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Corona schrumpft die Zürcher Wirtschaft11’000 Arbeitslose mehr, 3400 Jobs weniger in der Gastro

Der Kanton Zürich verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Arbeitslosen. Zudem hat die Corona-Krise den Strukturwandel beschleunigt. Aber es gibt auch positive Signale.

Gastro-Branche wurde hart getroffen: 3400 Vollzeitstellen gingen im Jahr 2020 verloren.
Gastro-Branche wurde hart getroffen: 3400 Vollzeitstellen gingen im Jahr 2020 verloren.
Foto: Urs Jaudas

Die Zürcher Wirtschaft hat als Folge der Pandemie den stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit Jahrzehnten erlitten, wie aus einer Meldung der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion hervor geht. Bis Ende 2021 dürfte der Verlust an Wertschöpfung gegenüber der Situation ohne Corona-Krise rund 15 Milliarden Franken betragen. Die Wirtschaft schrumpfte im vergangenen Jahr schätzungsweise um 4 Prozent

Das hat Auswirkungen auf die Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Kanton Zürich rund 11’000 mehr Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote stieg zwischen Februar 2020 und Februar 2021 von 2,3 auf 3,6 Prozent, von 20'088 auf aktuell 30'902.

Verluste in der Gastronomie

Den grössten Beschäftigungsverlust verzeichnete die Gastronomie mit einem Abbau von schätzungsweise 3400 Vollzeitstellen. Anderswo konnten Stellen geschaffen werden: Etwa im Bereich Gesundheit und Soziales gibt es 2300 neue Stellen, in der öffentlichen Verwaltung und Bildung sind es 2100, in der IT-Branche 1900 und in der Elektroindustrie 1270 Stellen.

«Corona hat unsere Wirtschaft deutlich stärker getroffen als andere Gegenden der Schweiz. Das liegt vor allem daran, dass Zürich mit dem Flughafen stark vom internationalen Tourismus abhängig ist», sagt Carmen Walker Späh. Die Volkswirtschaftsdirektorin verlangt deshalb, dass das Reisen bei Nachweisung einer Impfung, eines negativen Testresultats oder einer Immunisierung bald quarantänefrei möglich wird.

Beschleunigter Wandel durch Corona

Die Corona-Krise verstärke den Wandel auf dem Zürcher Arbeitsmarkt, der schon seit Jahren stattfindet, heisst es in der Meldung weiter. Eine aktuelle Analyse im «Zürcher Wirtschaftsmonitoring» zeigt, dass es 2020 zu stärkeren Branchenverschiebungen kam als in den Jahren zuvor.

Aktuell zeigt sich eine gewisse Zweiteilung: Binnenorientierte Branchen wie der Detailhandel und das Gastgewerbe kämpfen mit einer schlechten Geschäftslage, eher exportorientierte Branchen befinden sich hingegen in relativ guter Verfassung und stützen die Wirtschaft insgesamt.

Haupttreiber des Wandels ist die Digitalisierung, die nun durch die Corona-Krise beschleunigt wurde. Das kam einigen auch zugute. «Die verstärkte Nutzung digitaler Kanäle hat in der Krise verschiedenen Branchen, insbesondere dem Detailhandel geholfen, besser durch die Krise zu kommen. Dies hilft der gesamten Wirtschaft und dürfte auch nachhaltige Effekte haben», sagt Andrea Engeler, Chefin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit.

Arbeitslose für Impfzentren rekrutiert

Als kleinen Lichtblick in der aktuellen Situation nennt Carmen Walker-Späh das von ihr intiierte Projekt «Esperanza». Bevor die Stellen für die elf Impfzentren im Kanton Zürich ausgeschrieben werden, bieten die RAV diese zuerst den registrierten Stellensuchenden an. Die Zusammenarbeit mit den Impfzentren im Rekrutierungsprozess hat begonnen und würde sich postiv gestalten. Bereits hätten einige Stellensuchende vermittelt werden können.

1 Kommentar
    Hofstetter Christian

    In der öffentlichen Verwaltung und Bildung seien 2100 neue Stellen geschaffen worden. Es wäre schön zu wissen, in welchen Departementen welche Stellen neu entstanden sind. Die Verwaltung wächst munter weiter - vermutlich im Controlling und anderen kleinen bürokratischen Monstern. Bei den Armen und Ärmsten wird zunehmend gespart. Darf man wissen, wo nicht gespart wird?