die Eröffnung des dritten «Despicable Me»-Abenteuers, und wie bei so manchem James-Bond-Film übertrifft sie alles, was danach kommt. Immerhin: Balthazar Bratt, gesprochen von «South Park»-Schöpfer Trey Parker, ist ein toller Bösewicht. Er hat nie verwunden, dass die Achtzigerjahre-Fernsehserie, in welcher er als Kind einen Teufelsbraten spielte, abgesetzt wurde, sowie er in die Pubertät kam. Statt nur einen Bösewicht zu spielen, ist er nun ein richtiger geworden. Sein Styling ist pure Eighties: Die rechteckige Frisur gemahnt an diejenige von Grace Jones, er hat Schulterpolster, aus denen er rosa Kaugummi schiessen kann, und er fordert seine Gegner zu Disco-Duellen heraus.

Regie führen einmal mehr Pierre Coffin und Eric Guillon, der Erfinder der Minions. Und diesen gehören zwei der schönsten Szenen: Bei einer Talentshow improvisieren sie eine Nummer, die aus einer Operette von Gilbert & Sullivan stammen könnte, und als sie ins Gefängnis kommen, steigen sie dort rasch zu Anführern auf.

War Gru im ersten «Despicable Me»-Film noch der Welt grösster Bösewicht, der dann durch drei Waisenmädchen humanisiert wurde, musste er am Schluss des zweiten Lucy heiraten. Nun werden beide aus der Anti-Bösewichter-Liga rausgeschmissen, weil sie Bratt entkommen liessen, was Gru in eine Krise stürzt, die noch verschärft wird dadurch, dass er von der Existenz eines Zwillingsbruders erfährt. Und dieser, Dru, ist nicht nur viel lebensfroher als Glatzkopf Gru – er hat auch eine Menge blonde Haare. Der Gru-Dru-Strang der Geschichte entwickelt sich etwas absehbar, und wie bei «Shrek» ist auch bei «Despicable Me» der erste Film der frechste geblieben. Die Minions und die Eröffnungssequenz machen aber auch diesen Teil sehenswert.

In diversen Kinos

Kommen gefährlich daher im neuen Film: Die Minions. (Video: AFP) (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.07.2017, 13:37 Uhr

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