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Erderwärmung2019 war das heisseste Jahr in der Geschichte Europas

Die Durchschnittstemperatur lag im vergangenen Jahr 1,24 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Das geht aus dem Copernicus-Jahresbericht zur Überwachung des Klimawandels hervor.

Hotspot der Abkühlung: Menschen flüchten sich vor der Sommerhitze in die Aare (Juni 2019).
Hotspot der Abkühlung: Menschen flüchten sich vor der Sommerhitze in die Aare (Juni 2019).
Foto: Keystone/Anthony Anex 

2019 war das heisseste Jahr in der Geschichte Europas. In Folge einer Reihe extremer Hitzewellen wurden gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Copernicus-Bericht insbesondere im Juni und Juli Hitzerekorde unter anderem in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien gebrochen. Weite Teile Südeuropas litten unter Dürren und die Temperatur in der Arktis lag fast ein Grad über dem üblichen Jahresdurchschnitt.

Insgesamt lagen die Temperaturen in Europa in den vergangenen fünf Jahren zwei Grad über der durchschnittlichen Temperatur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie aus den Daten des Copernicus-Dienstes hervorgeht. Elf der zwölf wärmsten Jahre in Europa fallen in die Periode zwischen 2000 und 2019.

Weltweit betrachtet war 2019 das zweitheisseste Jahr nach 2016. Damals hatte das Wetterphänomen El Niño die weltweiten Temperaturen auf absolute Rekordhöhe getrieben. «Ein ungewöhnlich warmes Jahr stellt noch keinen Erwärmungstrend dar», erklärte der Leiter des Copernicus-Dienstes, Carlo Buontempo. Um detaillierte Informationen über den Klimawandel zu erhalten, müsse die langfristige Entwicklung betrachtet werden.

Klimafreundlicher Corona-Effekt geht vorbei

Zahlreiche Staaten haben im Pariser Klimaabkommen vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Selbst wenn sie all ihre Klimaschutzzusagen einhalten, sind sie davon allerdings weit entfernt.

Für 2020 wird wegen der im Zuge der Corona-Pandemie schwächelnden Wirtschaft mit einem Rückgang des Kohlendioxidausstosses gerechnet. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Emissionen wieder zunehmen werden, sobald ein Impfstoff gefunden wurde und die Wirtschaftsaktivitäten wieder voll anlaufen.

Nach der Corona-Krise könnte sich die Klimakrise verschärfen, falls «Hilfsprogramme für die fossile Brennstoffindustrie und fossilienintensive Sektoren nicht von einem Übergang zu sauberen Technologien abhängig gemacht werden», sagte Cameron Hepburn, Leiter der Smith School of Enterprise and the Environment an der Oxford-Universität.

SDA

20 Kommentare
    Eberhard Phowel

    Laut der Exxon-Klimastudie von 1982 sollte der CO2-Gehalt der Atmosphäre 2019 bei knapp 420 ppm liegen und die Temperatur um 0,9 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit angestiegen sein. Die war natürlich völlig unseriös, weil aktuell erst 415 ppm CO2 erreicht sind, sich die Temperatur aber bereits um ein Grad erhöht hat. Die von Exxon für 2019 vorhergesagten 0,9 Grad wurden 2017 erreicht. Wir sind also schneller als vorausgesagt. Und jetzt hat 2020 ein Virus, nicht die Intelligenz der menschlichen Spezies, mal einen lächerlichen Monat lang den CO2-Ausstoss reduziert und schon klopfen sich Grippeliebhaber und Wissenschaftsignoranten auf die Schultern "siehste, war ja 2019 trotzdem wärmer, nutzt ja nichts". Da gabs doch letztens einen Artikel über Idioten.