Welche Indie-Band ist die beste?

Indiesuisse hat One Sentence Supervisor aus Baden jüngst den «Album of the Year»-Award verliehen. Welche Ideen stecken hinter dem jungen Verband?

 So feierten One Sentence Supervisor ihre Platte des Jahres.

So feierten One Sentence Supervisor ihre Platte des Jahres.

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Wieso ist ein Interessenverband für Indiemusik notwendig?
Wir haben Indiesuisse vor zwei Jahren als politisches Sprachrohr für unabhängig produzierte Musik gegründet. So etwas gab es in der Schweiz nicht, obwohl schon seit 15 Jahren der europäische Dachverband Impala existiert. «Indie» bezeichnet bei uns keinen Musikstil, sondern eine Arbeitsweise. Wir haben auch Jazzlabels als Mitglieder. Im Grunde dürfen nur die drei Major-Labels, die es noch gibt, nicht mitmachen.

Worin unterscheiden sich die Interessen kleiner Labels von jenen dieser Majors?
Die kommerzielle Musikindustrie in der Schweiz ist eine Importindustrie. Die Majors haben schon einzelne Schweizer Acts, aber sie vertreten sie nicht im Ausland. Die Indie-Labels bauen Künstler auf, sie bedienen kleine und grosse Nischenmärkte und sind darauf angewiesen, ihren Katalog auch im Ausland zu platzieren.

Was kann denn ein kleines Label in Zeiten des Internets für eine Band tun, das sie nicht selbst tun kann?
Es bietet Zeit, Energie und Wissen an. Eine Band, die das alles hat, kann sich sicher auch selber verkaufen. Es gibt aber immer noch Indie-Labels, die wegen ihrer musikalischen Linie als Gütesiegel dienen. Und ­Labels mit populären Künstlern können andere Bands mitziehen und eine Mischrechnung machen. In der Schweiz zum Beispiel Two Gentlemen mit Sophie Hunger.

Hat sich die Haltung der Musikhörer durchs Internet geändert?
Im Internet sind die Bands gleicher, es spielt weniger eine ­Rolle, woher eine Band kommt. Die Jungen sind eine Vermischung der Kulturen gewohnt – zum Beispiel ist es heute scheissegal, wenn man einen Akzent hat, weil: Wer singt schon «richtig» Englisch?

Warum verleihen Sie den Titel «Album of the Year»?
Im Inland ist das auch ein wenig Werbung für den Verband. Der Preis soll ein Gegenpol zum Swiss Music Award sein, denn Klick- und Verkaufszahlen entscheiden nicht darüber, ob eine Platte gut ist oder nicht. Im Ausland kann es der Band helfen, weil die automatisch bei der Wahl zum europäischen Indie-Album des Jahres dabei ist.

Warum hat sich die Jury für 2016 auf One Sentence Supervisor geeinigt?
Das kann ich nicht sagen, die haben sich nämlich gar nicht geeinigt. Jedes Label durfte zwei Alben nominieren, und jedes Jurymitglied hat einzeln Punkte vergeben. Es ist also keine Konsenswahl.

Donnerstag, 12. Januar, 21 Uhr. Albani, Winterthur. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2017, 15:36 Uhr

Andreas Ryser, Präsident von Indiesuisse.

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