Lea Lu überrascht

Schwarzweiss statt fröhliche Farbigkeit: Die Zürcher Sängerin wagt einen Neustart.

Lea Lu neu in Schwarz-weiss.

Lea Lu neu in Schwarz-weiss.

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Sie war die Synästhetin der Schweizer Popmusik, denn sie sah Farben – Moosgrün, Dunkelpink, Rot, wie es in einem Artikel hiess –, wenn sie Töne hörte. Da war es wenig verwunderlich, dass die Songs der Zürcherin Lea Dudzik stets bunt ausfielen. Eine Spur zu bunt und unverfänglich gar, perfekt für die Durchhörbarkeit der Radiostationen, was auch damit zu tun hatte, dass Lea Lu bei einem Majorlabel unter Vertrag war, das Grosses mit ihr vorhatte. Noch im letzten Jahr sang sie als Supportact von Coldplay im Letzigrund, einer Band, die, wie sie sagte, «eine farbige und fröhliche Musik mit einem gewissen Mass an Melancholie» spiele. Genau wie Lea Lu selbst.

Nun schreiben wir den garstigen Frühling 2017, und die Farbigkeit, die Lea Lu einst gepflegt hat, ist einem tristen, wenn auch gepflegten Schwarzweiss-Ton gewichen. Vergangenheit ist auch der Vertrag beim Majorlabel, denn die neue EP «Rabbit», die die 33-Jährige nun tauft, erscheint im Eigenverlag. Die Zeichen stehen also auf Neustart und einer Ausrichtung, die musikalisch Interessanteres verspricht als das alte Dasein der Lea Lu: Gemeinsam mit einer kleinen Band schlägt sie in den sechs Songs einen gedimmten Schlafzimmeraufnahmen-Ton an, der näher bei den frühen Songs von Feist als bei grell-fröhlichen Popstars liegt. Und man darf sagen: Wenn sie weitere derartige Lieder singt, dann sieht ihre Zukunft ganz und gar nicht trist aus.

Donnerstag, 21 Uhr, Bogen F

(Zueritipp)

Erstellt: 17.05.2017, 14:35 Uhr

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