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Coronavirus in Zürich+++ 205 Neuinfizierte, 84 im Spital, 2 Tote +++ Corona-Tests neu auch in Apotheken

Der Kanton Zürich verzeichnet 1271 Neuinfizierte in drei Tagen. Am Montag waren 13 Personen mehr im Spital als am Sonntag. Vier Zürcher Apotheken bieten versuchsweise Corona-Tests an.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vier Apotheken bieten Corona-Tests an

  • Unispital befürchtet Engpass beim Personal

  • Bar in Baden geschlossen, weil sie keine Kontaktdaten aufnahm

  • Corona-Ausbruch in Wetziker Alterswohnheim

Die Übersicht über die Regeln im Kanton Zürich finden Sie hier.

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205 Neuinfizierte, 84 im Spital, 2 Tote

In den letzten 24 Stunden sind im Kanton Zürich zwei Personen an Covid-19 gestorben und 205 Personen positiv aufs Coronavirus getestet worden. Letztere sind bedeutend weniger als an den Vortagen, als 526 (Sonntag) und 540 (Samstag) Neuinfektionen gemeldet wurden. Am Wochenende ist zudem eine weitere Person gestorben. Insgesamt liegt die Todeszahl nun bei 155.

Zugenommen hat auch die Anzahl der hospitalisierten Covid-Patienten. Bis Sonntagnachmittag waren es 71 Frauen und Männer, bis Montagnachmittag 84, also 13 Personen mehr. Fünf müssen künstlich beatmet werden.

Die 84 Corona-Patienten sind der Höchstwert seit dem 28. April. Der Rekordwert von 203 Hospitalisierten datiert vom 1. April. (pu)

Corona-Test in vier Apotheken

Die Gesundheitsdirektion startet einen Pilotversuch: Vier Apotheken im Kanton führen neu Corona-Tests durch: Es sind die Apotheken Paradeplatz, Europaallee, Morgental Wollishofen und Zentrum Regensdorf. Zum Testen in die Apotheke sollte jedoch nur, wer keine oder nur leichte Symptome hat. Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) kündigte den Pilotversuch in der Kantonsratsdebatte vom Montag an. Hintergrund ist, dass die Testcenter der Spitäler teils übelastet sind. (sda/pu)

Personal am Uni-Spital «beunruhigt»

Das Personal am Zürcher Uni-Spital bekomme aufgrund der rasch steigenden Ansteckungszahlen ein ungutes Gefühl. Das sagt der ärztliche Direktor Jürg Hodler in einem Interview mit Blick. Der Professor befürchtet einen Engpass beim Personal, wenn es so weitergehe. Räume als auch Beatmungsmaschinen habe man genug. «Es braucht Fachpersonal», so Hodler. Schon vergleichsweise wenige Corona-Patienten brächten das System an seine Grenzen.

Baden: 132 Personen nach Barbesuch in Quarantäne

Die Viva-Bar&Lounge in Baden muss auf Anweisung der Aargauer Kantonsärztin Yvonne Hummel vorübergehend schliessen, weil der Betreiber nicht in der Lage war, die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vorzulegen. Er wurde dazu aufgefordert, weil eine Person, die positiv getestet wurde, sich zuvor in der Bar aufgehalten hatte. Diese Person hat in der Folge eine weitere Bar besucht. Insgesamt mussten sich deswegen 132 Personen in Quarantäne begeben. Die Kantonsärztin ruft Personen, die sich am Samstag, 10. Oktober, in den zwei Stunden nach 23 Uhr in der Viva Bar aufgehalten haben, sich in Quarantäne zu begeben. (net)

Corona-Ausbruch in Wetziker Alterswohnheim

In dieser Woche kam es im Alterswohnheim Am Wildbach zu mehreren Corona-Fällen wie die Stadt heute mitteilte. In der Abteilung der Akut- und Übergangspflege haben sich zwei der Patientinnen oder Patienten und eine Mitarbeiterin angesteckt. Laut der Wohnheim-Leiterin Brigitte Riederer geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Sie seien auf dem Weg der Besserung. In Absprache mit dem Kantonsrätlichen Dienst der Gesundheitsdirektion wurden alle Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten der entsprechenden Abteilung getestet. Das Ergebnis war am späteren Nachmittag noch nicht bekannt. Auch sei bisher nicht klar, wie das Virus den Weg ins Wohnheim gefunden habe. Die betroffene Abteilung und die Abteilung für externe und interne Besucher und Besucherinnen sind vorübergehend geschlossen. (net)

Opernhaus: Ballett-Vorstellungen fallen aus

Ein Mitglied der Ballett-Kompanie des Zürcher Opernhauses ist am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Somit muss die ganze Truppe in Quarantäne. Die «Dornröschen»-Vorstellungen von Samstag und Sonntag fallen somit aus.

