Sie hört Geister

Grouper spielt die einsamste Musik dieser Welt und gibt heute eines ihrer seltenen Konzerte.

Was sieht sie? Liz Harris alias Grouper.

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Als Liz Harris ein Mädchen war, spielte sie nicht mit anderen Kindern. Viel lieber sprach sie mit Gegenständen, mit Bäumen, Felsen und Geistern. Sie habe vor ihnen Angst gehabt, gleichzeitig waren das ihre geheimen, mächtigen Freunde, erinnert sich die Amerikanerin in einem Interview und sagt: «Das Meiden des Sozialen war es, das mich zur Musik brachte.»

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Musik, die sie als Grouper veröffentlicht, zutiefst solitär und einsiedlerisch ist: Ihre Stimme ist nur selten verständlich, und die Gitarre echot so unscharf, als sei sie im Weltall eingespielt worden. Es sind intime und unheimliche Aufnahmen, die zu raumfüllend für den blossen Kopfhörerkonsum sind.

Nach einer Krise setzte sich Harris 2014 nach Portugal ab und nahm in der Einsamkeit, allein mit Klavier, «Ruins» auf, ihre wohl bekannteste und auch niederschmetterndste Platte.

Seither ist es heller geworden: Als Teil der Band Helen spielte sie fast schon ausgelassenen Dream-Pop, und kurz vor Weihnachten 2016 schien die Sonne – zumindest auf dem Cover der EP «Paradise Valley». «I’m Clean Now» heisst einer der beiden Songs, der zwar Trauer, vor allem aber eine Ruhe verströmt, die zum Innehalten zwingt.

Donnerstag, 20 Uhr, Rote Fabrik.

(Zueritipp)

Erstellt: 19.04.2017, 15:00 Uhr

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