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«Es ist halt Blut und kein Einhornglitzer!»

«Ältere Generationen sprechen allen Ernstes von der ‹Erbsünde›. Was soll das, bitte, suggerieren?»: Autorin Heike Kleen hat keine Freude an Umschreibungen der Menstruation. Foto: Mirjam Kluka

Die besten Interviews 2018

Frau Kleen, erinnern Sie sich an Ihre erste Periode?

Echt? Das wars dann?

Meine Mutter reagierte anders. Sie sagte: «Das müssen wir feiern.»

Na ja, mir war damals nicht zum Feiern zumute.

Wenn sich ein Junge beim Raufen die Nase blutig geschlagen hat, ist er ein kleiner Held. Wenn Mädchen ihre Tage kriegen, heisst es: «Igitt!» Was läuft da schief?

In Ihrem Buch schreiben Sie: «Wir haben ein Problem mit der Menstruation.»

Wo zeigt sich das zum Beispiel?

Das Buch zum Thema

Die Verklemmtheit zeigt sich auch bei den Umschreibungen, die man für die Mens hat, um das Wort nicht in den Mund nehmen zu müssen.

Ähnlich blöd war, was Donald Trump in seinem Wahlkampf über eine Journalistin sagte, die ihm unangenehme Fragen gestellt hatte: «Blut kam aus ihr heraus … überall.»

Zeugen solch blöde Sprüche von Unwissenheit?

Woher kommen solche Vorstellungen?

«Die Werbung zementieren seit Jahrzehnten die Botschaft: Frauen sollen ‹funktionieren› und sauber sein.»

Dass die Periode etwas mit dem Mondzyklus zu tun hat, ist das auch Quatsch?

Sie haben Männer auf der Strasse gefragt, was sie über die Tage der Frauen wissen. Und?

Und die TV-Werbung für Tampons hilft auch nicht gerade weiter.

«Die erste Einwegbinde war erst in den 1920er-Jahren erhältlich.»

Dabei sieht man eine Frau, die den Tampon mit ihrer perfekt manikürierten Hand umschliesst.

Machen wirs besser! Fassen Sie doch die biologischen Fakten mal zusammen!

Und die tut oft ziemlich weh.

Mensbeschwerden sind also mehr als willkommene Ausreden?

Ziemlich unangenehm muss es auch gewesen sein, als man vor der Erfindung von Tampons und Slipeinlagen seine Tage hatte.

«In Indien brechen 23 Prozent der Mädchen sogar die Schule ab, sobald sie das erste Mal menstruieren.»

Wann kam der Tampon – heute für die meisten die beliebteste Form der Monatshygiene?

Sie haben moderne Monatshygiene getestet. Darunter auch ein Höschen namens «Thinx».

Und wie geht das mit der sogenannten Menstruationskappe? Die soll derzeit der letzte Schrei sein.

Wie meinen Sie das?

Verfolgen Sie mit Ihrem Buch auch ein feministisches Anliegen?

Aber wie bekommen wir ein besseres Verhältnis zu unserem Körper?

Fakten zur Periode