Die Zürcher Tänzerinnen und Tänzer bilden ein festes Team, in dem alle Mitglieder gegenseitig als «enger Kontakt» gelten. Das heisst, dass sie innerhalb dieser geschlossenen Gruppe ohne Abstand und ohne Masken proben und tanzen.

Allen Beteiligten sei dabei bewusst, dass ein positiver Corona-Test die Quarantäne für die ganze Compagnie bedeute, teilte das Opernhaus mit. Dieser Fall sei nun leider eingetreten. Das Opernhaus hofft, dass die geplanten Vorstellungen ab dem 27. Oktober wieder durchgeführt werden können. (sda)

ETH: Verschärfte Maskenpflicht und Apéro-Verbot

Nach der Universität verschärft auch die ETH die Maskenpflicht. Neu gilt diese auch im Sitzen. Die Hochschule wird das Homeoffice zudem wieder intensivieren. Apéros und ähnliche Veranstaltungen werden verboten.

Bisher konnten Studierende die Maske abnehmen, sobald sie am Arbeitsplatz sassen. Dies ist nun wegen der stark steigenden Coronazahlen vorbei. Ab kommendem Montag, 19.Oktober, gilt die Maskenpflicht auch an den Studierendenarbeitsplätzen.

Physische Sitzungen sind nur noch mit Masken zulässig. Dies betreffe auch Mitarbeiter- oder Beratungsgespräche mit nur zwei Personen. Wie die ETH mitteilte, muss die Maske sogar dann getragen werden, wenn es eine Plexiglaswand gibt.

Homeoffice soll ab Montag zudem wieder intensiviert werden. Die Anwesenheit an der ETH sei auf die «betrieblich notwendigen Aktivitäten» zu beschränken. Die experimentelle Forschung solle dadurch aber nicht eingeschränkt werden.

Einschränkungen gibt es dafür für soziale Anlässe: Apéros und sonstige Anlässe sind verboten. Die ETH-Leitung empfiehlt den Teams zudem sehr, auf Weihnachtsessen zu verzichten. Die Hochschule wird die Essen in diesem Jahr deshalb nicht finanziell unterstützen. Verbieten kann sie die Essen aber nicht.

«Wir sind uns bewusst, dass dies einschneidende Massnahmen sind», wird Vizepräsident Ueli Weidmann, zitiert. Vor allem mit dem Apéro-Verbot taten sich die Verantwortlichen offenbar schwer. «Wir wissen, dass es vielen ETH-​Angehörigen ein Bedürfnis ist, auf Erfolge anzustossen, und dass solche Anlässe den Teamgeist fördern.» Doch sei eben auch bekannt, dass bei geselligen Anlässen die Gefahr für Ansteckungen am grössten sei. Vom Verbot betroffen sind nicht nur Apéros in den Aussenbereichen, sondern auch jene in den Gastrobetrieben. Die ETH erwartet von ihren Angehörigen, dass sie sich auch in ihrer Freizeit verantwortungsbewusst verhalten. (sda)

Im Kantonsrat gilt neuerdings Maskenpflicht

Am Montag tagt der Kantonsrat wiederum in der Halle 7 in Oerlikon. Es ist Doppelsitzung. Wegen der steigenden Fallzahlen hat das Ratspräsidium nun in der Halle eine grundsätzliche Maskenpflicht erlassen, wenn man nicht an seinem Platz sitzt oder vom Rednerpult aus zum Rat spricht. Interviews für Radio und Fernsehen dürfen ohne Maske gegeben werden, sofern der Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Das haben die Parlamentsdienste vor kurzem mitgeteilt. Eine Maskenpflicht gilt auch im Foyer der Halle 7 und in den Sitzungsräumen. Über weitere Massnahmen wird am Donnerstag, 22. Oktober beraten. (net)

Wettingen sagt Parlamentssitzung ab

Weil ein Mitglied des Parlament der Limmattaler Gemeinde Wettingen positiv auf Corona getestet wurde, wurde die Sitzung vom Donnerstagabend kurzfristig abgesagt. (net)

Ärzte und Apotheker wollen in den Sonderstab

Die Zürcher Ärztegesellschaft, der Spitex-Verband und der Apothekerverband wollen in den Corona-Sonderstab des Kantons aufgenommen werden. Sie fordern, mit einer oder zwei Personen in dieses Gremium aufgenommen zu werden.

Das bisherige Abseitsstehen sei für Ärzte, Apotheken und Spitex nicht nachvollziehbar, teilten die drei Verbände am Freitag gemeinsam mit. Sie liessen den Regierungsrat deshalb offiziell wissen, dass auch sie im Sonderstab mitreden wollen.

Ärzte, Spitex und Apotheken seien auf den Informationsaustausch aus erster Hand mit Vertretern von Kanton und Gemeinden angewiesen, begründen die Verbände ihre Forderung. Sie sind zudem überzeugt, dass sie auch wichtige Informationen einbringen können.

Im Corona-Sonderstab, der vom Regierungsrat eingesetzt wurde, sitzen bisher Vertreterinnen und Vertreter des Kantons, der Gemeinden und der Polizei. Geleitet wird er von Bruno Keller, dem Kommandanten der Kantonspolizei. Der Sonderstab koordiniert die Massnahmen, welche die Corona-Pandemie eindämmen sollen. (sda)

Uni Zürich weitet Maskenpflicht aus

Die Universität Zürich weitet wegen den steigenden Corona-Zahlen die Maskenpflicht aus: Ab Montag, 19. Oktober, muss die Maske an sämtlichen Studierenden-Arbeitsplätzen getragen werden, also auch in der Bibliothek.

Bis anhin mussten die Studierenden die Maske nur auf dem Weg von oder zu ihrem Arbeitsplatz tragen. Im Sitzen konnten sie sie abnehmen. Wie Rektor Michael Schaepman in einer internen E-Mail ankündigt, muss die Maske ab Montag auch im Sitzen getragen werden. In den öffentlichen Bereichen dürfe die Maske nur noch für das Essen und Trinken abgenommen werden.

In den Hörsälen gilt nach wie vor keine Maskenpflicht, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Schaepman empfiehlt den Studierenden aber «ausdrücklich», die Maske auch in den Vorlesungen zu tragen.

Die Ansteckungszahlen im Kanton Zürich gingen in den vergangenen Tagen steil nach oben. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 342 weitere Personen positiv getestet, von Donnerstag auf Freitag 715 Personen. 62 Patientinnen und Patienten liegen wegen der Covid-Erkrankung derzeit im Spital. (sda/pu)

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TA

43 Kommentare
    Fabrizio

    Stand BAG vom 16. Oktober 2020:

    Der Altersmedian der Verstorbenen liegt zurzeit bei 85 Jahren, 62% sind Männer, 38% Frauen. 97% litten AN EINER ODER MEHREREN VORERKRANKUNGEN. Die drei häufigsten waren Bluthochdruck (63%), Herz-Kreislauferkrankungen (58%) und Diabetes (26%).

    Zur Erinnerung: Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz beträgt bei Frauen 85,2 und bei Männern 81,4 Jahre.

    Man füllt also die Spitalbetten mit Alten und Greisen, welche sich zu wenig bewegt, zu viel (und vermutlich vor allem zuviel Süsses) gegessen haben und es damals auch noch normal fanden, in Wohnungen, Restaurants, Bahnwagen und im Auto (während die Kinder hinten auf dem Rücksitz sassen) zu rauchen.

    Und hier noch ein wenig Mathematik: Auf jeden 30-jährigen, welcher tragischerweise an (und nicht nur mit!) Corona sterben musste, kommen 55 Personen im Alter von 86, oder 28 Personen im Alter von 87, oder 14 Personen im Alter von 88 oder 7 Personen im Alter von 89 oder 3 Personen im Alter von 90 Jahren. Und nochmals: 97% dieser Personen haben sich in der Vergangenheit vermutlich nicht gross um Ihre Gesundheit gekümmert (Achtung Wiederholung: 97% litten an einer oder mehreren Vorerkrankungen, welche nachweislich auf einen ungesunden Lebenwandel zurückzuführen sind).

    Und für diesen Unsinn fahren wir die Wirtschaft erneut gegen die Wand und treten das Wohlergehen der jungen Menschen, welche in den nächsten Jahren alle Folgekosten werden tragen müssen, mit Füssen.